Neulich habe ich einen länger nicht benutzten Smartphone-Gimbal aus den Untiefen meiner Schublade für Videotechnik gekramt, es ergab sich gerade die Möglichkeit ihn wieder mal zu nutzen. Natürlich war der Akku leer. Nach dem üblichen Ladevorgang ließ sich das Gerät zwar einschalten, durch die längere Nichtbenutzung und möglicher Tiefenentladung war der Akku aber offensichtlich beschädigt und der Gimbal konnte nicht einmal mehr sein eigenes Gewicht geschweige das eines zusätzlichen Smartphones mehr tragen. Weil der Akku auch nicht wechselbar ist, dürfte der Gimbal nun Elektroschrott sein. Ein akkubetriebenes Lavaliermikrofon fürs Smartphone, welches ich geschenkt bekommen und leider vor dem ersten Versuch drei Monate liegen gelassen habe, war direkt von Beginn an tot.
Um die 2000er herum waren fest installierte Akkus generell untypisch. Akkus in Fahrzeugen, Laptops und Handys (Ja Handy, das erste iPhone erschien erst 2007) waren nahezu allesamt wechselbar. Feste Akkus gab es vielleicht höchstens in bis dahin noch teuren Rasierern. Viele Geräte wurden zudem mit wechselbaren Standardbatterien (z. B. AA, AAA) betrieben. Heute sind trotz EU-Regeln (Batteries Regulation, EU‑Verordnung 2023/1542) die meisten Akkus fest verbaut, sowohl im Smartphone als auch in den allermeisten Laptops und vor allem in einer Unmenge an Gadgets.
Zumeist nicht vom Konsumenten wechselbare Akkus stecken in Kopfhörern, Bluetooth-Lautsprechern, Partyboxen, elektrische Zahnbürsten, VR-Headsets und deren Controller, Laptops, elektrischen Rasierern, Game Controllern, Haarschneidemaschinen, Gadgets wie Smartphone-Gimbals, Mikrofonen, Powerstations, Powerbanks, Akkuschraubern und-bohrern, Diktiergeräten, KI-Übersetzern, Lampen, Gaming-Handhelds, E-Readern und vielen vielen mehr. Hinzu kommen Akkus, die man zwar wechseln kann, aber trotzdem pflegen sollte, wie Actioncams, Dronen, Fahrrädern/E-Bikes, ferngesteuerte Modell-Autos und-Boote, Kameras und mehr. Wer sich einmal in den eigenen vier Wänden genauer umschaut, wird sicher selbst eine ganze Reihe davon auffinden. Schreibt gerne in die Kommentare wie viele Akku-Geräte sich erspähen lassen, bei mir sind es grob geschätzt über 30 Stück!
Aber wie im Falle meines Gimbals gehen Akkus schnell kaputt, wenn man sie nicht regelmäßig verwendet. Alleine bei der Menge an akkubetriebenen Geräten und Gadgets ist eine regelmäßige Verwendung aber nicht möglich. Meine Powerstation brauche ich nur für ganz spezielle Anlässe, Drohnen fliegt man auch nicht wöchentlich oder gar täglich, Akkuschrauber ebenso wenig, Gleiches gilt für diverse andere Gadgets wie ferngesteuerte Autos, und dergleichen.
Mal abgesehen von der generellen Debatte über vermarkteten Überflusskonsum und den damit verbundenen Umweltschäden besitzen wir alle heutzutage deutlich mehr Akku-Geräte als wir korrekt warten können. Defekte Geräte und Unmengen an vermeidbarem Elektroschrott sind die Folge. Nicht umsonst hat die EU die oben aufgezeigte Regelung eingeführt, die allerdings erst 2027 wirklich greift. Und wie gut sie umgesetzt wird, bleibt außerdem noch abzuwarten, denn es gibt bereits jetzt viele Ausnahmen, die Unternehmen beantragen können.
Wir als Kunden haben aber ebenfalls Einfluss auf die Unternehmen. Wir können beim Kauf auf wechselbare Akkus achten und vor allem nicht jedes "coole", billige Gadget kaufen, was ein paar Stunden Abwechslung verspricht, dann im Schrank vergammelt und schließlich beinahe neu im Müll landet, inklusive der wertvollen Ressourcen die darin stecken. Man könnte auch mal die Prime Days, Black Weeks etc auslassen, aber das ist wohl ein eigenes Thema. Ob ich das selbst schaffe?












