Ich bin in Sachen Smartwatch eigentlich extrem anspruchslos, was für die meisten Smartwatches extrem anspruchsvoll zu sein scheint. Ich brauche keine fancy Funktionen, die für mich wichtigsten Punkte sind direkt auf der Uhr erstellbare Virbrationsalarme (Wecker) und eine lange Akkulaufzeit, vieles darüber hinaus stört mich eher.
Über meine Suche nach einer neuen Smartwatch habe ich jetzt bereits zwei Artikel geschrieben. Im Meinugsartikel habe ich mich darüber ausgelassen, dass es keine wirklich preiswerten Smartwatches bekannter Hersteller gibt, die nur rudimentäre Funktionen haben, aber dafür nicht viel kosten und trotzdem gut verarbeitet sind.
Aus Mangel an Alternativen hatte ich mir dann eine 20-Euro-Smartwatch bei Aliexpress bestellt. Die war zwar preiswert, sah auch ganz ok aus und überraschte sogar mit einer guten Laufzeit, vermasselte es aber ausgerechnet bei der quasi einzigen Funktion, die ich von einer Smartwatch verlange – den Alarmen.
Um meine alte und unansehnlich gewordene Amazfit Bip Lite zu ersetzen, musste ich mich also weiter umschauen und bin über Amazon Warehouse Deals auf die eigentlich für meine eigene Preisvorgabe zu teure Amazfit Active 2 (neu: ca. 90 Euro auf Amazon) gestolpert, die im Zustand „Wie neu“ nur 51,70 Euro gekostet hat.
Als das Paket zwei Tage später eintrifft, steht die Einrichtung ein. Wir haben die Active 2 als Preis-Leistungs-König, der fast alles kann, bezeichnet, eventuell zu viel für meinen Geschmack. Das Design gefällt mir aber schon einmal beim ersten Auspacken. Leider fehlte das zweite Textilarmband, nur die Silionvariante mit leicht nervigem Verschluss war vorhanden.
Die Einrichtung ist trivial – sofern man mit der Zepp-App leben möchte. Die ist funktional auch in Ordnung – aber nicht sehr datensparsam. Wer die Smartwatch stattdessen mit Gadgetbridge verbinden möchte, sieht sich ungeahnten Problemen gegenübergestellt: Gadgetbridge braucht einen Authentifizierungstoken, der nur bei der Kopplung zwischen Uhr und der Zepp-App erstellt und auf den Zepp-Servern gespeichert wird. Es gibt Wege zum Auslesen, die sind aber nicht ganz trivial.
Was gefällt mir an der Uhr?
Neben dem Design gefällt mir auch die Bedienung, der runde Bildschirm reagiert flüssig und zuverlässig auf mein Scrollen und meine Eingaben. Auch die Akkulaufzeit scheint meine Ansprüche erfüllen zu können.
Was gefällt mir nicht?
Bei den Vibrationseinstellungen gibt es nur Standard und Enhanced, mir ist aber schon Standard etwas zu stark, eine Option mit sanfterer Vibration wäre mir lieber.
Schwierig fand ich die vielen Funktionen abzustellen, die ich nicht benötige. Da Smartwatches derart vollgestopft sind mit für mich unnötigen Funktionen, die die Akkulaufzeit nur sinnlos drücken, musste ich in sehr viele Einstellungen hineinschauen, um möglichst viele davon deaktivieren zu können. Manche davon sind leider nicht über die Uhr zugänglich, sondenr nur über die App.
Wirklich nervig fand ich jedoch, dass trotz Theater- und Energiesparmodus ich gleich bei der ersten Verwendung der Uhr davon genervt wurde, dass ich irgendwelche PAI-Punkte verdient hätte. Ich hatte die Smartwatch mit zum Hallenfußball genommen und durch die vielen Schritte habe ich offenbar ein paar voreingestellte Tagesziele erreicht. Fortan nervte mich die vibrierende Uhr quasi alle 15 Minuten mit irgendwelchen neuen Errungenschaften und noch mehr PAI-Punkten.
Die Datenschutzerklärung der Zepp-App erfreut mich ebenfalls nicht: Zwar werden angeblich keine Daten an Dritte verkauft, aber weitergegeben werden sie schon an Dritte und der Hersteller sammelt quasi alle Daten, die ihm zur Verfügung stehen und wertet diese aus, auch zu Vermarktungszwecken.
Trotz Theater- und Energiesparmodus habe ich übrigens beobachtet, dass das grüne Sensorlicht auf der Unterseite zuweilen anspringt, also irgendwelche Messungen vorgenommen werden.
Fazit Amazfit Active 2
Zumindest im Warehouse-Deal erfüllt die Active 2 meine Preisvorstellung. Sie sieht ganz gut aus und hält auch recht lange durch.
Aber warum muss einem eine Smartwatch heutzutage quasi zwangsläufig alle paar Minuten irgendwelche Notifications um die Ohren hauen, die man zudem kaum abstellen kann? Die Uhr soll mein Tool sein wenn ich es brauche, ich möchte nicht der Sklave der Technik sein, der ständig genötigt wird sich mit der Uhr auseinanderzusetzen, den Arm zu heben und auf deren Bildschirm zu starren.
Ich werde die Active 2 aus Mangel an Optionen wohl vorerst behalten und versuchen weitere Funktionen zu deaktivieren. Aber ich plädiere weiter für preiswertere Modelle mit guter Verarbeitung und Laufzeit, dafür aber minimalem Funktionsumfang. Alternativ für ein UI direkt auf der Uhr, bei dem man alle Funktionen klar erkennen und auch abschalten kann.




















