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Unbloated Network - OpenWRT-Router bauen: Welche Hardware eignet sich wirklich? (Teil 2)

Diverse Netzwerk-Hardware zusammen auf dem Tisch
Diverse Netzwerk-Hardware zusammen auf dem Tisch
Nachdem im ersten Teil die Entscheidung gegen den Provider-Router gefallen ist, geht es nun ans Eingemachte: Welche Hardware eignet sich für einen eigenen OpenWRT-Router? Mini-PC, Raspberry Pi oder klassischer Router? Dazu kommen Switch und Access Point. In diesem Teil zeige ich meine Auswahl – inklusive Überlegungen zu Stromverbrauch, Architektur und Preis.

Im 1. Teil meiner Artikelserie habe ich erklärt, warum ich meinen Vodafone-Router durch eine Open-Source-Lösung ersetzen möchte. Heute soll es um die dafür benötigte Hardware gehen. Der Fokus liegt dabei auf dem Router-Gerät, auf dem OpenWRT installiert werden soll, ich gebe aber auch meine Gedanken zum Switch und dem Access Point ab.

Welche Hardware eignet sich für OpenWRT wirklich?

Doch zunächst zum Router. Ich möchte OpenWRT installieren. Warum das und nicht z.B. pfsense? Um die Software und die Installation geht es im nächsten Teil. Aber ich habe mich vorerst auf OpenWRT festgelegt.

Offiziell unterstützt das Open-Source-Router-Betriebssystem mehrere CPU-Architekturen, darunter Intel- und AMD-CPUs (x86), ARM (z. B. Raspberry Pi), aber auch klassische Router-SoCs vieler Hersteller (MIPS) sowie PowerPC. Jedes davon hat Vor- und Nachteile.

Mini-PC, Zimaboard oder Raspberry Pi – was ist die beste Wahl?

Kriterium Router-SoC (OpenWrt-Router) Raspberry Pi Mini-PC (x86)
Typischer Einsatzzweck Klassischer Router Bastel- / Kombi-System High-End Router / Firewall
Stromverbrauch Sehr niedrig (3–8 W) Niedrig (5–10 W) Mittel (10–25 W)
CPU-Leistung Niedrig–mittel Mittel Hoch
RAM / Speicher Begrenzt Mittel (SD / USB / NVMe*) Hoch (SSD / NVMe)
Ethernet-Ports 4–5 integriert 1 (USB-Adapter nötig) 2–6 echte NICs
Switch integriert Ja Nein Nein
WLAN-Qualität Sehr gut (Router-optimiert) Mittel Abhängig von externer HW
Stabilität 24/7 Sehr hoch Mittel–hoch Sehr hoch
Wartungsaufwand Sehr gering Mittel Niedrig–mittel
Erweiterbarkeit Sehr begrenzt Hoch Sehr hoch
VPN-Leistung Gut (WireGuard) Gut Sehr gut
Gigabit / >1 Gbit Modellabhängig Eingeschränkt Problemlos
Geräuschentwicklung Lautlos Lautlos Passiv oder Lüfter
Kosten Niedrig Mittel Mittel–hoch
Empfohlen für 24/7 Heimrouter Lernen & Experimente Anspruchsvolle Netzwerke

Warum ich mich für das Zimaboard 1 entschieden habe

Ein OpenWRT-fähiger Router hat den niedrigsten Stromverbrauch (am besten, um den Provider-Router 1 zu 1 zu ersetzen), ein Mini PC die beste Leistung. Natürlich schaue ich aber auch auf meine vorhandene Hardware: Zimaboard 1 und Zimaboard 2, ZimaBlade und einen BMax-Mini-PC mit N95-CPU und ein Raspberry Pie Zero. Der Raspberry Pie entfällt für mich, weil USB-Ethernet mehr Latenzen und eine unnötige Fehlerquelle darstellt. Gleiches beim Mini PC: der hat nur 1 Ethernet-Port, USB-Ethernet wäre möglich, aber nicht ideal.

Ein von OpenWRT unterstützter Router wäre womöglich ideal, aber ich habe ja auch noch die Zimaboards hier. Die scheinen mir wie der beste Kompromiss aus Mini PC und Router: Sie haben jeweils 2 Ethernet-Ports, ideal für WAN (Internet-Eingang vom Modem) und LAN (zur Weiterleitung an den Switch). Zudem sind die Zimaboards passiv gekühlt und trotz x86-Architektur (normaler PC) recht sparsam.

Selbst ein Laptop könnte eine ordentliche Wahl sein, nimmt mir aber zu viel Platz ein. Bei mir wird es das Zimaboard 1, da mir die Gigabit-Ethernet-Ports ausreichen und ich das stärkere Zimaboard 2 später lieber als performanteren Homeserver einzusetzen gedenke. Alternativ würde ich einen sparsamen OpenWRT-fähigen Router empfehlen, jedoch ohne aktiviertes WLAN.

