
Smartphone-Gimbal mit Selfiestick und KI-Kamera-Modul - Hohem iSteady V3 Ultra im Test
Coole Module.
Kompakter Gimbal, Selfiestick, Licht, Gestensteuerung, Kamera zur KI-Motivverfolgung und abnehmbare Touchscreen-Fernbedienung in einem - das alles bietet der iSteady V3 Ultra von Hohem für aktuell rund 150 Euro. Wir testen was er taugt.Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Testfazit - Ragt aus der "Gimbalmasse" heraus
Smartphone-Gimbals gibt es viele - aber das modulare Design des Hohem iSteady V3 Ultra mit Licht/Kameramodul und abnehmbarer Touchscreen-Fernbedienung ist doch außergewöhnlich und lassen den Hohem-Gimbal positiv aus der Masse herausstechen. Durch die Extrakamera gelingt die KI-Motivverfolgung sehr gut, was ungemein praktisch ist, wenn man selber vor statt hinter der Kamera stehen möchte.
Leichte Kritik gibt es für das nicht ideale vertikale Locking und die fehlerhaften App. Aber das sind Randnotizen, denn auch ohne App funktioniert der Gimbal in den allermeisten Situationen wunderbar.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Beim Hersteller kostet der Gimbal €189. Preiswerter bekommt man ihn derzeit auf Amazon, nämlich für €151,20.
Seien wir ehrlich: Smartphone-Gimbals sind eine tolle Sache, in der Praxis für den Normalkonsumenten dann aber doch meist viel zu klobig und schwer, um sie mit in den Urlaub oder sonstwohin mitzunehmen. Einen Selfiestick packt man vielleicht gerade so noch mit ein, aber einen Gimbal?
Vorhang auf für den faltbaren Hohem iSteady V3 Ultra, der quasi Selfiestick und Gimbal in einem recht handlich-kleinen Gerät vereint. Und das ist nicht einmal sein bestes Verkaufsargument, denn der Hohem-Gimbal hat noch ein paar weitere Asse im Ärmel!
Specifications
| Bezeichnung | Hohem iSteady V3 Ultra |
| Traglast | 400 g |
| Selfiestick | Länge: 205 mm |
| Akku | 1550 mAh; Ladezeit ca. 2,5 Stunden |
| Betriebsdauer | ca. 9 Stunden (ausbalanciert und stationär) ca. 4 Stunden (Nutzung von KI-Tracking und Fülllicht) |
| Gewicht | 428 g |
| Licht mit KI-Kamera | 2 MP; 14 g; 110 Lux @ 0,5 m 6500 K (Kaltlicht), 5000 K (Neutrallicht), 2700 K (Warmlicht) |
| Touchscreen-Fernbedienung | 16 g; 1,22 Zoll Full Colour; 140 mAh Akku (55 ,im); Gesten/Erkennung bis 10 m |
| Preis | €189,00 UVP (151,20 Euro auf Amazon) |
Denn noch interessanter sind die 2 magnetisch haftenden, abnehmbaren Module: Das Licht inklusive Tracking-Kamera (nach vorne oder hinten umsetzbar) und die Fernbedienung samt Touchscreen, die dank der Kameraeinheit Gesten, Gesichter und Objekte per KI tracken kann.
Einen abnehmbaren Fernauslöser hat man ja bei einige Selfiesticks (weniger bei Gimbals), bei diesem hier kann man nicht nur auslösen, sondern per Touchscreen ein Objekt oder das eigene Gesicht vollautomatisch mitverfolgen lassen, auch wenn man den Gimbal abstellt.
Ergonomie und Bedienung - KI-Tracking via Kameramodul
An der Unterseite gibt es drei dünne, ausfahrbare Metallbeine zum Hinstellen sowie ein Gewinde für ein Stativ.
Zusammengeklappt ist der Gimbal zum Glück recht klein, mit über 400 g allerdings auch nicht ganz leicht. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, macht jedoch, auch durch das Gewicht, einen wertigen Eindruck.
