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Capture-Card AVerMedia GC573 Live Gamer im Kurztest

Die AVerMedia GC573 Live Gamer ist für einen PCIe-Steckplatz gedacht.
Die AVerMedia GC573 Live Gamer ist für einen PCIe-Steckplatz gedacht.
Streamen auf Twitch oder Youtube Live wird dank immer schneller werdenden Internetleitung zunehmends populärer. Doch auch hier steigen die Anforderungen. 60 Bilder pro Sekunde bei 4K-Auflösung, HDR-Inhalte, Passthrough und Latenz sind Schlagworte, die besonders für das Aufzeichnen von Gaming-Content eine Rolle spielen. Wir testen bei der Gelegenheit die AVerMedia GC573 Live Gamer Capture-Card kurz an.
Daniel Puschina,

Das Streamen von Spielen auf Twitch ist keine Randerscheinung mehr. Doch nicht nur Gamer, auch Streamen über Youtube von verschiedenen Inhalten wird immer populärer. Wichtig hierfür ist die Auswahl der richtigen Capture-Card, denn nicht ein jeder braucht eine Aufzeichnung in 4K-Auflösung oder HDR.

Als Hersteller für Capture-Karten kristallieren sich auf dem Markt zwei Namen heraus: AVerMedia und Elgato. Elgato hat diesen Sommer mit der 4K60 Pro MK.2 den Nachfolger der Elgato 4K60 Pro auf den Markt gebracht. Dieser ist imstande, Inhalte mit 4K-Auflösung und 60 Frames aufzunehmen. Neu ist allerdings, dass nun auch HDR10-Material aufgenommen werden kann. Beim Vorgänger, der Ende 2017 veröffentlicht wurde, musste HDR an der verwendeten Quelle vor der Aufzeichnung noch deaktiviert werden. Diese war eine der ersten 4K-Capture-Card für Gamer und kostete beim Launch somit rund 400 US-Dollar. Die Preise heutzutage für die semi-profesionellen PCIe-Karten sind mittlerweile beinahe um die Hälfte gefallen. Aufzeichnen konnte die 4K60 Pro von Elgato mit 4K, 1440p oder 1080p mit 60 Bildern in der Sekunde. 144 Bilder pro Sekunde oder mehr werden von Elgato sowohl bei der alten, als auch bei der neuen 4K60 Pro MK.2 nicht immer garantiert.

Schickes vergittertes Metall-Gehäuse
Schickes vergittertes Metall-Gehäuse
An der Slotblende sind zwei HDMI-Anschlüsse für In und Out zu finden
An der Slotblende sind zwei HDMI-Anschlüsse für In und Out zu finden

HDR macht den Unterschied

Doch Elgato stand in dieser Zeit mit der Capture-Card nicht lange alleine da, die Firma AVerMedia rückte mit der GC573 Live Gamer ein Jahr später nach und bot die gleichen Auflösungen an, aber mit einer Aufzeichnungsrate von bis zu 240 Bildern pro Sekunde bei 1080p, 144 Bilder pro Sekunde bei 1440p und 60 Bilder pro Sekunde bei 2160p. Ein weiterer Unterschied zur Elgato 4K60 Pro war die Möglichkeit, auch HDR-Inhalte aufzeichnen zu können, denn AVerMedia Live Gamer unterstützt neben dem Codec H.264 auch HEVC/H.265. Dieses Feature bietet mittlerweile aber auch die aktuelle 4K60 Pro MK.2 von Elgato. Sowohl die neue Karte von Elgato, als auch die bereits im Vorjahr veröffentlichte AVerMedia GC573 Live Gamer beherrschen darüber hinaus die Königsdisziplin, nämlich das Capturing und gleichzeitiges Pass-Through von 4K-Inhalten mit 60 Frames in HDR.

Kurztest AVermedia GC573 Live Gamer

Wir wollen bei der Gelegenheit die AVerMedia GC573 Live Gamer genauer unter die Lupe nehmen und haben ein Testexemplar bei uns liegen. Die Karte mit vergittertem Metall-Gehäuse und eingebauter RGB-Leuchte, die auf verschiedene Effekte konfiguriert, aber auch deaktiviert werden kann, benötigt einen freien PCIe-Steckplatz. Sie ist somit nur für den Einsatz in einem Desktop-PC gedacht. Durch die PCIe-Anbindung wird hier das Maximum an Leistung und Minimum an Latenz herausgeholt, als bei USB-Lösungen, wie beispielsweise der Elgato Game Capture HD 60 S oder AVerMedia GC551 Live Gamer Extreme 2Die Slotblende besitzt zwei Anschlüsse: HDMI-Input und HDMI-Output (2.0), ein passendes HDMI 2.0 Kabel ist im Lieferumfang enthalten. 

