Astronomen entdecken wasserreichen Exoplaneten, der von seinem Stern verschlungen wird

Die Zahl der neu entdeckten Exoplaneten wächst kontinuierlich, insbesondere dank der Beobachtungen verschiedener Weltraumteleskope. Mitunter stoßen Astronomen jedoch auf Welten, denen ein tragisches Ende bevorsteht und deren Schicksal einen möglichen Blick in die Zukunft der Erde erlaubt.
Zu diesen Planeten gehört HD 176071 b, der rund 335 Lichtjahre entfernt liegt. Er ist etwa zweieinhalbmal so groß wie die Erde und besitzt ungefähr die 8,5-fache Masse. Astronomen gehen davon aus, dass er zu rund 50 Prozent aus Wasser besteht und seinen Stern HD 176071 in einer Entfernung von etwa 2,4 Millionen Kilometern umkreist.
Die geringe Entfernung zu seinem Mutterstern wird dem Exoplaneten allerdings zum Verhängnis. Starke Gezeitenkräfte sorgen dafür, dass er sich seinem Stern immer weiter nähert.
Auch weitere Eigenschaften machen HD 176071 b ungewöhnlich. Forschern zufolge befindet sich der Exoplanet in der Neptunwüste, einer sternnahen Region, in der Planeten von der Größe des Neptun nur selten vorkommen. Zudem besitzt er eine dynamische Atmosphäre, die von seinem Mutterstern offenbar nicht abgetragen worden ist. Sylvain N. Breton vom italienischen Nationalinstitut für Astrophysik (INAF) erklärt dazu:
Das zeigt, dass wir keine statische Momentaufnahme betrachten, sondern eine aktive und veränderliche Atmosphäre, in der sich dichte, stark reflektierende Wolken bilden, weiterentwickeln und entlang der kältesten Randbereiche des Planeten bewegen.

Für den Nachweis mussten die Astronomen außerdem das von dem Exoplaneten reflektierte Sternenlicht beobachten und analysieren. HD 176071 b weist eine gebundene Rotation auf, sodass eine Seite dauerhaft beleuchtet wird, während die andere in ständiger Dunkelheit liegt.
















