Musk gibt Mars-Besiedlung auf und setzt auf technisch machbarere Ziele

Elon Musk bezeichnete noch im letzten Januar den Umweg über den Mond statt einer direkten Mars-Mission als „Ablenkung“. Angesichts der Realität einer Mars-Mission, deren Beginn er kürzlich für das Jahr 2026 versprochen hatte, bringt Musk den Mond nun jedoch wieder ins Spiel. Eine Stadt auf dem Mars könne in den nächsten 20 Jahren nicht fertiggestellt werden, so Musk. Daher werde SpaceX stattdessen beim Aufbau einer Basis auf dem Mond helfen. Genau das ist das Ziel, mit dem Musk seine Ambitionen in der Weltraumforschung nun zügelt.
Diese komplette Kehrtwende im SpaceX-Kolonisierungsprogramm, das ohnehin nur auf dem Papier existierte, da die Starship-3-Rakete noch nicht einmal ihren Jungfernflug absolviert hat, erfolgt unmittelbar vor einem erwarteten Börsengang (IPO). Musk erhofft sich davon die Finanzierung des verlustreichen KI-Unternehmens xAI. Vor kurzem hat Musk SpaceX und xAI zusammengelegt. Er begründete diesen Schritt mit möglichen Vorteilen, die sich erst noch zeigen müssen, wie etwa der Betrieb von Rechenzentren direkt im Weltraum. Dadurch festigte er seine Eigentumsanteile und koppelte das Schicksal seines verlustbringenden KI-Projekts an sein einzig wachsendes Unternehmen, das durch Starlink-Einnahmen und NASA-Verträge gestützt wird.
Ein solcher Vertrag ist die zweite bemannte US-Mondmission, für welche die NASA SpaceX 4 Milliarden US-Dollar zugesprochen hat. Dies könnte den plötzlichen Fokus auf Ziele, die deutlich näher an der Erde liegen als der Mars, erklären. Noch vor wenigen Monaten behauptete Musk, SpaceX könne den Jungfernflug des Starship 3 zum Mars bereits 2026 starten. Da sich günstige Bedingungen für eine solche Mission nur etwa alle zwei Jahre ergeben, wollte er nicht bis 2028 warten.
Die Rakete des Typs Starship 3 wird jedoch voraussichtlich nicht rechtzeitig bereit sein, um 2026 die erste Testfracht zum Mars zu schicken. Selbst wenn die Mission machbar wäre, würde sie SpaceX Unmengen an Eigenkapital kosten. Elon Musk scheint also zu dem Schluss gekommen zu sein, dass solch gewaltige Ausgaben mit zweifelhaftem ROI (Return on Investment) bei Investoren nicht gut ankommen würden – und er benötigt das Geld aus dem Börsengang.
Zwar sagt Musk, SpaceX könne das Mars-Projekt immer noch in „fünf bis sieben Jahren” angehen, aber wenn man bedenkt, wie leichtfertig er zu viel verspricht und dann die Ziele verschiebt, klingt eine einfache Mondbasis nach einem weitaus erreichbareren Ziel als die Kolonisierung des Mars mit Optimus-Robotern.

Quelle(n)
Elon Musk (X)















