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AIM: Kein "You've Got Mail" mehr ab dem 15. Dezember

AIM stellt den Dienst am 15. Dezember ein.
AIM stellt den Dienst am 15. Dezember ein.
Nach 20 Jahren stellt das gelbe laufende Männlein von AIM am 15. Dezember 2017 seinen Dienst ein. Der Instant-Messaging-Dienst von AOL war einer der ersten weit verbreiteten Chat-Plattformen, nun wird AIM abgedreht.

Alles hat ein Ende, auch eine 20 Jahre lang treu dienende Chat-Plattform, weltweit durch die Ansage "You've Got Mail" und den gleichnamigen Film mit Meg Ryan und Tom Hanks ("[email protected] für Dich") bekannt geworden. Begonnen hat die Erfolgsstory von AIM schon im Mai 1997, als AOL (America Online) zusammen mit der Internet-Zugangssoftware auch einen kostenlosen Instant-Messaging-Zusatzdienst mitliefert. Damit konnten vorerst nur AOL-User miteinander online kommunizieren. Kurz danach wurde die Instant-Messaging-Funktion in eine eigene Applikation ausgelagert, AIM erblickte zum ersten Mal das Internet. Ab diesem Zeitpunkt konnten sich mit AIM auch Nicht-AOL Kunden miteinander unterhalten.

AIM brachte dann in den späten 90er und frühen 2000er Jahren für damalige Verhältnisse bahnbrechende Neuerungen heraus. Wie beispielsweise eine “Buddy-List”, also eine Liste mit Freunden, die in Echtzeit anzeigt, wer gerade online ist, die Möglichkeit zur Erschaffung privater Chaträume, Unterstützung von Bild- und Tondateien in den Nachrichten oder der Versand von Mitteilungen auch über SMS. Ebenfalls möglich war die Aufnahme von ICQ-Usern in die AIM-Buddyliste. Was in der heutigen Zeit langweilig und selbstverständlich klingt, war damals revolutionär. Das war noch die Zeit vor den Smartphones, in der die vielen kostenlosen und aufstrebenden Instant-Messaging-Programme um Nutzer buhlten.

Diese Ära geht zwar in einer anderen Form von Kommunikation mit Diensten wie WhatsApp weiter, für AIM ist aber die Zeit gekommen, “Lebewohl” zu sagen. Wer AIM genutzt hat und aus Nostalgie-Gründen seine Unterhaltungen oder die Kontaktliste nicht verlieren möchte, sollte die AIM-Daten bis spätestens 15. Dezember 2017 sichern. Danach gehen sie für immer verloren. Ist die AIM-Applikation nicht am PC installiert, können die Daten auch über die Web-Version noch bis zum 15. Dezember abgerufen werden. AIM stellt eine Anleitung zur Verfügung, wie Daten gesichert werden können.

Zum Abschied von AIM ein letztes Mal noch das berühmte “You’ve Got Mail” gleich nach dem Modem-Einwählgeräusch:

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Autor: Daniel Puschina,  9.10.2017 (Update:  9.10.2017)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.