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KI-Slop gewinnt den Kampf um das Internet

Die Google-Suche hat seit ihren Anfängen stark gewandelt, zum Besseren und Schlechteren
ⓘ Anubhav Sharma/Notebookcheck
Die Google-Suche hat seit ihren Anfängen stark gewandelt, zum Besseren und Schlechteren
Heutzutage ist ein großer Teil neuer Webseiten KI-generiert, was die Suche nach authentischen Hardware-Benchmarks schwieriger denn je macht. Diese Flut automatisch erzeugter Inhalte spricht für eine Rückkehr zu Whitelists und verifizierten Quellen.
Kommentar von Anubhav Sharma
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Man kann wohl sagen, dass das Internet einen Wendepunkt erreicht hat, an dem das Auffinden einer menschlichen Stimme zunehmend zu einer eigenen Fähigkeit wird. Stand 2026 sehen Branchenexperten und Berichte von Europol ihre Prognosen bestätigt: Bis zu 90 Prozent aller neuen Webinhalte, von Produktbewertungen bis zu Eilmeldungen, bestehen inzwischen aus KI-generiertem "Slop". Gemeint sind dabei keine hochwertigen synthetischen Daten für Forschungszwecke, sondern mit geringem Aufwand erzeugte, ungeprüfte und oft halluzinierte Füllinhalte, die von autonomen Agenten erstellt werden, um Suchmaschinenalgorithmen gezielt auszunutzen. Für den durchschnittlichen Nutzer gleicht die Startseite des Internets inzwischen einem Spiegellabyrinth, in dem die "besten" Ergebnisse oft nur die am effektivsten automatisierten sind.

Hinzu kommt, dass das derzeitige Versagen großer Suchmaschinen bei der Eindämmung solcher Inhalte durchaus messbar ist. Eine Langzeitstudie der Universität Leipzig und der Bauhaus-Universität Weimar kam zu dem Ergebnis, dass Suchmaschinen das Wettrüsten gegen SEO-Spam verlieren, was zu dem von Gartner bis 2026 prognostizierten Rückgang des klassischen Suchvolumens um 25 Prozent beiträgt. Mit den jüngsten Algorithmus-Updates versucht Google zwar, "EEAT" (also Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness) stärker zu gewichten, doch KI-gesteuerte SEO-Farmen haben diesen Mechanismus bereits durchschaut, unterstützt von agentischen LLMs, die menschlichen Tonfall nachahmen und sogar Qualifikationen erfinden können. Entstanden ist damit ein Kreislauf, in dem KI die Inhalte erzeugt, KI die SEO optimiert und KI-gestützte Crawler diese Inhalte indexieren. Der Mensch wird dabei vollständig aus dem Prozess verdrängt.

So funktioniert C2PA
ⓘ C2PA
So funktioniert C2PA
Die New York Times hat vor Kurzem einen leitenden Autoren entlassen, der KI zum Verfassen von Buchrezensionen eingesetzt hatte
ⓘ The Guardian
Die New York Times hat vor Kurzem einen leitenden Autoren entlassen, der KI zum Verfassen von Buchrezensionen eingesetzt hatte

"Die Beschleunigung ist so enorm, dass diese Tools, die uns Anfang 2023 noch schockiert und beeindruckt haben, bis zum Jahresende fast schon altmodisch wirken werden, weil ihre Features so rasant zunehmen werden." Diese Worte stammen von Nina Schick aus dem Jahr 2023 und haben heute mehr Gewicht denn je. Nina Schick gilt als führende Autorin und Beraterin im Bereich generativer KI.

Im Jahr 2026 liegt der Wert einer Information nicht mehr in ihrer Zugänglichkeit, sondern in ihrer Herkunft. Wenn sich die digitale Herkunftskette nicht nachvollziehen lässt, muss davon ausgegangen werden, dass der Inhalt synthetisch ist. Deswegen wurden die C2PA-Standards für Content Provenance and Authenticity geschaffen, die inzwischen in die CMS-Systeme großer Technologiepublikationen integriert werden. Ähnlich wie der frühere "blaue Haken" auf Plattformen wie X/Twitter, liefert C2PA ein Siegel, das einen Artikel vom menschlich bedienten Keyboard bis zur final veröffentlichten Seite nachverfolgbar macht.

Für Leser von Webseiten wie unserer und natürlich auch anderer hat diese "Slop"-Krise direkte finanzielle Folgen. Wer nach ausführlichen Benchmarks oder Langzeiterfahrungen zu Laptops wie MacBook-Pro-Modellen oder zu Smartphones sucht, landet immer wieder bei KI-generierten Übersichten, die im Grunde nur Datenblätter zusammenfassen. Solche Artikel erfinden nicht selten Angaben zu Temperaturverhalten oder Akkulaufzeit auf Grundlage früherer Modelle, sodass Verbraucher am Ende tatsächlich 1000 Euro teure Fehlentscheidungen auf Basis von Daten treffen, die nie existiert haben. Der Aufpreis für von Menschen verfasste Inhalte wird damit zunehmend Realität. Einige angesehene, spezialisierte Webseiten wie Rtings setzen inzwischen auf "Verified Human"-Paywalls, um die hohen Kosten manueller Tests zu finanzieren, was angesichts des erheblichen Aufwands bei ihren Produkttests nachvollziehbar ist.

Sinnvoll ist es, der ersten Seite mit Ergebnissen nicht mehr automatisch zu vertrauen. Um diese Flut minderwertiger Inhalte zu umgehen, gehört der Wechsel zu einem "Whitelist"-Modell zu den wirksamsten Strategien. Dabei lässt sich eine eigene Liste vertrauenswürdiger, von Menschen gepflegter Quellen zusammenstellen, etwa über RSS-Feeds, spezialisierte Discord-Server oder direkte Lesezeichen, und der algorithmisch zusammengestellte Feed vollständig ausblenden. Gerade jetzt, da sich die Startseite des Internets grundlegend verändert, führt der verlässlichste Weg zu glaubwürdigen und präzisen Informationen direkt zu denjenigen, die die Hardware noch selbst in die Hand nehmen.

Passend dazu wurde vor Kurzem das Asus Zenbook A16 mit dem Snapdragon X2 Elite Extreme getestet. Weitere Informationen dazu sind hier zu finden.

Quelle(n)

Eigene, Yahoo Finance, The Guardian, C2PA, Cornell University, Gartner

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Autor: Anubhav Sharma,  8.04.2026 (Update:  8.04.2026)