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Google Stadia: Spiele trotz Versprechen teils nicht 4K

Das "bis zu 4K" sollte man bei Stadia sehr wörtlich nehmen. (Bild: Google)
Das "bis zu 4K" sollte man bei Stadia sehr wörtlich nehmen. (Bild: Google)
In der jüngsten Episode des Dramas, das Google als Stadia-Launch bezeichnet: Einige Spiele werden trotz des Versprechens von Stadia-Boss Phil Harrison auch bei kostenpflichtigem Abo und ausreichender Bandbreite nicht in 4K, sondern teils nur in 1080p dargestellt.
Hannes Brecher,

Fasst man den Start der Spiele-Streaming-Plattform kurz zusammen, so muss man hier vor allem das mit 22 Titeln verhältnismäßig kleine Angebot von Spielen zu teils sehr teuren Preisen erwähnen. Die Fachpresse hat die vielen Einschränkungen sowie einige technische Probleme kritisiert, und der peinliche Launch-Trailer mit einigen Falschinformationen konnte die Situation für Google kaum verbessern.

Mittlerweile ist klar, dass die Bildqualität der Spiele häufig nicht besser als auf einer Konsole ist. Google hat bei der Ankündigung von Stadia versprochen, dass jede Instanz eine Grafikleistung von 10,7 TFLOPs aufweist – das ist mehr als eine Xbox One X (ab 329 Euro auf Amazon) und eine PlayStation 4 Pro (ab 299 Euro auf Amazon) zusammen. Laut diesem Tweet vom Stadia-Boss Phil Harrison vom 9. Oktober sollten daher ausnahmslos alle Stadia-Spiele 4K unterstützen:

Stimmt so nur leider nicht. Wie DigitalFoundry im unten eingebetteten Video berichtet, wird Red Dead Redemption 2 je nach Bandbreite in 1080p oder 1440p gerendert und dann vom Chromecast Ultra auf 4K hochgerechnet – damit verarbeitet der Stadia-Server weniger Pixel als etwa eine PlayStation 4 Pro. Laut einem aufschlussreichen Artikel von Eurogamer ist das kein Einzelfall: Destiny 2 wird in jedem Fall nur in 1080p gerendert, nur um ein Beispiel zu nennen. 

Googles Marketing hat hier eher falsche Hoffnungen geweckt denn gelogen, immerhin sprach das Material immer von "bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde", allerdings haben der eindeutig falsch informierte Tweet von Phil Harrison sowie die Prämisse von Stadia Pro nicht unbedingt zum Image von Stadia beigetragen. Immerhin verlangt Google von Pro-Kunden eine monatliche Abo-Gebühr, um die höhere Qualität nutzen zu dürfen – 1080p wird schließlich auch im noch nicht verfügbaren, kostenlosen Basic-Abo angeboten werden, wenn auch ohne 5.1 Surround-Sound oder HDR.


Google hat mittlerweile ein offizielles Statement abgegeben (frei übersetzt):

Stadia streamt mit 4K-Auflösung bei 60 FPS – und das in allen Aspekten der Grafikkette, vom Spiel bis zum Bildschirm: Die GPU, der Encoder und Chromecast Ultra geben auf 4K-TVs stets 4K aus, solange die Bandbreite ausreichend ist. Entwickler arbeiten hart daran, die beste Spielerfahrung für jedes Spiel zu gewährleisten.

Wie auf allen Plattformen kommen eine Reihe unterschiedlicher Techniken zum Einsatz, um die bestmögliche Qualität zu erreichen. Wir geben Entwicklern die Freiheit, den Weg selbst zu wählen, um die beste Bildqualität und Bildrate auf Stadia zu erreichen, und wir sind beeindruckt von dem, das schon bei Launch erreicht wurde.

Wir erwarten, dass viele Entwickler ihre Spiele auf Stadia weiter optimieren werden. Und da Stadia auf unseren Servern läuft haben Entwickler die Möglichkeit, sehr schnell Updates auszuliefern um die Spielerfahrung zu verbessern – ganz ohne die Notwendigkeit eines Downloads.

Es scheint also ganz so, als ob Google schlicht mehr versprochen hat, als Stadia tatsächlich liefern kann. In jedem Fall wirft das kein gutes Licht auf einen Service, der ohnehin bereits mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Wenn Google hier in den nächsten Monaten nicht stark nachbessert könnte es schwierig werden, mit Microsofts Project xCloud oder auch mit Intels hauseigenem Streaming-Service zu konkurrieren, sobald diese erst auf den Markt kommen.

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Autor: Hannes Brecher, 25.11.2019 (Update: 25.11.2019)
Hannes Brecher
Hannes Brecher - News Editor
Seit ich als Kind einen Game Boy Color mit Pokemon Rot geschenkt bekam, war ich fasziniert davon, wie man ganze Welten mithilfe von so einfachen Grafiken und Texten erschaffen kann. Das hat nicht nur mein Interesse an Hard- und Software geweckt, sondern auch meine Leidenschaft für Design und für’s Schreiben, die ich nun als Grafikdesigner und Redakteur ausleben darf.