Das Zimaboard 1 mit zwei Gigabit Ethernetports
Das Zimaboard 1 mit zwei Gigabit Ethernetports

Braucht man einen managed Switch oder reicht ein günstiger 5-Port-Switch?

Als Switch spare ich mir zunächst eine Neuanschaffung, da ich hier noch einen funktionslosen 5-Port Switch von Netgear liegen habe. Grundsätzlich sind einfache, unmanaged Switches für wenig Geld (Ab 10 Euro) geeignet. Wer sein Netzwerk später mit VLAN etc. aufrüsten möchte, kann auch managed Switches nehmen, die verbrauchen aber wieder etwas mehr. Gut wäre es, wenn der Switch PoE (Power over Ethernet = Strom über das LAN-Kabel) unterstützt, dann reicht zum AP womöglich das Ethernetkabel und man spart sich ein separates Stromkabel für den AP.

Access Point statt Router-WLAN: Wi-Fi 6, 6E oder Wi-Fi 7?

Fehlt noch der Access Point (AP), also das Teil, das das WLAN-Netz aufspannt. Hier ringen Preispunkt, Technikversion (Wi-Fi 6, 6E oder gar Wi-Fi 7) sowie Stromverbrauch um eine Entscheidung. Theoretisch könnte man einen Router verwenden und in den AP-Modus versetzen, dieser verbraucht aber recht viel Strom. Besser sind reine AP, sie sind sparsam und extra nur dafür gedacht ein gutes Wi-Fi-Netz aufzuspannen.

APs mit Wi-Fi 7 gibt es schon ab unter 100 Euro, beispielsweise den Ubiquiti U7 Lite, der zwar noch nicht im 6-GHz-Netz funkt, dafür aber mit bis zu 4,3 Gbit/s im 5-GHz-Bereich. Für den gleichen Preis gibt es auch den Ubiquiti U6+, der zwar noch kein Wi-Fi 7 beherrscht, dafür aber etwas mehr Funktionen besitzt als der U7 Lite.

Zyxel NWA50AX Pro im Einsatz – warum kein Wi-Fi 7?

Da mir 4 Gbit/s wie Overkill für mein 1 Gbit/s-Internet erscheinen und auch mein Router/Zimaboard nur Gigabit-Ethernet beherrscht, habe ich mich für eine preiswertere Alternative entschieden: Den Zyxel NWA50AX Pro (65 Euro bei Amazon). Der hat mich als Retourware nur 55 Euro gekostet und reicht mir völlig. Er bietet einen 2.5 GbE Uplink, kann also per LAN-Eingang 2,5 Gbit/s vom Router empfangen, funkt mit bis zu 3.000 Mbit/s und kann seinen Strom über PoE beziehen.

Der Zyxel NWA50AX Pro mit Wi-Fi 6 für 65 Euro
Der Zyxel NWA50AX Pro mit Wi-Fi 6 für 65 Euro

Meine Hardware für den OpenWRT-Umstieg

Also, meine Hardware für das Projekt steht:

  • Modem: Die alte alten Vodafone Station wird zum dummen Modem, das nur das Internetsignal weiterreicht.
  • Router: Das Zimaboard 1 wird zum Router. Es bekommt das Internet vom Modem, dient als Vermittler zwischen Internet und Heimnetz und sorgt für eine sichere Firewall und DHCP. Alternative: OpenWRT-fähiger Router.
  • Switch: Ein preiswerter, unmanaged 5-Port-Switch dient als Verteiler und als Ethernet-Zugang für kabelgebundene Geräte.
  • Access Point: Als AP dient ein Zyxel NWA50AX Pro mit Wi-Fi 6 AX3000.

Was kostet der Umstieg auf einen OpenWRT-Router?

Das Zimaboard 1 wird aktuell nicht mehr verkauft, die 2er Version ist mit 279 Euro teuer. Alternative wäre ein preiswerter OpenWRT-Router. Es gibt auch All-In-One-Router mit OpenWRT, aber ich möchte ja extra aufsplitten.

Wenn man alle Hardware kaufen würde (kostengünstiger OpenWRT-Router statt Zimaboard 2), fallen mindestens 80 bis 150 Euro an Anschaffungskosten für das Projekt an, teurer geht natürlich immer. Wer vorhandene Geräte nutzt, kommt preiswerter davon.

  • Router: OpenWRT-Mini-Router ab ca. 35 Euro
  • Switch: ab 10 - 20 Euro
  • AP: 300 Mbps ab 30 Euro, 1.8Gbps WiFi 6 ab 35 Euro

Ausblick: OpenWRT installieren und konfigurieren

 Im nächsten Teil widme ich mich der Software, sprich OpenWRT. Warum habe ich ihr den Vorzug gegenüber pfsense gegeben und wie installiere ich OpenWRT auf dem Zimaboard, stellvertretend für jeden anderen PC-Router.  

Überblick

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > Unbloated Network - OpenWRT-Router bauen: Welche Hardware eignet sich wirklich? (Teil 2)
Autor: Christian Hintze, 16.02.2026 (Update: 16.02.2026)