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Kopfhöreranschluss am Smartphone: Warum das Entfernen dumm ist

Gerüchten zufolge will auch Apple dem Kopfhöreranschluss den Gar aus machen.
Gerüchten zufolge will auch Apple dem Kopfhöreranschluss den Gar aus machen.
LeEco und Lenovo haben es bereits gemacht, Apple soll es angeblich demnächst tun: den Kopfhöreranschluss wegrationalisieren. Warum das keine gute Idee ist, hat das amerikanische Online-Magazin "The Verge" zusammengefasst.

LeEco, der chinesische Medienkonzern hat ihn bei seiner diesjährigen Le 2-Serie bereits weggelassen, Motorola beim Moto Z ebenfalls. Intel wirbt ganz offen für USB Type-C als Ersatz für den Kopfhöreranschluss, selbst im Notebook. Spätestens wenn Apple das iPhone 7 ohne Klinkenbuchse auf den Markt bringt, wird dem traditionellen Kopfhöreranschluss wohl endgültig der Gar aus gemacht. Warum das, laut The Verge, dumm und dem Kunden gegenüber feindselig ist, hat das Magazin in sechs Punkten zusammengefasst:

1. DRM

Digital Audio bis zum Kopfhörer könnte uns zu Sklaven der Content-Industrie machen und Digital Rights Management (DRM) im Audiobereich wieder populär machen, nachdem es vor einigen Jahren größtenteils abgeschafft wurde. The Verge sieht dunkle Zeiten auf uns zukommen, sofern die Industrie festlegen könnte welches Musikstück auf welchem Gerät wie oft wiedergegeben werden darf.

2. Wireless ist kein adäquater Ersatz

Bluetooth und verwandte Technologien funktionieren teilweise, wären aber bisher weder qualitativ noch im Handling adäquater Ersatz für Kabel. Abgesehen von der Notwendigkeit, ein weiteres Gerät zu laden, würden Aussetzer, Fehlfunktionen und qualitative Einschränkungen nach wie vor oft gegen Wireless-Kopfhörer oder Lautsprecher sprechen.

3. Adapter sind nicht cool

Mit einem Bild eines MacBook-Nutzers der sein iPhone über zwei Adapter und mehrere Kabel lädt (siehe unten), will The Verge demonstrieren, dass Adapter nicht cool sind, schon gar nicht wenn man mehrere davon braucht. Wir werden den Tag verfluchen, an dem Apple das iPhone 1 mm dünner gemacht hat, sobald wir gleichzeitig Musik hören und unser iPhone laden wollen.

4. Erschwerter Zugang

Einen gut funktionierenden, etablierten Standard wegzulassen und durch etwas modernes wie USB-C oder Lightning-Port zu ersetzen wird vielen den Zugang erschweren. Dongles oder neue Kopfhörer kosten Geld und agieren daher als zusätzliche Barriere. Argumente, dass dadurch die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Staub verbessert würde, seien nicht korrekt, es gibt genügend Beispiele für wasserdichte Smartphones mit Klinkenbuchse.

5. Inkompatibilität zwischen Android und iOS

Kopfhörer und anderes Audio-Zubehör zwischen Android- und iOS-Geräten inkompatibel zu machen, nennt "The Verge" schlicht dumm und unglaublich arrogant.

6. Niemand will das wirklich

Last but not least argumentiert der Autor, dass sich niemand so eine Änderung wirklich wünscht und weniger Anschlüsse, zusätzliche Adapter oder weniger Auswahl beim Zubehör als positive Veränderung empfände. Stattdessen sollten die Hersteller lieber die Batterielaufzeit ihrer Smartphones erhöhen.

Adapterorgie beim Macbook. Demnächst auch beim Smartphone?
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Autor: Alexander Fagot, 22.06.2016 (Update: 26.09.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.