Es ist offiziell: Am 28. März 2026 wird Soundtransit ihre erste Planfahrt mit Fahrgästen über eine schwimmende Brücke durchführen. Dann wird die sogenannte Cross Lake Connection eröffnet, die Seattle, Washington, mit dem Microsoft-Campus und Redmond verbindet. Die Verbindung war eine technisch große Herausforderung, die zu einigen Verzögerungen führte.
Nun ist aber alles so weit, dass die Eröffnung geplant werden kann. Ab dem 28. März geht es dann von der Seattle Downtown zu dem neuen Abzweig hinter dem Bahnhof International District/Chinatown, wo sich auch Seattles Hauptbahnhof King Street Station befindet. Von dort geht es dann über Lake Washington und die schwimmende Brücke zu Mercer Island und Bellevue. Das Teilstück zwischen Bellevue, dem Microsoft Campus (Redmond Technology Station) und Redmond ist bereits im Betrieb.
Als Folge bringt die bisher fehlende Verbindung auch nur zwei Stationen ins Netz. Eine auf der Seite von Seattle (Judkins Park) und eine, die Mercer Island erstmals an die Schiene anbindet. Das ist recht wenig für die mehr als 12 km lange Strecke, die nun neu befahren wird (Openrailwaymap). Die Light-Rail-Garnituren, die mitunter auch als Straßenbahn im Netz unterwegs sind, können also gut ihre Höchstgeschwindigkeit von 55 mph (89 km/h) ausfahren.
Linientechnisch wird der neue Ast aus Redmond als Linie 2 nach Seattle geführt. Dort überlappt sie sich mit der Linie 1. Beide Linien führen bis nach Lynnwood. Eine Verbindung von Redmond zum Flughafen Seatac ist nicht geplant, wäre technisch auch nicht direkt möglich. Es fehlt eine Verbindungskurve. Es gibt aber in Chinatown ein Kehrgleis, das genutzt werden kann, ohne die Linie 1 zu stören. In der Theorie könnte ein Zug dort kehren. Ein Fahrgastwechsel in Chinatown dürfte aufgrund der Position aber ausgeschlossen sein und der Zug würde, nachdem das Fahrpersonal die Position wechselt, gen Flughafen fahren.
Nach Angaben von Soundtransit wird eine schwimmende Brücke mit Gleisen im Light-Rail-Kontext erstmals eingesetzt. Bei der großen Eisenbahn gab es beispielsweise die Schiffbrücke bei Speyer zu Dampflokzeiten.
Für Soundtransit ist es also trotzdem Neuland. Besonderheiten, um den Strom zu isolieren und damit Korrosion zu verhindern, mussten entwickelt werden. Zudem müssen die Schienen Bewegungen der Brücke überstehen. Auch das Gewicht ist ein Problem. Um das Gewicht zu minimieren, wurden besonders leichte Schienen eingesetzt, die auf kleinen Blöcken statt auf Schwellen liegen. Aufgrund der Brückenstruktur mussten diese zudem auf der Brücke aufgeklebt werden, wie das folgende Youtube-Video von Soundtransit im Detail erklärt.







