Der deutsche Pkw-Markt zeigte sich im Oktober 2025 robust. Was das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bereits mit den offiziellen Zahlen belegte, wird nun von Dataforce in einer tieferen Marktanalyse bestätigt. Die Analysten untermauern die rund 250.000 Neuzulassungen (ein Plus von knapp acht Prozent), liefern aber vor allem die wichtigen Details zu den einzelnen Kanälen wie Flotten und Privatkunden. Das schwache erste Halbjahr 2025 drückt jedoch auf die Gesamtbilanz. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Dataforce daher nur mit 2,82 Millionen Pkw-Zulassungen, was einer Stagnation gleichkäme. Der starke Oktober zeige aber, welches Potenzial für das kommende Jahr 2026 vorhanden ist.
Starke Privatnachfrage als Wachstumsmotor
Die Hauptlast des Wachstums schultert aktuell die private Nachfrage. Dieser für die Hersteller wichtige Kanal kletterte im Oktober um beachtliche zwölf Prozent. Analysten sehen hier bis zum Jahresende ein Plus von 20.000 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Parallel dazu steigen seit vier Monaten die Neuzulassungen der Autovermieter um zweistellige Raten. Ein Plus von 29 Prozent im Oktober ist hier ein deutliches Signal. Dataforce-Experten sehen hier aber klare Anzeichen für taktische Zulassungen, was der untypisch hohe E-Auto-Anteil in diesem Kanal untermauere. Auch die Eigenzulassungen im Fahrzeugbau (plus 22 Prozent) wachsen stark, während der Fahrzeughandel (minus 3 Prozent) schwächelt.
BEVs knacken 20-Prozent-Marke ohne Förderung
Die spannendste Entwicklung des Monats zeigt sich bei der Elektrifizierung. Im Oktober entschieden sich 21 Prozent aller Neuwagenkäufer für ein reines E-Auto (BEV). Das ist ein Zuwachs von fast zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat September. Das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Zahl: Erstmals in der Geschichte des deutschen Automarktes wurde die Marke von 20 Prozent ohne jegliche staatliche Kaufprämie oder Förderung durchbrochen. Der Markt für E-Autos scheint sich damit erfolgreich von der Subventions-Abhängigkeit zu lösen. Davon profitieren auch die Plug-in-Hybride (PHEV), die weiterhin stark nachgefragt sind und ein sattes Plus von 60 Prozent verzeichneten.
E-Autos in Flotten kurz vor dem Überholmanöver
Eine regelrechte Wachablösung steht im strategisch wichtigen Flottenmarkt bevor. Zwar bewegte sich der Gesamt-Firmenwagenmarkt im Oktober mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent nur auf Vorjahresniveau, doch die Antriebsarten im Inneren verschieben sich dramatisch. Das Rennen um Platz 1 bei den Antriebsarten ist extrem knapp: 20.900 neu zugelassenen Diesel-Pkw stehen 20.700 Benziner und bereits 20.000 reine E-Autos (BEV) gegenüber. Die Prognose der Analysten ist daher eindeutig: Im Jahr 2026 werden BEVs die meistverkaufte Antriebsart in deutschen Fuhrparks sein und die Verbrenner hinter sich lassen. Bei den Plug-in-Hybriden gehen 45 Prozent an die Flotten und 20 Prozent an Privatkunden.
Transportermarkt schwächelt wegen Vermietern
Als Sorgenkind erweist sich weiterhin der Transportermarkt (leichte Nutzfahrzeuge plus Pkw-Utilities). Dieser gab im Oktober um zwei Prozent nach. Der Grund dafür ist ein massiver Einbruch bei den Vermieterzulassungen, die um 36 Prozent abstürzten. Private Transporterzulassungen blieben stabil, Flotten legten leicht um zwei Prozent zu. Die schwache wirtschaftliche Dynamik und die schwierige Elektrifizierung bremsen den Markt. Der E-Anteil bei Transportern liegt stabil bei nur zehn Prozent – notwendig wäre laut Experten das Doppelte. Sie fordern eine Gleichstellung von E-Transportern bis 4,25 Tonnen mit Verbrennern bis 3,5 Tonnen.

















