Notebookcheck Logo
DJI Osmo Action 6 vor einer Graffitiwand

Mehr Sensor, mehr Blende, mehr Möglichkeiten? Unser Test der DJI Osmo Action 6

Creator oder Consumer?

Die diesjährige DJI Osmo Action 6 packt so einige Neuerungen ins minimal größere Gehäuse. Aber nicht jede Zielgruppe erfreut sich gleichermaßen daran. Für wen die Verbesserungen der neuen Actioncam gedacht sind und wer damit glücklich wird, testen wir!
Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Zubehör Camera Gadget

Testfazit - Zielgruppe entscheidend

Die Verbesserungen in der diesjährigen Osmo Action werden nicht jeden gleichermaßen erfreuen: Creator, Vlogger etc. könnten am ehesten bereit sein, auf die Action 6 umzusteigen, sie profitieren von mehr Komfort, mehr Nahschärfe (Selfie-Vlogs) und mehr Variabilität beim Editing.

Für Urlaubs- und Gelegenheitsfilmer kann die noch bessere Stabilisierung punkten, der neue Sensor und die variable Blende sind hier weniger wegweisend und verbessern die Bildqualität im 16:9-Alltag eher subtiler. Hier reichen womöglich auch die ebenfalls guten Vorgänger. 

Pro

+ flexibler durch variable Blende & quadratischen Sensor
+ viel Zubehör

Contra

- Koppelzwang mit App
- kaum Bildverbesserungen gegenüber Vorgängern

Preis und Verfügbarkeit

Beim Hersteller kostet die DJI Osmo Action 6 im Standard Combo 379 Euro, unser Adventure Combo 479 Euro. 

Achtung: Statt der Standard Combo (379 Euro auf Amazon) bieten Shops auch "Essential Combo" an, ein Begriff, für den es keine konsistente öffentliche Definition gibt. Teils berichten Nutzer, dass es sich um abgespeckte Standard Combos handelt, bei denen Halterungen etc. fehlen.

Amazon Logo
Amazon
DJI Osmo Action 6 Standard-Combo, Action-Cam mit 1/1,1″-Quadratsensor, variable Blende von f/2,0-f/4,0, kältebeständig, 4 Std. Akku, Action-Cam 8K, ideal für das schnelle Festhalten spannender Momente
Bestpreis 370.99 € expert ecommerce
DJI Osmo Action 6 Standard Combo (CP.OS.00000505.03)
2. 370.99 € Kamera Express
3. 370.99 € Coolblue
4. 370.99 € galaxus

DJI verbaut in der Osmo Action 6 einen größeren Sensor als in den beiden Vorgängern. Was bringt dieser und welche Verbesserungen stecken noch in der neuen Actioncam von DJI?

Wir testen die Action 6 und vergleichen sie mit der Action 4 (169 Euro bei Amazon). Was hat sich innerhalb von zwei Generationen getan?

DJI Osmo Action 6 vorne vs Action 4 dahinter
DJI Osmo Action 6 vorne vs Action 4 dahinter

Specifications - Neuer Sensor

Der neue Sensor ist generell größer, allerdings nur in der Höhe, die effektiv genutzte Sensorfläche für 16:9-Aufnahmen ist leider nicht größer als beim Vorgänger. Dafür hat man beim "Open Gate"-Bild mehr Optionen in der Nachbearbeitung: Aus dem gleichen quadratischen Ausgangsmaterial kann man Videos in 16:9 horizontal, oder doch eher hochkant 9:16 für TikTok etc. erstellen - gut für Creator. Echtes Open Gate bekommen wir indes nicht, bei 4:3 ist Schluss.

Daneben verbaut DJI eine variable Blende, Actioncams haben sonst eher eine feste Blendenöffnung. Bei der Action 5 waren das 2,8, nun kann die Blende zwischen 2.0 und 4.0 variiert werden. Bekommen wir dadurch mehr Tiefenunschärfe oder zusammen mit dem Sensor eine bessere Low Light Performance?

Funktionen DJI Osmo Action 6
Sensor 1/1,1-Zoll CMOS
Objektiv Sichtfeld: 155°
Blende: f/2,0 bis f/4,0
Fokusbereich (bei Blende f/4,0): 0,2 m bis ∞
Max. Fotoauflösung 7168×5376
Video max 4K Benutzerdefiniert: 3840×3840 bei 24/25/30/48/50/60fps
4K (16:9): 3840×2160 bei 24/25/30/48/50/60/100/120fps
Max. Video-Bitrate 120 MBit/s (MP4 (HEVC))
Stabilisierung EIS:RockSteady 3.0, RockSteady 3.0+, HorizonBalancing, HorizonSteady
Speicher intern 64 GB (50 GB verfügbar), erweiterbar durch MicroSD
Audio-Aufzeichnung 48 kHz 16 Bit; AAC
Akku 1950 mAh (ca. 240 min bei FHD, 24 fps ohne Wi-Fi, ohne Screen)
Kabellose Übertragung Wi-Fi 2,4 GHz und 5 GHz; Bluetooth 5.1
Gewicht 149 g
Preis ab 379 Euro

Design & Verarbeitung - Minimal größer als die Action 4

Optisch sitzt an der Front jetzt unten ein Farbtemperatursensor. Zudem ist die Action 6 nun minimal größer als die Action 4 oder 5, was bedeutet, dass die alten Gehäuse nicht mehr passen dürften. Anderes Zubehör hingegen schon.

