
Noch mehr Leistung und Kapazität: Anker Solix Solarbank 4 Pro im Praxis-Test
Mehr als nur Balkonkraftwerk.
Die Anker Solix Solarbank 4 Pro bietet fast doppelt so viel Leistung und Kapazität wie der Vorgänger. Was das in der Praxis bedeutet und für wen das starke PV-Speichersystem geeignet ist, verrät unser Solarbank 4 Pro Test.Marcus Schwarten Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Anker Solix Solarbank 4 Pro Testfazit: Stark, stärker, Solarbank 4
Die Anker Solix Solarbank 4 Pro begeistert im Test mit ihrer Leistung und hat im Testzeitraum tadellos funktioniert. Mit der vierten Generation hat Anker Solix endgültig den Bereich der Balkonkraftwerke verlassen - auch wenn ein Betrieb mit bis zu 800 W möglich ist. Aber 2.500 W maximale Einspeise- und Ladeleistung und bis zu 5 kWp PV-Eingang schlagen die Brücke zu kleinen PV-Anlagen jenseits der Kleinstanlagen am Balkon.
Wer sich langfristig im Rahmen der 800-W-Einspeisegrenze bewegen und nur maximal vier Solarpanels nutzen möchte, für den langt nach unseren Eindrücken weiterhin die Solarbank 3 Pro. Die vierte Generation ist vor allem durch ihre Leistungsreserven spannend. Sind direkt zum Start weg oder in Zukunft mehr als 800 W Einspeiseleistung und mehr als 2.000 Wp PV-Module wie sie aktuell von den gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein Steckersolargerät vorgegeben werden, geplant, hat die neue Generation deutlich mehr Ausbaureserven.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für die Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro beträgt 1.999 Euro. Erhältlich ist sie unter anderem direkt beim Hersteller sowie bei Amazon - oft bereits zum reduzierten Preis und optional in verschiedenen Bundles.
Inhaltsverzeichnis
- Anker Solix Solarbank 4 Pro Testfazit: Stark, stärker, Solarbank 4
- Spezifikationen: Solix Solarbank 4 Pro & Solarbank 3 Pro im Vergleich
- Ausstattung: Doppelt so viel wie die Solarbank 3 Pro
- Installation: Volle Leistung nur mit Elektrofachkraft
- App: Jetzt mit eigenem KI-Assistenten
- Praxis: Beeindruckendes PV-Speichersystem
- Effizienz: Knapp 90 Prozent kommen an
Jährlich stellt Anker Solix eine neue Solarbank-Generation vor. 2026 wurde die Solarbank 4 Pro auf den Markt gebracht, die - wie sollte es anders sein - die vorherige Solarbank 3 Pro in vielen Belangen in den Schatten stellt.
Wir hatten das neue Speichersystem für Balkonkraftwerke und kleine PV-Anlagen über einen längeren Zeitraum im Praxis-Test. Was unsere Eindrücke sind, was es zu bieten hat und für wen es geeignet ist, verrät unser Anker Solix Solarbank 4 Pro Test.
Spezifikationen: Solix Solarbank 4 Pro & Solarbank 3 Pro im Vergleich
Bevor wir zum eigentlichen Testbericht kommen, vergleichen wir zunächst die Spezifikationen der Solarbank 4 Pro mit ihrem Vorgänger Solarbank 3 Pro (ca. 1.100 Euro bei Amazon) aus dem vergangenen Jahr. Das gibt bereits einen ersten Überblick über die Verbesserungen und Neuerungen.
| Solix Solarbank 4 E5000 Pro | Solix Solarbank 3 E2700 Pro | |
| Kapazität bis | 5.024 Wh | 2.688 Wh |
| erweiterbar | 30 kWh | 16 kWh |
| Batterietyp | LiFePO4 | LiFePO4 |
| Anzahl MPPT | 4 | 4 |
| PV-Eingangsleistung | 5.000 W | 3.600 W |
| AC-Entladeleistung | 2.500 W | 1.200 W |
| AC-Ladeleistung | 2.500 W | 1.200 W |
| AC-Leistung Steckdose | 3.600 W | 1.200 W |
| Abmessungen | 460 × 305 × 355 mm | 460 × 254 × 279 mm |
| Schutz | IP66 | IP65 |
| Gewicht | 50 kg | 29,2 kg |
| UVP | 1.999 Euro | 1.499 Euro |
Ausstattung: Doppelt so viel wie die Solarbank 3 Pro
Ein Blick auf das obige Datenblatt zeigt, dass die neue Anker Solix Solarbank 4 E5000 Pro in vielen Belangen doppelt so stark wie ihr Vorgänger.
