
Zimacube 2 im Test: Dieser Home-Server kann mehr als ein NAS – ein Self-Hosting-Kraftpaket
Würfel statt Cloud!
Mehr als ein klassisches NAS: Dank freier Betriebssystemwahl, Thunderbolt 4 und PCIe-Erweiterungen verwandelt sich der kompakte Würfel auf Wunsch in einen Home-Server, Virtualisierungs-Host oder sogar KI-Rechner. Im Test zeigt sich: Die größte Verbesserung steckt nicht in den Specs, sondern ...Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸
Testfazit - Toller Home Server, aber eher ZimaCube 1.5
Das tolle am ZimaCube (2) ist seine Vielseitigkeit. Klar kann er mit seinen Bays für 11 (!) Speichermedien als NAS dienen. Aber während andere NAS-Systeme in ein eigenes OS zwingen, laufen hier alle x86-Betriebssysteme, von Linux, Unraid, TrueNAS, Proxmox bis hin zu Windows. Durch PCIe kann man sogar GPUs oder andere Erweiterungskarten hinzufügen. So wird aus dem ZimaCube, je nach Bedürfnis, ein vollwertiger (KI-)Server, ein Mediencenter, ein NAS, dank PC-Direktverbindung ein externer Speicher, Editing-Zentrale und vieles mehr.
Allerdings gibt es Einschränkungen: GPUs sind nur bis 70 W erlaubt (aber TB4 für eGPU). Und der reine Blick auf die Specs enttäuscht etwas: Hauptsächlich die PCIe-Slots sind schneller geworden, ansonsten hat sich zumindest beim Pro-Modell kaum etwas verbessert, immerhin profitiert das Standard-Modell von mehr Neuerungen.
Dennoch ist die allgemeine Experience mit dem ZimaCube 2 jetzt deutlich runder als zuvor. Insbesondere die Verbesserung des Kühlsystems und die nun geringere Lautstärke machen den Mini-Server deutlich ansprechender für Heimanwender oder auch kleinere Unternehmen.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Auf der Seite des Herstellers kostet unsere Standardvariante 799 US-Dollar. Das Pro Modell ist mit 1.299 Dollar deutlich teurer.
Speziell für unsere Leser hat IceWhale noch den Rabattcode "notebookcheck_50" hinterlegt, mit dem sich $50 sparen lassen.
Inhaltsverzeichnis
Vor 1,5 Jahren haben wir den ZimaCube getestet, ein von der Leistung her sehr potenter Home Server. Kritik gab es lediglich für die Lautstärke des schwer drosselbaren Lüfters.
Jetzt ist gerade der Nachfolger ZimaCube 2 gelauncht und wir schauen, was sich verbessert und verändert hat.
Gehäuse - 2 Farben für 2 Ausstattungsvarianten
Die Würfel-Dimensionen sind komplett gleich zum Vorgänger, äußerlich gibt es also kaum einen Unterschied. Unser ZimaCube 2 (ZC2) ist aber diesmal in Silber, das gilt für alle Standardmodelle. Zur besseren Unterscheidung ist nur der ZimaCube 2 Pro in Schwarz gehalten.
Anschlüsse
Die Anschlüsse verteilen sich auf Vorder- und Rückseite. Hinten sitzen die Thunderbolt-Ports (ZC1 Standard hatte kein TB4) und Netzwerkschnittstellen, vorne wie bei einem Mini-PC die USB-Ports und der Kopfhöreranschluss.
Wartung
Nach dem Lösen von nur 4 Imbusschrauben können wir die Kopfplatte abnehmen. Im Inneren ist einer der beiden RAM-Slots noch unbesetzt, die SSD kann ausgetauscht und der Lüfter gereinigt werden.
Zubehör
Spezifikationen - Wieder 2 ZimaCube-Varianten
Neben dem Standard-Modell gibt es wieder eine Pro-Verison, das u.a. eine stärkere CPU sowie einen 10-Gbps-Ethernet-Anschluss hat. Wir testen diesmal die Standard-Variante für 799 Dollar.
Und das profitiert von größeren Änderungen: Statt N100-CPU rechnet nun ein Intel i3-1215U im Gehäuse, wodurch endlich auch die Standardversion 2x TB4 inklusive Direktverbindung zum PC sowie eGPU-Optionen unterstützt.
Beim Pro-Modell gibt es weniger Neues, vor allem die PCIe-Slots sind schneller geworden, das eröffnet mehr Möglichkeiten für 3D oder KI-Erweiterungen. Insgesamt sind die Unterschiede auf dem Papier, vor allem der beiden Pro-Versionen aber gering.
Allerdings hat IceWhale viel am internen Kühlsystem gearbeitet, jetzt sorgt eine Vapor Chamber für leiseren Lüfteroutput.
Praxistest - ZimaOS, Proxmox, Unraid oder Windows? Volle Betriebssystem-Freiheit
Einrichtung
ZimaOS ist vorkonfiguriert, wir verbinden den Cube mit dem eigenen Netzwerk/Router und schon kann man ihn über seine IP im Browser eines Zweitrechners ansteuern.
IceWhale rät aber dazu sich gleich den ZimaClient zu installieren, das scannt automatisch nach verbundenen Geräten, ermöglicht Backups und erlaubt vor allem einen unkomplizierten Fernzugriff.
ZimaOS
Natürlich kann man jedwedes x86-Betriebssystem installieren, darunter Ubuntu, Unraid, TrueNAS und natürlich auch Windows, die Power dazu hat das System. Vorinstalliert ist jedoch das bewusst simpel gehaltene ZimaOS, eine grafische Server-Oberfläche (GUI) im Browser auf Basis von CasaOS.
Das OS haben wir schon im Vorgängertest gelobt, seitdem ist es noch runder und vielseitiger geworden, ohne dabei zu komplex zu werden. Beispielsweise kann man nun VMs einrichten, die Speichermedien in mehr RAID-Konfigurationen einrichten usw. Das macht es besonders anfängerfreundlich und gleichzeitig fit für fortgeschrittene Anwender.
Im Container App Store findet man fast alles was man braucht, die GUI ist übersichtlich und einfach gehalten: Von Pi-Hole, Jellyfin, Plex, Syncthing, Nextcloud, lokale KIs bis hin zu VMs ist nahezu alles möglich.
Emissionen & Energie - Deutlich leiser als der Vorgänger im Alltag
Lautstärke
Beim Hochfahren oder Neustarten (nach Update) touren die Lüfter kurz hoch, beruhigen sich dann aber wieder sofern keine Prozesse laufen. Generell drehen die Lüfter aber immer, im Idle im Abstand von 1m mit ca. 26 dB im Idle.
Bei einer CPU-Auslastung von etwa 60 bis 70 Prozent (Jellyfin Videowiedergabe und Pop!OS-VM-Stresstest via Browser) gingen die Lüftergeräusche auf ca. 31 dB hoch. Beide Werte sind definitiv eine Verbesserung zum Vorgänger (30 dB Idle, 35 dB unter Stress).
Energieverbrauch
Der Idleverbrauch ohne weitere Speichermedien liegt bei etwa 20 bis 28 W. Ausgeschaltet genehmigt sich der ZimaCube 2 noch rund 2 W.
Bei der 65-prozentigen Auslastung messen wir einen Verbrauch von ca. 65 W, ohne weitere HDDs oder SSDs. Für den Heimanwender ist das nicht wenig, der Cube ist schon auf Prosumer und kleine Unternehmen ausgerichtet.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.






























