Entwickler: Sony könnte Hardware auch gleich ganz abschaffen

Unternehmen wie Sony und Microsoft müssen als Wirtschaftsunternehmen Gewinne priorisieren. Bei Spielen und deren Fans spielen jedoch auch persönliche Erinnerungen und Gefühle eine große Rolle. Mit Sonys Entscheidung, physische Spiele auf Disc abzuschaffen, fühlen sich viele Fans vor den Kopf gestoßen. Ein japanischer Entwickler hat die Entscheidung nun offen kritisiert und erklärt, Sony verstehe die Gefühle seiner Anhänger nicht.
Im Gespräch mit Noisy Pixel auf der Anime Expo 2026 hat Disgaea-Schöpfer Sohei Niikawa seine Meinung zu Sonys umstrittener Entscheidung geäußert. Aus rein wirtschaftlicher Sicht sei der Schritt zwar nachvollziehbar, die emotionale und persönliche Bindung vieler Spieler an physische Datenträger werde dabei jedoch vollständig ignoriert.
Niikawa zufolge schätzen Fans physische Spiele als Erinnerungsstücke an schöne Erlebnisse. Zudem lassen sich die Hüllen zu Veranstaltungen wie der Anime Expo mitnehmen und signieren, wodurch sie zusätzlich an Wert gewinnen. Auch als Dekoration in den eigenen vier Wänden finden sie Verwendung. Eine solche Erfahrung hätten die für die Entscheidung verantwortlichen Sony-Führungskräfte nie selbst gemacht, so Niikawa.
Wenn Sony bereits beschlossen habe, physische Spiele abzuschaffen, stelle sich laut Niikawa die Frage, warum das Unternehmen dabei haltmache und nicht gleich vollständig auf eigene Hardware verzichte.
Ein Fernseher würde ausreichen. Wozu braucht es dann noch eine Konsole? Wenn physische Spiele abgeschafft werden, kann Sony auch konsequent sein und gleich ganz auf die Hardware verzichten.
Niikawa bezieht sich damit auf Cloud-Streaming, bei dem zum Spielen lediglich ein Fernseher und ein Controller benötigt werden. Sonys Cloud-Streaming-Plattform ist inzwischen zwar leistungsfähig, unterliegt aber weiterhin Einschränkungen und steht nicht allen Nutzern zur Verfügung. Zudem erzielt Sony mit dem Verkauf von Konsolen hohe Einnahmen und dürfte diese Einnahmequelle daher beibehalten wollen.
Niikawas Haltung wird von vielen Fans geteilt. Trotz sinkender Verkaufszahlen messen sie physischen Spielen weiterhin einen hohen Wert bei. Das zeigen sowohl die Proteste im Internet als auch die Petition "Don't Kill the Disc", die inzwischen mehr als 335.000 Unterschriften gesammelt hat.













