Tesla: Neues ACE-FSD-Update soll Unfälle nahezu ausschließen

Tesla hat mit der Verteilung des neuesten Updates FSD Supervised V14.3.9 begonnen, das unter anderem ein intelligenteres Summon-System und neue Fahrprofile einführt. Eine der interessantesten Neuerungen im Bereich der aktiven Sicherheit ist jedoch die Funktion Automatic Collision Evasion (ACE), mit der Tesla seinen Ansatz zur Kollisionsvermeidung offenbar deutlich erweitert.
Bislang galt die automatische Notbremsung (AEB) als letzte Verteidigungslinie. Das System erkennt Hindernisse, bei denen aufgrund der aktuellen Geschwindigkeit und Fahrtrichtung eine Kollision droht, warnt den Fahrer und leitet selbstständig eine Bremsung ein, wenn dieser nicht rechtzeitig reagiert. AEB ist in verschiedenen Formen bereits seit den frühen 2000er-Jahren verfügbar. Mit der von der NHTSA 2024 verabschiedeten Norm FMVSS 127 soll die Technologie jedoch flächendeckend zum Standard werden. Demnach müssen alle neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge, die in den USA verkauft werden, bis September 2029 mit einem entsprechenden System einschließlich Fußgängererkennung ausgestattet sein.
Was ist Teslas Automatic Collision Evasion?
Die neue Option Automatic Collision Evasion (ACE) in FSD V14.3.9 geht über eine reine Notbremsung hinaus. Laut Tesla kann das System Full Self-Driving (Supervised) im Namen des Fahrers aktivieren, wenn während des manuellen Fahrens eine unmittelbare Gefahr eines Frontalzusammenstoßes besteht und Bremsen allein nicht ausreicht. Unter geeigneten Bedingungen kann ein Model 3 oder Model Y dann selbstständig lenken, bremsen und beschleunigen, um dem Hindernis auszuweichen. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Das Fahrzeug muss sich auf einer geteilten Fahrbahn befinden, mit weniger als 137 km/h unterwegs sein und über ein funktionsfähiges Lenksystem verfügen. Zudem dürfen sich keine Fußgänger oder Radfahrer in unmittelbarer Nähe befinden. ACE kann laut Tesla auch eingreifen, wenn das System erkennt, dass der Fahrer gefährlich abgelenkt ist oder FSD möglicherweise unbeabsichtigt deaktiviert wurde.
Die automatische Kollisionsvermeidung aktiviert das Full Self-Driving (Supervised), um die Sicherheit Ihres Fahrzeugs zu gewährleisten und anschließend die Fahrt fortzusetzen. Sie kann aktiv werden, während Sie manuell fahren, und erkennen, dass Sie der Straße nicht ausreichend Aufmerksamkeit schenken (z. B. wenn Sie nach dem Rücksitz greifen) oder dass das Full Self-Driving (Supervised) möglicherweise unbeabsichtigt deaktiviert wurde.“
Tesla stellt die Funktion ausdrücklich als letztes Mittel und nicht als Ersatz für einen aufmerksamen Fahrer dar. Angesichts der Vorgeschichte mit unbeabsichtigten Bremsvorgängen ist dieser Hinweis besonders relevant. Über Jahre hinweg häuften sich Beschwerden über sogenannte Phantom-Bremsungen. Hunderte Meldungen bei der NHTSA dokumentierten Fälle, in denen der Autopilot und die Traffic Aware Cruise Control die Verkehrssituation offenbar falsch interpretierten und ohne erkennbaren Grund abrupt abbremsten.
Die entsprechende Untersuchung wurde erst im vergangenen Juli abgeschlossen. Zuvor war die Zahl der gemeldeten Vorfälle infolge der Umstellung auf eine rein bildbasierte Erkennung und mehrerer Firmware-Updates auf eine Handvoll Fälle zurückgegangen. Wenn FSD nun während des manuellen Fahrens über zusätzliche Eingriffsmöglichkeiten verfügt, könnte damit jedoch auch das Risiko von Fehlreaktionen wieder steigen. Die Einführung der FSD-Version V14.3.9 im Rahmen des Early-Access-Programms dürfte daher bald zeigen, wie zuverlässig die neue Funktion in der Praxis arbeitet.












