Während das Verbrenneraus in der EU wackelt, nimmt Norwegen eine Vorreiterrolle bei der E-Mobilität ein. In dem Land wurden im letzten Jahr fast ausschließlich Elektroautos zugelassen. 96 Prozent aller Neufahrzeuge in Norwegen fahren rein elektrisch. Im Dezember waren sogar 98 Prozent aller Neuzulassungen in dem skandinavischen Land Elektroautos.
Die hohe Nachfrage in Norwegen lässt sich vor allem durch das konsequente „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Prinzip der Regierung erklären. Während Elektroautos durch Steuerbefreiungen und geringere Abgaben massiv gefördert werden, sind Verbrenner durch hohe Steuern oft so teuer, dass sie wirtschaftlich kaum noch Sinn ergeben. Ein besonderer Treiber im vergangenen Jahr war zudem die angekündigte Steuererhöhung für 2026, die zu einem regelrechten Ansturm auf Neuzulassungen noch vor dem Jahreswechsel führte. Ab diesem Jahr sind nur noch Elektroautos bis zu einer Preisgrenze von 300.000 norwegischen Kronen (rund 25.000 Euro) mehrwertsteuerbefreit.
Neben den Steuererleichterungen für Elektroautos gibt es weitere Gründe, die in Norwegen für eine hohe Nachfrage nach Elektroautos sorgen. Norwegen gilt als Vorreiter mit einem der besten Ladenetze der Welt. Der Ausbau von Schnellladestationen wurde frühzeitig und flächendeckend vorangetrieben, sodass selbst in dünn besiedelten oder ländlichen Regionen eine zuverlässige Versorgung gewährleistet ist. Diese hohe Verfügbarkeit von Ladepunkten hat die Reichweitenangst weitestgehend eliminiert und ist neben den finanziellen Vorteilen der wichtigste Grund für die breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Zudem parken Elektrofahrzeuge in vielen Städten günstiger, die Maut für registrierte Elektrofahrzeuge fällt geringer aus und entfällt auf bestimmten Strecken ganz. Selbst Fähren bieten günstigere Überfahrten für Elektroautos.
Bei den neu zugelassenen Elektroautos führt Tesla die Liste der beliebtesten Marken in Norwegen zum fünften Mal in Folge an. Gefragt sind ebenfalls Volkswagen und Volvo. Auch chinesische Hersteller wie BYD sind auf dem Vormarsch und halten nun einen Marktanteil von knapp 14 Prozent. Der Erfolg liegt nicht nur an Förderungen, sondern auch daran, dass Autos mit Benzin- oder Dieselmotor durch hohe Steuern schlicht unrentabel gemacht werden. Wer keinen Spezialwagen braucht, greift eigentlich nur noch zum Stromer. Für 2026 wird erwartet, dass kompakte und günstigere Elektroautos wieder stärker in den Fokus rücken, da diese unter einer Preisgrenze von 300.000 Kronen weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit bleiben.