Der Griff liegt gut in der Hand, bei sehr großen Händen können diese minimal mit der Fernbedienung ins Gehege kommen. Der hintere Trigger (Tracking, Aurichtung) lässt sich gut mit dem Zeigefinger erreichen, das Drehrad links (Licht) deckt der Daumen gut ab. Die Fernbedienung, sofern sie im Gimbal sitzt, ist weniger bequem erreichbar. Hierfür zieht man eher die zweite Hand zu Hilfe. Für eine einhändige Bedienung mit der Traghand sitzen die Bedienelemente etwas zu tief und zu weit weg von der Fingerposition.
Die Steuerung ist über die diversen physischen Buttons ansonsten gut durchdacht und eingänglich. Gestensteuerung wird ebenfalls unterstützt.
Hohem Joy App - Schlechte Bewertungen, zum Glück optional
Im Google Play Store präsentiert sich die Hohem Joy App mit erschreckenden 2,5 Sternen Nutzerbewertung. Kritisiert werden u.a. die Videoqualität (Ruckler, Belichtungsänderungen), Abstürze, fehlende Anleitung und Verbindungsprobleme. Fazit der Nutzer: Toller Gimbal, aber katastrophale App.
Glücklicherweise kann man die meisten Einstellungen über die funktionsreiche Touch-Fernbedienung vornehmen, sodass die App optional bleibt. Wir hatten immerhin keine Abstürze.
Praxistest - Ruhige Kameraführung mit leichter Schwäche
Zeit für ein paar Testaufnahmen. In der Fernbedienung wählt man die Achsenmodi, um bspw. horizontale Schwenks zu erlauben, vertikale aber möglichst nicht. Oder man lockt den Gimbal auf ein unbewegtes Motiv, dann sollte das Motiv auch bei Gimbalbewegungen immer fest im Kamerabild bleiben. Eine farbige LED an der Kamera/dem Licht zeigt den Trackingstatus an (grün=ja, rot=nein).
Während Achsen-Locking horizontal gut funktioniert, hat man auf der vertikalen Achse deutlich weniger Bewegungsfreiheit. Kippt man hier nur ein wenig zu stark nach oben oder unten, so kippen der Gimbal und folglich das Bild schnell mit, auch im All Lock Mode. Man sollte hier also auf eine möglichst aufrechte Haltung des Gimbals achten, er mag es weniger das Smartphone vor sich her zu schieben.
Ein paar Probleme gibt es auch wenn man den Gimbal vertikal bewegt, also von unten nach oben oder umgekehrt. Dann verliert die KI-Verfolgung das Motiv schnell aus dem Blick, vor allem natürlich bei schnelleren Bewegungen.
Ganz perfekt ist das System auch wegen der externen Kamera nicht. Da die Kamera nicht genau an der gleichen Stelle wie die Smartphonekamera sitzt, ergeben sich Verschiebungen, sodass das Motiv bspw. nicht immer mittig in der Kamera-App erscheint. Man sieht eben nicht das exakt gleiche Bild wie auf der Smartphonekamera. Das lässt sich durch den Joystick zwar ausgleichen, es kann aber vorkommen, dass man diese Anpassung mehrfach vornehmen muss, vor allem wenn der Gimbal das Motiv kurzzeitig verliert und wieder einfängt. Zudem ist die Ersteinstellung schwierig, wenn man bspw. sich selbst mit der Hauptkamera filmt und den Smartphonebildschirm nicht sieht.
Aber all das ist Kritik auf hohem Niveau. Insgesamt ist das Tracking-System schon super praktisch, vor allem, da es die Schwenks zur Motivverfolgung auch relativ sanft vornimmt und nicht etwa ruckartig. Zusätzlich gibt es einen Sportmodus, bei dem die Verfolgungsgeschwindigkeit erhöht wird. Ein paar Testbewegungen haben wir im Video festgehalten:
Zusammenfassung
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.




