Fangen wir bei der Speicherkapazität an. Die vierte Generation hat einen LiFePO4-Akku mit hoher Lebensdauer (10.000 Zyklen bzw. 15 Jahre laut Herstellerangaben) mit nun 5.024 Wh. Das sind gut 46 Prozent mehr als bei der Solarbank 3 Pro mit ihren 2.688 Wh. Erweiterbar ist das System mit dem ebenfalls auf 5 kWh angewachsenen Erweiterungsakku BP5000 auf bis zu 30 kWh - ebenfalls fast doppelt so viel wie die 16 kWh der Solarbank 3 Pro. Sie ist aber auch mit der alten BP2700 kompatibel. Als Multisystem mit dem PowerDock sind sogar bis zu 120 kWh möglich.
Unverändert ist, dass die Solarbank 4 Pro vier MPPT (MC4-Anschlüsse, 16 bis 50 V, max. 36 A) verbaut hat. Allerdings können diese nun bis zu 5.000 W Eingangsleistung von Solarpanels entgegennehmen. Das sind 1.400 W mehr als zuvor und lässt die neue Generation endgültig aus den Sphären kleiner Balkonkraftwerke entschwinden.
Dazu passt auch die maximale Einspeiseleistung ins Hausnetz, die nun mit 2.500 W mehr als zweimal so hoch ausfällt. Dies erfordert allerdings die Nutzung einer Wieland-Steckdose samt Anmeldung als PV-Anlage - mehr dazu weiter unten in unserem Solarbank 4 Pro Test. Das System kann aber auch mit 800 W (800 VA) arbeiten. Wir wollen an dieser Stelle aber nicht zu sehr ins Detail der Regelungen und Regulierungen eingehen, da dies den Rahmen dieses Tests sprengen würde. Geladen werden kann der Speicher über das Stromnetz nun auch mit bis zu 2.500 W, was im Zusammenspiel mit dynamischen Stromtarifen interessant ist.
Wie schon die vorherige Generation hat auch die vierte Auflage eine Notstromsteckdose verbaut, die unabhängig vom Stromnetz betrieben werden kann. So lassen sich selbst bei einem Stromausfall einzelne Geräte mit bis zu 2.500 W betreiben. Unterstützt das Stromnetz, sind sogar bis zu 3.600 W möglich. Die USV-Funktion hat in der Praxis in mehreren Versuchen binnen weniger Millisekunden eingegriffen und so eine zumeist unterbrechungsfreie Stromversorgung sichergestellt.
Zusätzlich gibt es noch einige weitere Änderungen, die im Vergleich zur Solarbank 3 Pro auffallen. Neben dem mit rund 50 kg nun noch höheren Gewicht hat Anker Solix auch das Anschlusskabel geändert. Dieses wird mit einem anderen Stecker mit dem System verbunden und ist zudem dicker - sprich besser gewappnet für die nun bis zu 2.500 W. Zudem hat der Hersteller in der Front ein Display integriert, wie wir es im Frühling bereits bei der Solarbank AC Max gesehen haben. Das ist praktisch, da so wichtige Daten wie PV-Ertrag, Einspeisung sowie Ladestand des Akkus direkt an der Solarbank einsehbar sind.
Installation: Volle Leistung nur mit Elektrofachkraft
Wer das volle Potential der Anker Solix Solarbank 4 Pro ausnutzen möchte, benötigt eine Elektrofachkraft für den Anschluss über eine Wieland-Steckdose (passendes Kabel nicht im Lieferumfang, separat erhältlich) sowie die Anmeldung als PV-Anlage. Die Schritte unterscheiden sich aber ansonsten nicht von der einfachen Installation als Balkonkraftwerk mit Schuko-Steckdose.
Hierfür muss die Solarbank 4 Pro zunächst an den Installationsort getragen werden, was dank nun 50 kg Gewicht eine echte Mammutaufgabe ist. Hier sind zwei Personen ratsam. Erfolgt die Installation gemeinsam mit einer oder mehrerer Zusatzbatterien muss der Kopf zudem auf diese gehoben werden. Hierbei müssen die Steckverbindungen unten bzw. oben ineinandergreifen.
