„Erster 95-Minuten-KI-Film“ mit Skateboards, Dämonen und viel Kritik im Netz

Für Film- und Serienfans dürfte es eine seltsame Vorstellung sein, dass menschliche Schauspieler künftig zunehmend von Künstlicher Intelligenz ersetzt werden. Einen Vorgeschmack darauf, wie sich ein komplett von KI gemachter Live-Action-Film anfühlt, gibt der Action-Streifen Hell Grind von Higgsfield AI. Das KI-Unternehmen aus den USA vermarktet das Projekt als Showcase für die eigene KI-Videoplattform.
Der Film soll von einem kleinen Team in zwei Wochen und mit einem Budget von nur 500.000 US-Dollar erstellt worden sein und wird auf Instagram als „erster 95-minütiger KI-Film“ beworben. Zum Einsatz kam Soodance 2.0 – das KI-Videomodell von TikTok-Mutternkonzern ByteDance, welche Higgsfield AI auf der eigenen Website anbietet.
Die Handlung klingt recht absurd, scheint mithilfe von Künstlicher Intelligenz aber leicht umsetzbar zu sein: Vier skateboardende ehemalige Waisenkinder geraten in einen Kampf gegen eine interdimensionale dämonische Bedrohung. Dabei gibt es jede Menge Action und visuelle Effekte. Auf Reddit und YouTube fallen erste Reaktionen jedoch überwiegend negativ aus.
Positive Stimmen erkennen an, dass sich die Technik verbessert hat – und dass es durchaus bemerkenswert ist, wie konsistent Charaktere und Schauplätze umgesetzt wurden. Gegenüber dem Film selbst äußern sich Zuschauer allerdings mehrheitlich kritisch und bemängeln die künstliche Optik, abgehackte Schnitte, eine schwache Story und fehlende emotionale Tiefe. Als Film überzeugt Hell Grind bislang kaum, als KI-Demo hingegen schon.
Bislang nur die ersten 20 Minuten online, Episode 2 nach Anmeldung trotzdem nicht verfügbar
Komplett anschauen kann man Hell Grind aktuell noch nicht. Higgsfield veröffentlicht den Film in Episoden, was die Vermarktung als „ersten 95-minütigen KI-Film“ infrage stellt. Praktisch handelt es sich um eine Mini-Serie. Episode 1 hat rund 22 Minuten und ist auf YouTube und der offiziellen Higgsfield-Website zu sehen.
Für Episode 2 soll man sich dann auf der Website registrieren. Dabei müssen Nutzer auch Fragen dazu beantworten, wofür sie den Dienst verwenden möchten – etwa für Video- oder Bildbearbeitung. Nach der Registrierung landet man zwar wieder im Serienbereich, Episode 2 ist dort aber weiterhin nicht abrufbar. Stattdessen lässt sich lediglich eine Benachrichtigung aktivieren, sobald die nächste Folge verfügbar ist. Damit scheint der Film vor allem eines zu sein: ein Marketingtrichter für die eigene KI-Plattform. Wann Episode 2 kommt, ist bislang unbekannt.










