Google schließt 124 Android-Lücken, eine wird aktiv ausgenutzt

Das Juni-Sicherheitsupdate für Android gehört zu den größten dieses Jahres. Insgesamt schließt es 124 Schwachstellen. Eine davon ist besonders heikel, weil Angreifer sie bereits aktiv ausnutzen. Wer ein Android-Smartphone nutzt, sollte den Patch-Stand prüfen und das Update einspielen, sobald es verfügbar ist.
Eine Lücke wird bereits ausgenutzt
Die kritische Schwachstelle trägt die Kennung CVE-2025-48595 und steckt im Android-Framework, also tief im Betriebssystem. Sie erlaubt es einem Angreifer, sich auf dem Gerät höhere Rechte zu verschaffen, und das ohne Zutun des Nutzers. Google spricht von Hinweisen auf gezielte Angriffe in begrenztem Umfang. Wer dahintersteckt und wie die Lücke genau missbraucht wird, teilt das Unternehmen nicht mit. Betroffen sind Geräte mit Android 14, 15, 16 und Android 16 QPR2.
Was sonst im Update steckt
Neben dem aktiv ausgenutzten Fehler stopft Google 123 weitere Lücken. Das Update kommt in zwei Stufen. Der Patch-Stand 1. Juni 2026 deckt die Kernkomponenten von Android ab, darunter 18 als kritisch eingestufte Schwachstellen. Der Patch-Stand 5. Juni 2026 enthält zusätzlich Korrekturen für den Kernel und für Treiber der Chiphersteller, etwa von Qualcomm und MediaTek. Für den Schutz reicht es, wenn dein Gerät einen dieser beiden Stände erreicht.
Warum viele Geräte noch ungeschützt sind
Ob und wann das Update ankommt, hängt stark vom Hersteller ab. Pixel-Geräte von Google sind meist zuerst dran, allerdings in einer gestaffelten Verteilung. Aktuelle Galaxy-Modelle von Samsung bekommen den Patch oft binnen weniger Tage. Bei einem günstigen Mittelklasse-Handy, das schon zwei Jahre auf dem Buckel hat, kann es dagegen Wochen dauern. Genau deshalb haben viele Nutzer das Update bisher nicht installiert, obwohl es für ihr Gerät schon bereitsteht.
So prüfst du deinen Patch-Stand
Den Sicherheitsstand deines Geräts findest du in den Einstellungen. Öffne Einstellungen, dann Sicherheit und Datenschutz, dann System und Updates. Dort steht unter Sicherheitsupdate ein Datum. Zeigt es den 1. Juni 2026 oder den 5. Juni 2026, bist du auf dem aktuellen Stand. Steht dort ein älteres Datum, suche im selben Menü nach Updates und installiere, was angeboten wird. Bei manchen Herstellern heißen die Menüpunkte etwas anders, das Prinzip bleibt aber gleich.
Ein Update kostet ein paar Minuten. Angesichts einer Lücke, die bereits ausgenutzt wird, ist das gut investierte Zeit.