Nach dieser kräftezehrenden Aufgabe folgen dann die üblichen Schritte wie das Anschließen an das Stromnetz sowie der Solarpanels. Zudem ist der Verbindungsaufbau mit der App und dem heimischen WLAN erforderlich. Hier nimmt die App gut an die Hand, sodass wir keinerlei Probleme im Rahmen unseres Tests hatten. Womit wir auch schon beim nächsten Thema sind.
App: Jetzt mit eigenem KI-Assistenten
Die Anker App ist die Steuerzentrale für die Solarbank. Sie ist im Laufe der letzten Jahre immer umfangreicher geworden. Im Kern hat sich aber nichts geändert. Für die Steuerung der Anlage und damit der Einspeisung stehen verschiedene Modi zur Wahl, die wir nachfolgend kurz vorstellen und erläutern:
- Smart-Modus: Dies ist der umfangreichste Modus. Neben der Erfassung des Eigenverbrauchs über ein kompatibles Smart Meter werden hier auch dynamische Strompreise berücksichtigt. Anfangs lernt der KI-Modus, um anschließend die Ersparnis zu maximieren.
- Eigenverbrauch: Dies ist der klassische Modus für alle Haushalte mit Smart Meter, aber ohne dynamischen Stromtarif. Das System passt die Einspeisung in Echtzeit an den Stromverbrauch des Haushaltes an.
- Benutzerdefinierter Modus: Hier lassen sich flexible Zeitpläne anlegen, um die Einspeisung an den eigenen Rhythmus anzupassen. Dieser Modus ist für Haushalte geeignet, die kein Smart Meter installiert haben. Entladen und Aufladen können im Halb-Stunden-Rhythmus in 50-W-Schritten eingestellt werden.
- Zeit-Nutzung: Dieser Modus berücksichtigt Preise in Spitzen- und Nebenzeiten und sorgt für Laden in Nebenzeiten sowie Entladen in Spitzenzeiten.
- Dynamischer Tarif: Dieser Modus berücksichtigt einen dynamischen Stromtarif und sorgt für Entladen bei hohen Preisen und Laden bei niedrigen Stromkosten.
Zusätzlich gibt es noch die zwei Sicherheitsmodi Unwetterschutz (Automatische Überwachung von Warnungen und vorheriges Laden zur Katastrophenvorsorge) und Schnellladung (Schnellstart-Ladung mit maximaler Leistung), die auf Wunsch aktiviert werden können.

Am meisten nutzt die Solarbank 4 Pro natürlich im Zusammenspiel mit einem Smart Meter. Hier ist nicht nur das neue Anker Solix Smart Meter der zweiten Generation, das nun halb so schmal ausfällt wie der Vorgänger, nutzbar. Wer bereits ein Shelly Smart Meter oder einen Tracker von everHome im Einsatz hat, kann auch diese mit der Solarbank verbinden. Wir haben für unseren Test neben der Lösung von Anker auch ein Shelly Pro 3 EM ausprobiert, was ebenfalls problemlos funktioniert hat.
Neben der Einrichtung und Steuerung dient die Anker App natürlich auch zum Einsehen und Auswerten der Statistiken. Hier gibt es gewohnt noch deutlich mehr Einblicke als am neuen Display direkt am Gerät. Neben dem PV-Ertrag werden auch der Einsatz zu Hause, der Ladestand sie der Stromnetz-Bezug/Abfluss genau aufgezeigt - pro Tag, Woche, Monat und Jahr. Dazu gibt es eine Energiebilanz, wo die erzeugte Energie hingeflossen ist (Haus, Speicher, Netz) und wie viel Geld bereits gespart wurde (basierend auf dem zuvor eingetragenen Strompreis).
Eine weitere Neuheit ist Anka, Ankers eigene KI-Assistentin. Sie dient dazu, um beispielsweise relevante Energieempfehlungen basierend auf dem Lebensstil und der Gerätekonfiguration zu geben. Der Assistant lässt sich auch natürlich per Sprache bedienen, um beispielsweise Einstellungen zu ändern oder Daten abzufragen. Das hat bei einigen Versuchsabfragen gut funktioniert und zumeist hilfreiche Informationen und entsprechende Hinweise geliefert. Eine technische Spielerei, die dabei helfen kann, das System besser zu versehen und zu optimieren.
Praktisch: Die Solarbank 4 Pro lässt sich ohne Cloud direkt in Home Assistant einbinden. Eine direkte Verbindung über "Modbus TCP" ist verfügbar und lässt sich über die offizielle Anker-Solix-Integration in Home Assistant konfigurieren.
