Mission zur planetaren Verteidigung: Hera-Sonde sichtet Asteroiden in 3 Millionen km Entfernung

Hera, eine Raumsonde, die am 7. Oktober 2024 gestartet wurde, ist auf dem Weg zum binären Asteroidensystem Didymos. Dieses besteht aus den beiden Asteroiden Dimorphos und Didymos, wobei der kleinere Dimorphos den größeren Didymos umkreist. Im Jahr 2022 wurde die NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) dorthin geschickt, um die Ablenkung von Asteroiden erstmals zu testen. Dazu schlug die Sonde in Dimorphos ein. Die Mission war erfolgreich, da der Aufprall die Umlaufbahn von Dimorphos veränderte.
Ende 2026 soll Hera am Didymos-System eintreffen, um eine Nachuntersuchung von Dimorphos durchzuführen. Dadurch sollen Wissenschaftler letztlich dabei unterstützt werden, zu verstehen, wie effektiv Asteroiden-Ablenkungstechniken für die planetare Verteidigung sind. Davor musste die ESA die Kamera der Sonde jedoch unter ähnlichen Bedingungen testen, wie sie bei der ersten Sichtung von Didymos zu erwarten sind.
Mithilfe ihrer Asteroid Framing Camera hat die Sonde Hera den seltenen A-Typ-Asteroiden Otero aus einer Entfernung von rund drei Millionen Kilometern aufgenommen. Die Kamera der Sonde beobachtete den Asteroiden drei Stunden lang und fertigte alle sechs Minuten eine Aufnahme an. Eine aus diesen Bildern erstellte Zeitrafferaufnahme zeigte die Bewegung des Asteroiden und unterschied ihn so von einem Stern.
Nach der Sichtung von Otero im Mai 2025 wurde das Kamerasystem von Hera zwei Monate später erneut aktiviert. Am 19. Juli nahm es den etwa 40-mal lichtschwächeren Kellyday auf. Giacomo Moresco, Flugdynamik-Ingenieur am Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt, beschrieb die Ergebnisse dieser Schnellreaktion als „sehr ermutigend”. Damit beweist Hera ihre Einsatzbereitschaft für die Mission am Didymos-System.












