Epic setzt bei Marvel-Star-Wars-Shooter voll auf KI – Fans sind entsetzt

Epic Games plant bei der Spieleentwicklung offenbar einen radikalen KI-Kurs. Wie in einem aktuellen Reddit-Thread unter Berufung auf einen Artikel von Bloomberg (Paywall) diskutiert wird, soll ein bislang unangekündigter Shooter mit Charakteren aus den Marvel- und Star-Wars-Universen künftig nach einem „AI-first“-Ansatz entstehen. Eigentlich soll die Veröffentlichung für März 2027 geplant gewesen sind, doch daraus wird nichts. Das Spiel wird auf unbestimmte Zeit verschoben.
Besonders kontrovers sind die neuen Vorgaben für das Entwicklerteam. So soll ein Projektleiter intern ausdrücklich „Kein handgeschriebener Code mehr“ angeordnet haben. Statt selbst zu programmieren, sollen die Entwickler KI-Werkzeuge wie Claude von Anthropic nutzen. Auch die Grafikproduktion soll vollständig über KI-gestützte Workflows laufen. Menschen bleiben zwar an Bord, sollen die Ergebnisse aber vor allem anleiten und kontrollieren. Epic-CEO Tim Sweeny hat die KI-Offensive bereits offiziell auf X angekündigt:
Community reagiert mit Boykottdrohungen
Auf Reddit stößt Epics KI-Offensive auf reichlich Gegenwind. Einer der Top-Kommentare stammt von u/Propagandhi1988: „Klingt nach einem tollen Spiel, das man sich niemals kaufen sollte“. Rund 10.000 Upvotes sprechen für sich. Viele Nutzer wollen den Shooter allein wegen seiner KI-Ausrichtung kaufen. Für Lacher sorgt außerdem der Umstand, dass Epic die Entwicklung mithilfe von KI „beschleunigen“ will, während sich das Spiel gleichzeitig auf unbestimmte Zeit verschiebt.
Neben grundsätzlicher Ablehnung gibt es auch handfeste Bedenken. Viele Kommentatoren bezweifeln, dass sich ein komplexes Spiel ohne handgeschriebenen Code vernünftig entwickeln lässt. Besonders die Fehlersuche und spätere Anpassungen könnten zum Problem werden. Mindestens genauso groß ist die Sorge und die Arbeitsplätze der Entwickler. u/SuperDrooper, nach eigenen Angaben seit 16 Jahren in der Gaming-Branche tätig, beschreibt, wie sich der Arbeitsalltag gewandelt hat: Statt Vorgesetzten zu erklären, warum seine eigenen Lösungen funktionieren, müsse er inzwischen begründen, warum die Vorschläge von Claude nicht funktionieren. Er befürchtet, dass solche Einwände irgendwann nicht mehr erwünscht sein könnten – und damit auch sein Arbeitsplatz auf dem Spiel steht.
Quelle(n)
Reddit, Tim Sweeny via X (ehemals Twitter)
Bildquelle: Epic
















