Whoop-Nutzer können sich Abo dank dieser Open-Source App ab sofort sparen

Die Abo-Müdigkeit vieler Nutzer erreicht einen kritischen Punkt. Verbraucher haben offenbar zunehmend genug davon, ein teures Technikprodukt zu kaufen, nur um dann festzustellen, dass die eigenen biometrischen Daten hinter einer verpflichtenden monatlichen Bezahlschranke gesperrt sind. Zuletzt hat sich dieser Unmut gezeigt, als Nutzer des Oura Ring nach abo-freien Umwegen gesucht haben, um auf ihre Daten zuzugreifen. Nun hat diese Bewegung auch Fitnesstracker ohne Display erreicht.
Das wichtigste Ziel ist diesmal Whoop. Das Unternehmen hat sein Geschäftsmodell von Anfang an auf der Idee aufgebaut, dass das Wearable ohne aktives Abo nutzlos ist. Sobald die monatliche Gebühr nicht mehr bezahlt wird, wird das Gerät am Handgelenk im Grunde zum Briefbeschwerer.
Ein unabhängiger Entwickler namens Bennet stellt dieses Modell jetzt aber mit einem Open-Source-Projekt namens Goose infrage, das zeigen soll, wie viel Nutzen sich aus dem Tracker herausholen lässt, ohne Whoop auch nur einen weiteren Cent zu zahlen. Das Projekt ist kürzlich auf X angekündigt worden und befindet sich noch in einem sehr frühen Pre-Alpha-Stadium. Von einer ausgereiften Verbraucher-App ist es weit entfernt, dennoch schafft es das vermeintlich Undenkbare: Es ruft Gesundheitsdaten direkt vom Wearable ab und zeigt sie vollständig offline an.
Ich habe mir die GitHub-Dateien angesehen, und die App macht externe Server überflüssig, da sie als Local-First-Anwendung arbeitet. Wenn das Fitnessband Daten überträgt, nutzt die App die standardmäßigen Bluetooth-Verbindungsprotokolle des Smartphones, um die Rohdatenpakete direkt aus der Luft abzufangen.
Um diesen konstanten Datenstrom zu verarbeiten, ohne den Akku des Smartphones übermäßig zu belasten, setzt das Projekt auf eine Hybridarchitektur. Die Benutzeroberfläche ist mit SwiftUI umgesetzt und bietet ein übersichtliches Dashboard zum Erfassen von Schlaf-, Belastungs- und Erholungswerten. Die aufwendige Verarbeitung, also das Parsen und Dekodieren der rohen Bluetooth-Pakete, übernimmt unterdessen ein leistungsstarkes Backend in Rust. Beide Seiten kommunizieren lokal auf dem Gerät, sodass die Gesundheitsdaten das Smartphone nicht verlassen.
Auch wenn die Leistung beeindruckend ist, bleibt das Projekt derzeit eher eine Spielwiese für Entwickler als eine echte Alternative für durchschnittliche Nutzer. Da der Code nicht optimiert ist, leiden frühe Builds unter recht deutlicher Verarbeitungsverzögerung. Die App ist aktuell außerdem ausschließlich für iOS-Geräte entwickelt, Android-Nutzer bleiben vorerst außen vor. Unterstützung für ältere Hardware gibt es ebenfalls nicht, die App funktioniert nur mit dem neuesten Whoop 5.0. Falls kein Interesse daran besteht, die App auszuprobieren, hat Google kürzlich Fitbit Air als direkten Konkurrenten zu Whoop gestartet, der nicht stark auf Abos setzt. Zudem gibt es ein Premium-Abo für Google Health, falls mehr Informationen benötigt werden.