Neu gestaltet wurden die Öffnungsmechanismen der Klappen (Akku, USB-C): statt mit großem Kraftaufwand nach oben/unten zu drücken, ist der Mechanismus jetzt leichtgängiger. Damit er dennoch sicher verschließt, muss man nun erst nach rechts und dann nach oben/unten drücken, um eines der Fächer zu öffnen.

Achja: Die magnetischen Schnellverschlüsse funktionieren nun endlich in beide Richtungen!

Action 6 hinten ist minimal größer geworden
Action 6 hinten ist minimal größer geworden
Neue Verriegelung bei der Action 6 (links)
Neue Verriegelung bei der Action 6 (links)
Action 6 von vorne
Action 6 von vorne
Kein Gummirand mehr
Kein Gummirand mehr

Lieferumfang & Einrichtung - Koppeln mit der App ein Muss

Einige Combos (Bildquelle: Screenshot DJI Shop)
Einige Combos (Bildquelle: Screenshot DJI Shop)
Einiges Zubehör (Bildquelle: Screenshot DJI Shop)
Einiges Zubehör (Bildquelle: Screenshot DJI Shop)

Es gibt die Kamera in unzähligen Bundles mit verschiedenem Zubehör, einige sind auf dem Screenshot unten erkennbar.

Uns hat DJI einerseits das Adventure Combo mit 1,5 m langem Selfiestick, 3 Akkus und zugehörigem 3er-Ladegerät geschickt und andererseits noch diverse andere Accessoires. Darunter den Osmo-Action-Griff mit eingebautem Zusatzakku, ND-Filter sowie Macro- und Weitwinkellinse.

Bei der Ersteinrichtung steht zwingend eine Koppelung mit der App an. Danach kann man die App theoretisch ignorieren, praktisch blendet der Kamera-Screen bei jedem Start einen Hinweis ein, dass man sich doch bitte mit der App verbinden soll.

Adventure Combo plus weiteres Zubehör
Adventure Combo plus weiteres Zubehör
Alles ausgepackt
Alles ausgepackt
5x kann man skippen, danach ist die Kamera nicht nutzbar
5x kann man skippen, danach ist die Kamera nicht nutzbar
Nachricht kommt bei jedem Start ohne App-Verbindung
Nachricht kommt bei jedem Start ohne App-Verbindung

Praxistest - Gute Stabilisierung

Wir schnappen uns das Rad, schnallen die Action 6 darauf (ohne Schock-Absorber), fahren zum Humboldt-Flackturm, rennen die Treppen hoch- und runter, versuchen uns an ein paar kleineren Parkoureinlagen auf einem Innenhof-Spielplatz - die übliche Morgenroutine für alle Notebookcheck-Redakteure also.

Dazu zeigen wir ein paar Nachtaufnahmen sowie Vergleiche zur Action 4 im Video oben.

Allgemeine Bildqualität

Bei höherer Blendenzahl (4.0) nimmt die Fokusdistanz ab, man kann also näher an Objekte heran - gut für Vlogs mit ausgestrecktem Arm.

Bei dunklem (November-) Wetter kann man in den Bildern durchaus etwas Rauschen erkennen, ja nachdem wie sehr die Kamera den dunklen Vordergrund aufhellen muss. Dennoch ist auch in solchen Situationen das Rauschen geringer als bei der Action 4. Riesig ist der Unterschied aber nicht. Generell scheint das Bild aber etwas heller auszufallen als beim Vor-Vorgänger.

Wird es heller und weniger kontrastreich zwischen Vor- und Hintergrund so ist das Bild der kleinen Kamera wirklich sehr gut.

Viel Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund...
Viel Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund...
...ergibt Bildrauschen
...ergibt Bildrauschen
Action 6: Mehr Licht, weniger Rauschen
Action 6: Mehr Licht, weniger Rauschen
Action 4: Rauscht hier minimal mehr
Action 4: Rauscht hier minimal mehr
Action 6
Action 6
Action 4
Action 4
Action 6
Action 6
Action 6
Action 6

Stabilisierung

Die Stabilisierung handheld funktioniert ausgezeichnet. Selbst beim Rennen und Springen bleibt die Kamera recht ruhig und wir erkennen klar eine Verbesserung gegenüber der Action 4, die mehr "Jitter" produziert.

Lediglich auf dem ungefederten, harten Radlenker montiert, produziert die Kamera Jitter. Im Video oben sind viele Szenen enthalten, in denen die Kamera mit der Hand gehalten, per Brustkorbgurt oder am Rad montiert ist.

Low Light Performance

Der "Supernight"-Modus für Nachtaufnahmen hebt die Helligkeit nochmal spürbar an, dadurch können die Bilder teils aber nochmal etwas "vermatschter" wirken. Generell hält sich die Zunahme an Rauschen gegenüber dem Normalmodus aber in Grenzen.

Im Normalmodus wiederum können wir kaum Unterschiede zur Action 4 erkennen, hier wirkt das Bild sogar einen Tick schärfer.

Action 6: Video-Modus
Action 6: Video-Modus
Action 4
Action 4
Action 6: Nightsight-Modus
Action 6: Nightsight-Modus

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

static version load dynamic
Die Kommentare zum Artikel werden geladen
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > Tests > Sonstige Tests > Mehr Sensor, mehr Blende, mehr Möglichkeiten? Unser Test der DJI Osmo Action 6
Autor: Christian Hintze,  5.12.2025 (Update:  2.01.2026)