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Anamorphe Objektive und ultrabreite Sensoren sollen Smartphone-Kameras deutlich verbessern

Anamorphe Objektive sollen die Zukunft von Smartphone-Kameras sein. (Bild: Glass Imaging)
Anamorphe Objektive sollen die Zukunft von Smartphone-Kameras sein. (Bild: Glass Imaging)
Smartphones setzen auf immer größere Sensoren und komplexere Objektive. Ohne die Kamerabuckel noch dicker zu machen sind die Grenzen der schieren Sensor-Größe aber bald erreicht. Glass Imaging demonstriert, wie anamorphe Objektive zu einer deutlich besseren Bildqualität führen könnten.

Mehr Kameras, größere Sensoren und bessere Bildverarbeitung hatten in den vergangenen Jahren Priorität bei fast jedem Smartphone-Hersteller. Nachdem Geräte wie das Xiaomi 12 Pro (ca. 1.050 Euro auf Amazon) aber bereits über große Sensoren im 1/1,28 Zoll Format verfügen sind die Grenzen dieses Sensor-Wachstums bald ausgeschöpft, zumindest wenn Kamerabuckel nicht noch dicker werden sollen.

Das Start-up Glass Imaging hat nun eine mögliche Lösung für dieses Problem demonstriert: Anamorphe Objektive. Die meisten Smartphones setzen auf Kamerasensoren im 3:2-Format, Glass Imaging nutzt aber extrem breite Sensoren, um die lichtempfindliche Fläche zu vergrößern. Die anamorphen Linsen verzerren das Bild so, dass das ungewöhnliche Format des Sensors gefüllt wird.

Laut Glass Imaging könnten so Sensoren im Format 24 x 8 Millimeter umgesetzt werden, während etwa die Hauptkamera des iPhone 13 (ca. 790 Euro auf Amazon) einen Sensor besitzt, der nur 7 x 5 Millimeter misst. Durch die zusätzliche Fläche könnte der Sensor rauschärmere, detailreichere Bilder aufzeichnen, vor allem auch bei wenig Licht. Die geringere Tiefenschärfe würde auch "echtes" Bokeh ermöglichen, statt nur der simulierten Version eines Porträtmodus.

Das verzerrte Bild wird anschließend gestreckt, sodass ein Bild in einem herkömmlichen Format ohne Verzerrungen entsteht. Die Technologie ist aber nicht frei von Nachteilen. Einerseits können keine anamorphen Zoom-Objektive umgesetzt werden, allerdings soll digitaler Zoom durch den größeren Sensor ein adäquater Ersatz sein. Andererseits gibt es noch Herausforderungen beim Autofokus, und das komplexe Objektiv führt zu Verzerrungen und Artefakten, die per Software korrigiert werden müssen.

Dies soll durch einen KI-Algorithmus automatisch geschehen. Um zu zeigen, wozu diese Technologie imstande ist, hat Glass Imaging das unten eingebettete Beispiel-Foto geteilt, bei dem die Bildqualität dieses anamorphen Kamerasystems mit der Hauptkamera eines Apple iPhone 13 Pro Max verglichen wird.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2022-03 > Anamorphe Objektive und ultrabreite Sensoren sollen Smartphone-Kameras deutlich verbessern
Autor: Hannes Brecher, 25.03.2022 (Update: 25.03.2022)