Volkswagen-Krise: Chef Oliver Blume stoppt China-Gerüchte um deutsche VW-Werke

Die anhaltende Krise beim deutschen Autokonzern Volkswagen schlägt nach wie vor große Wellen. Konzernchef Oliver Blume macht jetzt zu den jüngsten China-Gerüchten um deutsche VW-Werke eine klare Ansage. Auf einer Betriebsversammlung am Stammsitz von Volkswagen in Wolfsburg erklärte der Topmanager, dass es aktuell keine Gespräche mit asiatischen Autobauern über eine gemeinsame Nutzung europäischer Fabriken gebe. Dennoch bleibe der wirtschaftliche Druck hoch. Der Absatz von neuen Elektroautos laufe noch vergleichsweise schleppend, die Kostenstrukturen würden Volkswagen noch massiv belasten, so Blume.
Blume verteidigte vor Mitarbeitern den harten Sparkurs, der in Deutschland bereits den Abbau von rund 50.000 Jobs forderte und auch Arbeitsplätze bei Audi und Porsche kostete. Diese Maßnahmen seien nötig, um Volkswagen gegen Zölle und volatile Märkte abzusichern. Allerdings wird Volkswagen das alte Absatzniveau aus der Zeit vor der Pandemie in Europa wohl nicht mehr erreichen. Das traditionelle Modell, Fahrzeuge in Deutschland zu bauen und weltweit zu exportieren, weicht einer lokalen Produktion in Märkten wie China.
Die Spekulationswelle war Ende April durch Äußerungen des Vorstands selbst entstanden, als Blume Kooperationen mit der Rüstungsindustrie oder ein "Plant-Sharing" mit chinesischen Konkurrenten wie BYD oder Chery ansprach. Während Niedersachsen und Sachsen sich offen für Partnerschaften zeigten, warnen Kritiker vor einer Schützenhilfe für die asiatische Konkurrenz. Immerhin konnte VW in Emden oder Zwickau die Kosten bereits um über 20 Prozent senken, während für Osnabrück Verhandlungen mit einem Rüstungspartner laufen.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo übte scharfe Kritik an der anhaltenden Verunsicherung. Durch die ständigen Debatten entstehe in der Öffentlichkeit der Eindruck, Volkswagen sei ein Übernahmekandidat, der gerettet werden müsse. Cavallo forderte, die Diskussionen über Schließungen oder Fremdnutzungen sofort zu beenden. Das Management müsse sich stattdessen voll auf den Produkterfolg konzentrieren, um die Zukunft der Fabriken dauerhaft zu sichern.










