ChatGPT liest jetzt Gesundheitsdaten, nur nicht in Deutschland

OpenAI hat seine Gesundheitsfunktion ChatGPT Health am 23. Juli 2026 für alle Nutzer in den USA freigeschaltet. Wer dort eingeloggt und mindestens 18 Jahre alt ist, kann Arztberichte und Fitness-Apps mit dem Chatbot verbinden, egal ob im Gratis-Konto oder im Bezahl-Abo. In Deutschland, dem übrigen Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweiz und Großbritannien ist die Funktion nicht verfügbar.
Das steckt hinter ChatGPT Health
Die Funktion bündelt Gesundheitsdaten an einem Ort. Nutzer in den USA können ihre Arztunterlagen aus Klinik-Systemen wie Epic oder Oracle Health anbinden, dazu Apple Health, MyFitnessPal oder Weight Watchers. ChatGPT beantwortet Fragen dann auf Basis der eigenen Werte, etwa zu Laborergebnissen oder zur Vorbereitung eines Arzttermins. Laut OpenAI liegen die Gesundheits-Chats in einem eigenen, zusätzlich verschlüsselten Bereich und fließen nicht ins Training der Modelle. Neu ist außerdem, dass sich der Gesundheitskontext jetzt in jedem Chat abrufen lässt und nicht mehr nur in einem eigenen Menü. OpenAI zählt inzwischen rund 300 Millionen Gesundheitsfragen pro Woche, im Januar waren es noch 230 Millionen.
Warum Deutschland außen vor bleibt
Schon beim ersten Start im Januar hat OpenAI den Europäischen Wirtschaftsraum, die Schweiz und Großbritannien ausgenommen. Der Grund liegt in den strengeren Regeln für Gesundheitsdaten. Die Anbindung an echte Arztakten gibt es ohnehin nur in den USA. Für deutsche Nutzer heißt das: Der Gesundheits-Modus mit eigenen Daten kommt vorerst nicht. ChatGPT lässt sich hier aber weiter für allgemeine Gesundheitsfragen nutzen.
Eine Klage wirft einen Schatten auf den Start
Einen Tag vor der Freischaltung verklagte ein Pastor aus Florida OpenAI. Laut einem Bericht der New York Times soll ihm ChatGPT geraten haben, keinen Arzt aufzusuchen, mit beinahe tödlichen Folgen. OpenAI verweist in der Antwort auf die Nutzungsbedingungen, wonach der Dienst nicht für Diagnose oder Behandlung gedacht ist. Das Unternehmen betont, man arbeite mit Ärzten an sichereren Antworten, und das kleinste Modell der jüngsten Generation, GPT-5.6-Luna, schneide im hauseigenen Test HealthBench besser ab als der Vorgänger. Mehrere Studien warnen dennoch, dass KI-Chatbots als Quelle für medizinischen Rat unzuverlässig sind.
Was das für dich bedeutet
Auch ohne ChatGPT Health nutzen viele Menschen den Chatbot längst für Gesundheitsfragen. Das kann beim Einordnen von Befunden helfen, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung, gerade bei ernsten Symptomen. Wer sensible Gesundheitsdaten eingibt, sollte wissen, dass sie auf den Servern des Anbieters verarbeitet werden. Was KI-Dienste heimlich über dich speichern und wie du das abstellst, haben wir dir zusammengefasst.





