Klar, die oben erwähnten 12,8 Prozent sehen gut aus. Man muss aber wissen: Ein zusätzlicher Arbeitstag im September und die schwachen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr haben da stark mitgeholfen. Experten sagen darum: Diese Stärke wird sich in den kommenden Monaten wohl kaum so halten.
Der private Zulassungsanteil hat im September richtig stark zugelegt und liegt damit über dem, was man sonst so über die Jahre sieht (dem langjährigen Durchschnitt). Was bedeuten diese Käufe? Laut den Experten von Dataforce zeigen diese: Private Haushalte sind bereit, größere Investitionen zu tätigen. Und das, obwohl es Inflation und Unsicherheit gibt. Hier spielen wohl der Trend zu günstigeren E-Auto-Modellen und die attraktiven Leasingangebote die wichtigste Rolle.
Expertenstimme: Private Käufer stützen den Markt
Die Situation wird von Benjamin Kibies, Senior Automotive Analyst bei Dataforce, folgendermaßen eingeordnet:
"Die Septemberzahlen bringen gute Nachrichten für den deutschen Automarkt. Der dritte Wachstumsmonat in Folge, und das sogar mit einem zweistelligen Zuwachs. Getragen wird die Erholung momentan vor allem vom Privatmarkt, wo immer mehr Menschen die Elektromobilität selbst erfahren wollen. Um jedoch die Talsohle von nur 2,8 Millionen Neuzulassungen pro Jahr zu verlassen, braucht es auch mehr Flottenzulassungen. Bei den Nutzfahrzeugen ist schon eine deutliche Belebung zu spüren, bei den Pkw wird es wohl noch etwas dauern."
Der Absatz von BEVs und PHEVs ist massiv gestiegen. Die reinen E-Autos (BEV) sind prozentual stärker gewachsen als die Plug-in-Hybride, deren Zuwachs etwas moderater war. Damit ist klar: Die Präferenzen gehen zu elektrischen Antrieben. Das funktioniert, obwohl die Diskussion um Förderkürzungen und die Ladeinfrastruktur einfach weitergeht. Die Mischung aus Rabatten und attraktiven Modellen der Hersteller wirkt da Wunder. Achtung: Die Hersteller setzen auch auf Kurzzulassungen, um ihre internen EU-Ziele zu erfüllen und Lagerbestände loszuwerden; das befeuert den Markt zusätzlich.
Transporter und Ausblick
Auch der Markt für leichte Nutzfahrzeuge wie Transporter zeigt nach langer Durststrecke endlich grüne Zahlen. Neun Monate lang war der Sektor im Minus, im September drehte das Blatt. Dies ist ein sehr wichtiges Zeichen für das Handwerk und das Logistikgewerbe. Der Hintergrund: Investitionen in neue Flotten deuten oft auf eine optimistische Geschäftserwartung hin. Wichtig: Auch die Transporter, also leichte Nutzfahrzeuge, zeigen nach langer Durststrecke endlich grüne Zahlen.
Wegfall der Sondereffekte
Die Leute von Dataforce machen auch hier eine klare Ansage: Die wahre Stärke des Marktes wird man erst in den kommenden Monaten sehen. Der einfache Grund: Diese Sondereffekte, wie der zusätzliche Arbeitstag im September, fallen dann weg. Der Trend zur Besserung ist da; er ist nur extrem langsam und von externen Faktoren abhängig. Man rechnet damit, dass das vierte Quartal zwar positiv bleibt, aber die zweistelligen Wachstumsraten aus dem September kaum noch erreicht werden.






















