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Googles kleine Welt: Importe aus dem Google Store werden wieder mal storniert

Europa als einheitlicher Markt? Aber nicht für Google, die nicht mal österreichische Kreditkarten akzeptieren oder an Weiterleitungsadressen in Deutschland schicken. (Bild: Der Standard)
Europa als einheitlicher Markt? Aber nicht für Google, die nicht mal österreichische Kreditkarten akzeptieren oder an Weiterleitungsadressen in Deutschland schicken. (Bild: Der Standard)
Google als direkten Apple-Konkurrenten zu begreifen liegt nahe, doch in Sachen Hardware können die Pixel-Hersteller in keinster Weise mit der Professionalität der iPhone-Macher mithalten. Das zeigt sich nicht nur bei der Hardware selbst, auch in Sachen Logistik zieht Google seit Jahren Kritik auf sich. Aktuell verstößt der deutsche Google-Store mal wieder gegen die Anti-Geoblocking-Verordnung der EU und der Support hat offenbar keine Ahnung von der Rechtslage.
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Manchmal fragt man sich ja, wie es möglich ist, dass ein internationaler Riesenkonzern wie Google es seit Jahren nicht schafft, seine Produkte weltweit an Mann oder Frau zu bringen. Wir haben bereits anlässlich der Kritikwelle zum Pixel 4 Launch einmal mehr darauf hingewiesen, dass Google Nachbarländer Deutschlands, konkret die Schweiz und Österreich, wieder mal gekonnt ignoriert, auch das aktuelle Pixel 4a wird Google gerade mal in 13 (!) Ländern weltweit ausliefern, Googles Hardware-Welt besteht also nur aus sehr wenigen Ländern.

Als wäre das nicht schon peinlich genug, scheint es auch immer wieder zu Problemen mit Importen aus ausländischen Google Stores zu kommen. Schon Ende 2018 beschwerte sich die österreichische Tageszeitung DerStandard mit Recht darüber, dass Google gegen die ohnehin extrem aufgeweichten Anti-Geoblocking-Verordnungen der EU verstößt, die es explizit erlauben, Weiterleitungsadressen wie etwa von Logoix zu nutzen, um in einem anderen EU-Land einzukaufen, wenn der Händler nicht selbst in alle EU-Länder liefern will.

Google: Kleine Welt und Rechtsverstoß beim Import

Diese unerträgliche Ignoranz des Google-Konzerns scheint nun wieder fröhliche Urständ zu feiern. Mehrere Twitter-User berichten aktuell, dass es ihnen unmöglich gemacht wird, aus dem deutschen Google Store zu bestellen und zwar nicht nur wenn Paketweiterleitungsdienste genutzt werden, sondern auch wenn an eine reguläre Adresse in Deutschland geschickt werden soll, bei der Kreditkarte aber eine österreichische Adresse hinterlegt ist. Wie Andreas Proschofsky, Redakteur beim Standard, erwähnt, scheint der Google-Support keine Ahnung von der Rechtslage zu haben - es könnte sich aktuelle allerdings möglicherweise "nur" um Probleme bei einer Store-Umstellung handeln. 

In jedem Fall ist es peinlich, was der riesige Weltkonzern im österreichischen und Schweizer Google Store so anzubieten hat beziehungsweise was nicht. Abgesehen von einigen wenigen Nest- und Chromecast-Produkten ist die virtuelle Auslage leer. Keine Pixel Buds, kein Pixel Phone. Umso unverständlicher, wenn den leidgeprüften Google-Fans dann sogar beim Import noch Steine in den Weg gelegt werden. Eigentlich ist dieser länderspezifische Ansatz Googles ohnehin überholt. Andere Hersteller, oft deutlich kleinere als Google , fassen Länder einer Region schon lange zusammen, in Europa würde sich etwa ein einheitlicher EU-Store für alle Länder der Union anbieten. 

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Autor: Alexander Fagot, 30.08.2020 (Update: 30.08.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.