Die Aufzeichnungsmöglichkeiten bei der Capture-Card von AVerMedia sind äußerst vielfältig. Wie schon erwähnt, stellt das Pass-Through von 4K-Inhalten mit 60 Bildern in der Sekunde und gleichzeitiger Aufnahme in 4K kein Problem dar. Billige Karten unterstützen nicht immer das Durchschleifen der Original-Auflösung und skalieren hinunter. Aber auch das Pass-Through von HDR-Inhalten und das Aufzeichnen in SDR durch Tone-Mapping ist möglich. Man kann also mit HDR-Wiedergabe am Monitor zocken, und dabei auswählen, ob mit HDR oder SDR aufgezeichnet werden soll. Die Unterschiede zwischen HDR und SDR sind bei einigen Spielen eklatant. HDR bringt zum Beispiel durch den vollen Dynamikumfang den Detailreichtum der Wolken sehr gut zur Geltung, während SDR nur überbelichtetes Weiß wiedergibt. HDR-Inhalte müssen übrigens mit der hausinternen Software RECentral von AVerMedia aufgezeichnet werden, da Programme wie OBS und Xsplit den benötigten H.265-Codec und auch das Tone-Mapping nicht unterstützen.

Die Installation der Karte gestaltet sich simpel, sie wird in einen PCIe-Steckplatz des Rechners gesteckt und der Installationsassistent lädt alle notwendigen Treiber und Software hinunter. Die Karte selbst leuchtet in RGB-Farben. Das dient nicht nur der Optik, sondern gibt auch den derzeitigen Status der Karte an. Bevor die Treiber installiert wurden, pulsierte sie rot. Nun wechselt sie nach der erfolgreichen Installation alle Farbkombinationen durch und zeigt ihre Bereitschaft an. Das Farbenspiel kann aber auch in den Einstellungen deaktiviert werden. 

Der Installations-Assistent hilft beim Download der richtigen Treiber und Software
Der Installations-Assistent hilft beim Download der richtigen Treiber und Software
Der Performance-Test gibt an, welche Aufzeichnungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen
Der Performance-Test gibt an, welche Aufzeichnungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen

Vorausgesetzt wird natürlich auch ein halbwegs leistungsstarkes PC-System. Für 4K-HDR (60 Frames) und 1080p (240 Frames) wird zumindest ein Intel Core i5-6XXX, eine NVIDIA GeForce GTX 1060 und mindestens 8GB RAM empfohlen. Bei unserem Testsystem (Intel Core i5-6600K, Nvidia Geforce GTX 1070Ti) haben wir beim Benchmarktest Ghost Recon Breakpoint auf 4K (mittlere Details plus HDR) im Durchschnitt 35 Bilder pro Sekunde gemessen. Sobald wir die Aufzeichnung mit der RECentral-Software von AVerMedia gestartet haben (4K mit HDR im optimalen Modus), ging die Framerate auf 28 Bilder pro Sekunde zurück. Hier besteht aber die Möglichkeit für die Aufzeichnung einen zweiten PC zu verwenden, in der die Capture-Card ihre Dienste versieht. Gespielt wird somit auf dem Spiele-PC, Laptop, oder Spielekonsole, dabei wird mit HDMI das Videosignal über die AVerMedia Card im Desktop-PC auf den Monitor durchgeschliffen.

RECentral ist einfach und intuitiv zu bedienen
RECentral ist einfach und intuitiv zu bedienen

Für die Aufzeichnung kann zwischen Aufnehmen und Streamen selektiert werden, Streaming-Plattformen wie Twitch oder YouTube und weitere stehen dabei zur Auswahl bereit. Abgespeichert werden die Dateien als .mp4, HDR-Aufzeichnungen können beispielsweise mit dem freien Videoplayer VLC wiedergegeben werden. Sowohl die Installation der Karte und Software, als auch die Aufzeichnung in 4K und HDR klappte in dem Test problemlos. Derzeit liegt der Preis für die AVerMedia GC573 Live Gamer auf Amazon bei 230 Euro.

Im Rahmen der Black-Friday-Angebote senkt AVerMedia die Preise für weitere Produkte, wie beispielsweise die USB-Lösungen Live Gamer Ultra GC553 um 160 Euro (statt um 250 Euro), das allerdings im 4K-Aufnahmemodus zwar 60 Bilder pro Sekunde Pass-Through bietet, aber nur mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnet. Oder das günstigere Live Gamer Extreme 2 GC551 um 120 Euro (statt um 170 Euro), das nur mit 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde aufnimmt.

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Autor: Daniel Puschina, 25.11.2019 (Update: 28.01.2020)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.