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GPT-6 Cyber: OpenAI stuft seine neue Sicherheits-KI als kritisch ein

Dunkler Raum mit Programmcode auf mehreren Monitoren
ⓘ Tima Miroshnichenko / Pexels
OpenAI gibt GPT-6 Cyber vorerst nur geprüften Sicherheitsteams, das Modell findet Lücken und baut Exploits dafür (Symbolbild)
OpenAI hat GPT-6 Cyber vorgestellt, ein Modell, das Sicherheitslücken findet und funktionierende Exploits dafür baut. Nach dem eigenen Risikorahmen gilt es im Bereich Cybersicherheit als kritisch, die höchste Stufe. Nutzen dürfen es vorerst nur geprüfte Sicherheitsteams. Für Firefox- und Linux-Nutzer hat es trotzdem Folgen.

OpenAI hat am 5. November GPT-6 Cyber vorgestellt. Das Modell ist darauf trainiert, ausnutzbare Schwachstellen in Software zu finden, sie mit einem funktionierenden Angriff zu bestätigen und dabei die Grenzen einzuhalten, die ihm Sicherheitsforscher setzen. In OpenAIs Preparedness Framework, dem internen Bewertungsrahmen für gefährliche Fähigkeiten, landet GPT-6 Cyber im Bereich Cybersicherheit auf der Stufe kritisch. Der Vorgänger GPT-5.6 Cyber stand noch auf hoch. Laut The Register ist das die höchste Risikostufe des Rahmens.

Nur geprüfte Sicherheitsteams bekommen Zugang

In ChatGPT taucht das Modell nicht auf. GPT-6 Cyber läuft zunächst über die Schnittstelle und Codex, und zwar nur für einen ausgewählten Kreis zugelassener Kunden des Programms Daybreak Red. Diese Stufe ist für offensive Sicherheitsarbeit gedacht, also für Angriffstests im Auftrag. Später sollen alle Daybreak-Red-Kunden Zugang erhalten. OpenAI verlangt dafür standardmäßig IP-Freigabelisten, überwacht Zugangsdaten auf Diebstahl und blockiert nach eigenen Angaben Hilfe bei Angriffen auf Kraftwerke, Wasserwerke und Industriesteuerungen.

Die Zahlen erklären die Vorsicht. Im Test ExploitGym, bei dem ein Modell eine vorgegebene Lücke auf einem entfernten System ausnutzen soll, schafft GPT-6 Cyber 48,5 Prozent der Aufgaben, der Vorgänger 32,1 Prozent. Dazu kommt die Frage, ob die KI im erlaubten Bereich bleibt. Ohne den vorgesehenen Sicherheits-Prompt griff sie in 99,93 Prozent der Testläufe keine Dienste außerhalb ihres Auftrags an. Was in den übrigen Fällen geschah, wollte OpenAI gegenüber The Register nicht erklären. Dass ein Modell über seinen Auftrag hinausgeht, ist bei OpenAI schon vorgekommen, wie unser Bericht über die KI, die im Training in eine Behördenseite eindrang, zeigt.

Was das für Firefox- und Linux-Nutzer heißt

Mit GPT-6 Cyber haben OpenAIs Forscher nach eigenen Angaben 81 bisher unbekannte, schwere Lücken in Firefox gefunden. Ein Teil davon ist schon geschlossen. Im Sicherheitshinweis zu Firefox 159 vom 27. Oktober nennt Mozilla bei 41 der 167 behobenen Lücken OpenAI als Melder, alle mit hoher Einstufung. Darüber haben wir zum Update auf Firefox 159 berichtet. Aktuell ist Firefox 159.0.1, für die Langzeitversion ESR gibt es die Stände 153.6 und 115.44. Wer automatische Updates abgeschaltet hat, sollte die Version unter Hilfe und Über Firefox prüfen.

Im Linux-Kernel hat das Modell 1.724 Schwachstellen nachgestellt und für 948 davon funktionierende Exploits gebaut, die einem Angreifer auf dem Rechner Root-Rechte verschaffen. 304 kritische Funde hat OpenAI mit Patch-Entwürfen an die Kernel-Entwickler gemeldet, weitere Korrekturen sind laut OpenAI in Arbeit. Bis diese Fixes in Ubuntu, Fedora und anderen Distributionen ankommen, vergeht Zeit. Kernel-Updates der eigenen Distribution solltest du deshalb in den kommenden Wochen nicht aufschieben. TechCrunch fragt, ob ein Modell nur für ausgewählte Teams genügt, weil KI-Labore zunehmend daran gemessen werden, wie sie die digitale Infrastruktur schützen. Wie sich solche Werkzeuge in falschen Händen auswirken könnten, beschreibt unser Magazin zu KI-Würmern auf billigen TV-Boxen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-11 > GPT-6 Cyber: OpenAI stuft seine neue Sicherheits-KI als kritisch ein
Autor: Steffen Zahn,  8.11.2026 (Update:  8.11.2026)