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HP: Steht WebOS vor dem Verkauf?

Das erst im April 2010 von Palm übernommene Betriebssystem WebOS könnte schon in den nächsten Monaten verkauft werden. Der kurze Exkurs dürfte HP allerdings hunderte Millionen US-Dollar gekostet haben.
Till Schönborn,

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters steht Hewlett-Packard kurz vor einem Verkauf seines Betriebssystems für Smartphones und Tablet-PCs. HP hatte WebOS erst im April 2010 mit der Übernahme von Palm für 1,2 Milliarden US-Dollar erworben.

Unter Hilfe der Investmentbank Merrill Lynch, einer Tochter der Bank of America, verhandelt das Unternehmen bereits mit einer Reihe von Interessenten. Sowohl Amazon, RIM, IBM, Oracle und Intel werden als mögliche Käufer gehandelt. Diese könnten vor allem das umfangreiche Patent-Portfolio im Blick haben, das immer mehr auch als Druckmittel in Rechtsstreitigkeiten an Bedeutung gewinnt. Der Verkaufserlös dürfte allerdings mehrere hundert Millionen US-Dollar unter dem ursprünglichen Kaufpreis liegen, da HP im vergangenen Jahr kaum Entwicklungsressourcen in das Betriebssystem investiert hat. Das Abenteuer WebOS könnte für HP somit ein kurzer, aber finanziell äußerst schmerzhafter Ausflug mit noch unbekannten Kosten gewesen sein.

Noch ist die Entscheidung über einen Verkauf nicht endgültig in trockenen Tüchern. HP's neuer CEO Meg Whitman ließ in einem Interview verlauten, dass auch eine Rückkehr auf den Markt mit neuen WebOS-Geräten nicht ausgeschlossen sei. Erst kürzlich hatte das Unternehmen die Pläne seines früheren Konzernchefs Léo Apotheker revidiert, sich vollständig von der PC-Sparte zu trennen. 

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Autor: Till Schönborn,  8.11.2011 (Update:  9.07.2012)
Till Schönborn
Till Schönborn - Managing Editor Business
Freude am Schreiben und die Faszination für (mobile) Technik brachten mich im Herbst 2011 zu Notebookcheck. Neben unzähligen Notebook-Tests und Newsmeldungen habe ich seitdem eine Reihe technischer Hintergrundartikel zu CPU- und GPU-Architekturen verfasst und betreue zudem unsere Hardware-Datenbank. Seit Anfang 2014 leite ich den Bereich der Premium-Business-Notebooks, fühle mich aber auch im Smartphone- oder Tablet-Segment zu Hause – das gespannte "Kribbeln" beim Testen neuer Hardware ist auch nach vielen Jahren noch nicht verflogen. Die schmale Freizeit zwischen Studium und Job wird zumeist fernab jeglicher Elektronik in der Natur verbracht.