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Noch weniger VR-Ready-Laptops durch Intel Alder Lake und Thunderbolt 4

Noch weniger VR-Ready-Laptops durch Intel Alder Lake und Thunderbolt 4
Noch weniger VR-Ready-Laptops durch Intel Alder Lake und Thunderbolt 4
Die meisten VR-Headsets benötigen einen DisplayPort-Anschluss, um am PC zu funktionieren. Anders als HDMI besitzen viele Laptops aber gar keinen DisplayPort (DP). Über den Umweg von Thunderbolt 3 konnte man dennoch oftmals VR-Headsets betreiben, sofern dieser direkt mit der dGPU verbunden war. Mit Alder Lake und Thunderbolt 4 gibt es diese Option nicht mehr, die DP-Signale kommen nur von der iGPU, viele Alder-Lake-Laptops werden daher nicht mehr VR-Ready sein.

Am Desktop-PC ist der Anschluss eines VR-Headsets relativ einfach, denn die meisten verbauten, dedizierten Grafikkarten verfügen über diverse Displayausgänge, darunter auch DisplayPort (DP). Viele Laptops hingegen haben keinen Displayport, sondern nur HDMI. 

Hier konnte in der Vergangenheit auf Intel-Systemen oftmals ein Thunderbolt-3-Port aushelfen. Der dedizierte Controller, der den USB-C-Thunderbolt-Port mit dem DisplaPort-Signalen versorgt hat, verfügte über eine flexible "DP-In"-Verbindung. Das heisst, dass die DP-Signale entweder von der integrierten GPU oder der dedizierten GPU kommen konnten. In einigen Geräten konnte man sogar per MUX-Schalter im Bios auswählen, von welcher Quelle die DP-Signale kommen sollen. Für die meisten VR-Headsets ist die Anbindung an der dGPU absolute Voraussetzung.

Mit Alder Lake ist die Anbindung zur dGPU vorerst Geschichte. Denn Intel verlegt mit Thunderbolt 4 den zugehörigen Controller direkt in den Chipsatz, welcher die beiden DP-Streams ausschließlich von der iGPU erhält. Das hat auch Vorteile, schiebt den meisten VR-Headsets jedoch einen Riegel vor. Beispielsweise hatte das Schenker XMG Neo 15 mit Comet Lake noch VR-Support, der Nachfolger mit Alder Lake (Vorserientest mit Wasserkühlung XMG Oasis) jedoch nicht mehr.

Die Vorteile liegen für Intel vor allem in der besseren Energieeffizienz, einerseits durch weniger dedizierte Chips auf dem Mainboard, vor allem aber weil die dGPU selbst im Idle viel mehr Energie benötigen würde. VR-Ready-Laptops müssen in Zukunft aber entweder direkt einen (Mini)DisplayPort bieten oder über einen zusätzlichen, dedizierten Thunderbolt-Controller verfügen, zumindest Letzteres ist eher unwahrscheinlich.

Ob diese Änderung den Kunden immer klar kommuniziert wird, darf bezweifelt werden. Wer also daran denkt an seinem zukünftigen Laptop auch ein VR-Headset zu betreiben, sollte explizit auf einen DisplayPort mit direkter Anbindung zur dGPU achten oder sich beim Hersteller genau informieren, ob der Wunschlaptop mit USB-C auch VR-Ready ist.

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Autor: Christian Hintze, 21.02.2022 (Update: 22.02.2022)