Seiko zeigt sieben experimentelle Uhrenkonzepte ab August kostenlos

Bereits im März haben wir über die sieben Konzepte des Power Design Project von Seiko berichtet, die damals in Tokio vorgestellt wurden. Nun sind dieselben Entwürfe vom 27. August bis zum 15. September im Japan House London zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. Laut Seiko ist keines der Modelle für die Serienproduktion vorgesehen. Diese Aussage sollte allerdings mit etwas Vorsicht betrachtet werden, da sie in der Vergangenheit bereits widerlegt wurde.
Im Dezember 2025 brachte Seiko die Collection 1 auf den Markt. Sie war das erste eigenständige Produkt, das aus dem wiederbelebten Projekt hervorging. Konkret basierte die Kollektion auf dem Thema Rebirth aus dem Jahr 2022 – rund drei Jahre nach der Präsentation des ursprünglichen Konzepts. Zum Marktstart kosteten die Modelle zwischen 50.600 und 56.100 Yen (umgerechnet etwa 276 bis 306 Euro), wobei jede Variante auf 500 Exemplare limitiert war. Der Designer Yuya Suganuma war erst im Jahr zuvor zu Seiko gekommen.
Auch Seikos eigenes Designarchiv zeigt, dass Prototypen aus den Jahren 2001 bis 2009 öffentlich präsentiert und einige davon später tatsächlich auf den Markt gebracht wurden. Dazu gehören unter anderem das 2003 vorgestellte Modell Shadow, bei dem die Zeit anhand der Schatten aufrecht stehender Metallziffern abgelesen wird, sowie das Modell Marunouchi aus dem Jahr 2008.
Einige der sieben Entwürfe dürften sich leichter in die Serienproduktion überführen lassen als andere. So wird beispielsweise das Zifferblatt von Takuya Matsumoto mit saisonalen japanischen Motiven auf ein Hundertstel Millimeter genau geprägt. Da hierfür lediglich das Zifferblatt angepasst werden müsste, wäre eine Umsetzung vergleichsweise unkompliziert. Seiko fertigt bereits Zifferblätter aus Emaille, Urushi und Arita-Porzellan für seine Presage-Kollektion, sodass entsprechende Fertigungstechniken bereits vorhanden sind. Yuki Omoris „Hands“ wiederum basieren auf der Katzen-Maskottchenfigur Ten-chan. Auch Figuren- und Anime-Kooperationen gehören für Seiko längst zum bestehenden Produktportfolio, sodass ein solches Konzept für das Unternehmen kein Neuland wäre.
Andere Entwürfe würden hingegen die Entwicklung neuer Hardware erfordern. Kento Itos Aufzugsmechanismus, bei dem die Lünette als Zahnrad fungiert, wäre beispielsweise deutlich aufwendiger umzusetzen als eine reine Anpassung des Zifferblatts. Dadurch dürften solche Konzepte als Kandidaten für eine spätere Serienproduktion weniger wahrscheinlich sein.
Das Japan House London befindet sich in der Kensington High Street 101–111 und ist bereits im dritten Jahr in Folge Gastgeber der Ausstellung. Die sieben Entwürfe wurden im März zunächst im Light Box Studio in Aoyama präsentiert, bevor sie anschließend auf Tour gingen.