Praxis: Beeindruckendes PV-Speichersystem
Wir haben die gewohnt hochwertig verarbeitete Anker Solix Solarbank 4 Pro im Testzeitraum zunächst als Balkonkraftwerk mit 800 W Einspeisung betrieben, später nach der Anmeldung als PV-Anlage dann an einer Wieland-Steckdose mit den vollen 2.500 W. Gerade die volle Leistung macht wirklich Spaß, wenn man vorher jahrelang nur ein auf 800 W begrenztes Balkonkraftwerk betrieben hat.
Nach der Bewältigung der Bürokratie für Installation, Anmeldung, Versicherung und Co (was natürlich mit Kosten verbunden ist, die die Anschaffung teurer machen), sind die bis zu 2.500 W ausreichend, um einen Großteil der Hauslast über den kompletten Tag hinweg abzudecken. Nur für wenige Großverbraucher oder wenn mehrere von ihnen zeitgleich laufen (was es im Idealfall zu verhindern gilt :-) ), muss bei ausreichender PV-Produktion noch Strom aus dem Netz zugekauft werden. So ist an sonnigen Sommertagen nahezu Autarkie möglich, wenn genug Panels (in unserem Fall für den Test sieben Stück mit ca. 3,2 kWp) angeschlossen sind. Allerdings könnte die Anlage nach unseren Testeindrücken im Vergleich zu manchen Wettbewerbern zu den Randzeiten gerne noch etwas früher anspringen bzw. später länger produzieren, sprich bei Restlicht effektiver arbeiten.
Positiv im Test aufgefallen ist neben den verschiedenen Modi für unterschiedliche Anwendungsszenarien unter anderem die schnelle Reaktionszeit auf die Messwerte des Smart Meters. So wurden in der Regel nur einige Watt zu viel oder zu wenig ins Hausnetz eingespeist, sodass bei ausreichend Akkustand und Einspeiseleistung nur wenig Strom aus dem Netz bezogen bzw. eingespeist und damit verschenkt wurde (Nulleinspeisung).
Den KI-Modus konnten wir mangels dynamischem Stromtarif nur bedingt testen. Die ersten Eindrücke sind aber durchaus positiv. Wer das volle Sparpotential ausschöpfen möchte, kann hier den Speicher automatisch und intelligent dann sinnvoll laden lassen, wenn der Strompreis günstig ist. Mit einem klassischen Stromtarif ohne dynamische Preise macht dies hingegen keinen Sinn, da der dazu gekaufte Strom immer gleich kostet. Daher ist es eher ratsam, diesen dann zu erwerben, wenn er benötigt wird, statt ihn mit leichten Verlusten (siehe nächster Abschnitt) zwischenzuspeichern (abgesehen von Katastrophen- und Stromausfallvorsorge).
Effizienz: Knapp 90 Prozent kommen an
Wie gewinnbringend ein Balkonkraftwerk bzw. eine PV-Anlage arbeitet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem offensichtlichsten Punkt - dem Wetter - haben natürlich auch die Anzahl der angeschlossenen PV-Module und deren Ausrichtung sowie die intelligente Nutzung der erzeugten Energie entscheidenden Anteil. Dies ist aber von Anlage zu Anlage und von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich.
Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist natürlich die Effizienz des Systems. Wir haben das System dauerhaft 400 W ins Hausnetz einspeisen lassen. Hier hat das System von 100 bis 5 Prozent (der eingestellten Entladegrenze; 5.024 Wh x 0,95% = 4.773 Wh) rund 4.250 Wh ins Haus gespeist. Damit waren in diesem Fall rund 89 Prozent der gespeicherten Energie nutzbar.
In die andere Richtung, also beim Laden über das Stromnetz mit bis zu 2.500 W, sind dann rund 5.400 Wh durch das nicht geeichte Messgerät in die Solarbank 4 Pro geflossen. Dies bedeutet, dass ca. 13 Prozent der eingesetzten Energie nicht im Akku gelandet ist. Was in der Praxis ausgefallen ist: Beim testweisen Laden mit bis zu 2.500 W hat das System an der Wieland-Steckdose diese Leistung nur für eine Weile gehalten. Dann ist der Wert unter 2 kW gefallen.
Insgesamt hat die Solarbank 4 Pro eine solide Effizienz an den Tag gelegt. Anzumerken ist, dass die Effizienzwerte natürlich auch abhängig sind von der Einspeise- und Ladeleistung. Es ist also nur eine ungefähre Größenordnung.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
























