Ein Weißer Zwerg ist ein dichter Sternkern, der zurückbleibt, nachdem ein Stern seinen nuklearen Brennstoff verbraucht hat und kollabiert ist. Er hat typischerweise die Größe der Erde. Die meisten Weißen Zwerge entstehen aus einem einzigen Stern. Es gibt jedoch auch seltene Arten von Weißen Zwergen, die durch die Verschmelzung eines Weißen Zwergs mit einem anderen Stern entstehen. Diese Typen sind so selten, dass bisher nur sechs Exemplare entdeckt wurden.
Ein internationales Team von Astronomen hat nun einen weiteren Überrest einer Weiße-Zwerg-Verschmelzung entdeckt: WD 0525+526 – den siebten seiner Art. Für diese Entdeckung nutzte das Team den Cosmic Origins Spectrograph des Hubble-Weltraumteleskops, der Untersuchungen im ultravioletten Licht ermöglicht. Mit einer Temperatur von fast 20.500 °C (37.000 °F) und einer Masse von 1,2 Sonnenmassen ist WD 0525+526 sowohl heißer als auch massereicher als die anderen Überreste von Verschmelzungen seiner Klasse.
Wissenschaftler können erkennen, dass ein Weißer Zwerg das Ergebnis einer stellaren Verschmelzung ist, wenn sie Kohlenstoff in seiner Atmosphäre nachweisen können. Diese Beobachtung ist normalerweise im optischen Licht nachweisbar. Dies erwies sich bei WD 0525+526 jedoch als schwierig, da er zu heiß ist, um den Kohlenstoff in ausreichender Menge nachzuweisen.
Erste Beobachtungen im sichtbaren Licht deuteten daher darauf hin, dass es sich bei WD 0525+526 um einen „normalen“ Weißen Zwerg handelt. Da das Hubble-Teleskop jedoch eine andere Herkunft für WD 0525+526 offenbart hat, stellen sich die Wissenschaftler die Frage, wie viele „normale“ Weiße Zwerge in Wirklichkeit getarnte Überreste von Verschmelzungen sein könnten.
Wir möchten unsere Forschung zu diesem Thema ausweiten, indem wir untersuchen, wie häufig kohlenstoffreiche Weiße Zwerge unter ähnlichen Weißen Zwergen vorkommen und wie viele stellare Verschmelzungen sich unter normalen Weißen Zwergen verbergen. Dies wird unser Verständnis von Doppelsternsystemen mit Weißen Zwergen und von Supernova-Explosionen entscheidend vorantreiben. – Antoine Bedard, Co-Leiter der Studie von der University of Warwick










