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Mirage-Diamant-Glas: Noch bruchsicherer als Gorilla-Glas oder Saphir-Glas?

Diamanten im Smartphone-Glas?  Die US-Firma Akhan Semiconductor soll es möglich machen.
Diamanten im Smartphone-Glas? Die US-Firma Akhan Semiconductor soll es möglich machen.
Mit Diamanten versetztes Glas soll bruchsicherer und härter sein als Saphir-Glas oder Gorilla-Glas und dabei deutlich kühler bleiben. 2017 könnte es erstmals in einigen wenigen Smartphones und Wearables eingesetzt werden. Welcher Smartphone-Hersteller damit werben darf, ist noch nicht entschieden.

Es gab schon mehrfach Versuche, die im Smartphone- Tablet- und Wearable-Markt verwendeten Schutzgläser bruch- und kratzfester zu machen. Die größte Verbreitung hat sicher Corning mit seinen Gorilla Glas-Versionen erreicht. Hierbei handelt es sich um chemisch verändertes Glas, welches mittlerweile in Version 5 auch Stürze aus Ohrhöhe in den meisten Fällen unbeschadet überstehen soll. Auch Saphir-Glas wird eine hohe Bruchfestigkeit nachgesagt, der Einsatz war aber bisher auf Kameralinsen, Luxus-Phones etwa von Vertu oder Spezialeditionen einiger weniger Smartphones begrenzt, jüngst etwa des HTC U Ultra. Lenovo hat mit dem Moto X Force und dem Moto Z Force bewiesen, dass auch Plastik unter Umständen ein guter Glasersatz sein kann, die ShatterShield-Technologie ist aber über ein Nischendasein in zwei bis drei Smartphone-Modellen bisher ebenfalls nicht hinaus gekommen.

Die US-amerikanische Firma Akhan Semiconductor will nun mit Hilfe von eigens hierfür produzierten Diamanten ein widerstandsfähigeres Glas vermarkten, das die sechsfache Stärke und zehnfache Härte von regulärem Glas aufweisen soll. Zusätzlich soll das "Mirage Diamond Glass" Displayinhalte klarer durchscheinen lassen und deutlich kühlender wirken und so indirekt auch zu höherer Leistungsfähigkeit und zu einer angenehmeren Benutzung beitragen: Bis zu 800 mal kühlender als bisher übliche Materialien sei das Diamant-Glas. Noch 2017 sollen die ersten Geräte mit dem "Mirage Diamond Glass" ausgeliefert werden, verspricht Adam Kahn, CEO von Akhan Semiconductor, doch wer hofft, dass die Diamantgläser ein Massenphänomen werden, wird sich, zumindest dieses Jahr noch, enttäuscht sehen.

Maximal 30 Millionen Smartphones sollen heuer damit ausgestattet werden, dazu kommen etwa 1 Million Gläser für Wearables. Im Vergleich mit den durchschnittlich umgesetzten 70 bis 80 Millionen iPhones pro Jahr erkennt man, dass Akhan Semiconductor zumindest für 2017 noch kleinere Brötchen backen will. Der Glas-Produzent ist derzeit im Gespräch mit Abnehmern für sein diamantbesetztes Produkt, welches erstaunlicherweise nicht viel teurer als Lenovo's Shattershield-Technologie sein soll. Hierbei bevorzugt Akhan Semiconductor einen Produzenten pro Produktkategorie, also einen Hersteller für Smartphones und einen anderen für Wearables. Auf diese Art will die Firma sicherstellen, dass das "Mirage Diamond Glass" zum Alleinstellungsmerkmal des jeweiligen Produkts wird. Hoffentlich ergeht es der Firma mit dieser Strategie besser als GT Advanced Technologies, die Saphir-Glas für Apple produzieren sollte und 2014 bankrott ging.

Das "Mirage Diamond Glass" soll bruchsicherer und klarer sein als reguläres Glas und gleichzeitig bis zu 800 mal kühler bleiben.
Das "Mirage Diamond Glass" soll bruchsicherer und klarer sein als reguläres Glas und gleichzeitig bis zu 800 mal kühler bleiben.

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Autor: Alexander Fagot, 12.02.2017 (Update: 12.02.2017)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.