Switch 2: Indie-Studio lobt leichten Zugang zu Dev-Kits – aber Nintendo fürchtet Billig-Spieleflut

Schon vor dem Marktstart der Handheld-Konsole im Juni 2025 machten Gerüchte über schwer erhältliche Dev-Kits für die Switch 2 die Runde. In einem aktuellen Interview bestätigt New-Blood-Interactive-CEO Dave Oshry nun, dass die Tools inzwischen leichter zugänglich sind. Weil Nintendo der Shovelware im eShop aber zunehmend überdrüssig ist, könnte das Unternehmen bestimmte Spiele in Entwicklung dennoch ablehnen.
Wie leicht sind Dev-Kits für die Switch 2 zu bekommen?
Nintendo Everything stieß auf einige bislang wenig beachtete Aussagen von Oshry im Gespräch mit RPG Site. Das Indie-Studio hinter Dusk und Blood West bereitet derzeit die Veröffentlichung seines plattformübergreifenden Dungeon-Crawlers vor. Zwar plant das Unternehmen, Dungeons of Dusk auch auf die Switch 2 zu bringen, sicher ist der Port bislang aber noch nicht.
Der CEO widerspricht der Darstellung, dass es schwierig sei, Dev-Kits von Nintendo zu erhalten. Wie er erklärt, unterscheide sich der Ablauf „nicht großartig von dem bei der Switch 1“. Ein Update des verlässlichen Leakers NateTheHate Ende 2025 stützte diese Einschätzung. Trotzdem dürften nicht alle Studios so viel Glück haben wie New Blood. Laut einem aktuellen Bericht von Arkaden hat Nintendo einigen Bewerbern bislang noch kein grünes Licht gegeben.
Mithilfe des Switch-2-Dev-Kits laufen die aktuellen Builds von Dungeons of Dusk offenbar vielversprechend und unterstützen sogar Maussteuerung. Dennoch ist der Freigabeprozess für das Indie-Spiel noch nicht abgeschlossen:
„Wir warten im Grunde nur noch darauf, dass Nintendo uns die Erlaubnis gibt, es tatsächlich zu veröffentlichen, weil das Unternehmen nach wie vor ziemlich vorsichtig damit ist, welche Spiele auf der Switch 2 erscheinen dürfen.“
Anschließend gewährt der New-Blood-Entwickler einen seltenen Einblick darin, wie Nintendo gegen Shovelware vorgeht:
„Sie wollen nicht, dass es wieder zu einem riesigen Müllhaufen wird, so wie beim eShop der Switch 1, der nach ein paar Jahren mit jeder Menge Shovelware überflutet war.“
Obwohl inzwischen mehr Third-Party-Spiele für die Switch 2 auftauchen, wählt Nintendo also weiterhin genau aus, wer Titel für die Handheld-Konsole veröffentlichen darf. Das Unternehmen hat zudem weitere Schritte unternommen, um den eShop übersichtlicher zu halten. So berichtete IGN im Juni 2025 über Änderungen am Store in einigen Regionen.
Die Seiten sortieren Spiele nun nicht mehr nach der Anzahl verkaufter Exemplare, sondern nach dem Umsatz der vergangenen drei Tage. Damit soll verhindert werden, dass billige, KI-generierte Nachahmerprodukte zu stark sichtbar werden. Käufer dürften außerdem auf weniger Bundles mit denselben Spielen stoßen und auf präzisere Beschreibungen.
Da bereits eine spielbare Steam-Demo zu Dungeons of Dusk verfügbar ist, würden die meisten Spieler den Titel wohl kaum als minderwertigen Ramsch bezeichnen. Trotzdem bleibt unklar, ob Besitzer der Switch 2 am Ende tatsächlich Zugriff auf das rundenbasierte Rollenspiel bekommen werden.












