Forza Horizon 6: Auch Silent Hill-Schöpfer lobt Realismus

Erst seit wenigen Tagen ist Forza Horizon 6 erhältlich – genauer gesagt seit dem 19. Mai 2026. Für viele Fans erfüllt sich damit der lang gehegte Wunsch, das Horizon Festival virtuell in Japan zu erleben. Besonders bei japanischen Spielern sorgt die offene Spielwelt mit ihren zahlreichen Wahrzeichen und Schauplätzen allerdings für eine geradezu surreale Erfahrung. Selbst von Silent Hill-, Slitterhead- und der Siren-Schöpfer Keiichiro Toyama zeigte sich von der realistischen Präsentation des Spiels so beeindruckt, dass er bereits viele Stunden darin verbracht hat.
Nachdem er durch die Japan-Nachbildung von Playground Games gefahren war, trat er ins echte Zentrum von Tokio hinaus – und konnte kaum glauben, wie vertraut alles wirkte. Auf X schreibt er, was offenbar viele Menschen in Japan dachten: „Ich dachte nur: ‚Wow, das ist ja wie Forza Horizon 6 im echten Leben, lol!‘“
Die visuelle Qualität und geometrische Detailtiefe des Spiels, zusammen mit der Umgebungsbeleuchtung und den Shadern, haben ein Niveau erreicht, bei dem es japanischen Spielern tatsächlich schwerfällt, zwischen realen Orten, durch die sie täglich pendeln oder die sie jeden Tag sehen, und deren Pendants in Forza Horizon 6 zu unterscheiden.
Der bekannte japanische Architekt Yuta Horie hat genauer untersucht, wie die Japan-Karte von Horizon aus „Fragmenten“ einer visuellen Sprache aufgebaut wurde, die das Unterbewusstsein japanischer Einheimischer anspricht – und das funktioniert. Horie bezieht sich dabei auf Kevin Lynchs Stadtdesign-Theorie aus „Das Bild der Stadt“, um die im Spiel dargestellten Wege, Ränder, Bezirke, Knotenpunkte, Wahrzeichen und Landschaften besser einzuordnen.
Horie hebt einige zentrale Details hervor, die ihm besonders aufgefallen sind. Dazu zählen steile, unregelmäßige Bergstraßen, die jene typisch japanischen „Wege“ formen, außerdem Eisenbahnüberführungen, Flussläufe und die auffällig großzügigen Parkplätze rund um städtische wie ländliche Convenience Stores, auf denen JDM-Treffen stattfinden. Auf X schreibt Horie:
„An Kreuzungen in städtischen Gebieten findet man abgeschrägte Mischnutzungsgebäude oder weitläufige Fußgängerbrücken, während in ländlichen Regionen breite Umgehungsstraßen in schmale Privatwege oder Feldwege übergehen, die sich zu Knotenpunkten ausweiten. Dazu kommen mit großer Selbstverständlichkeit ikonische japanische Landschaften wie der Fuji, der Tokyo Tower und Bergketten, die sich über den fernen Hintergrund ziehen.
Auf diese Weise ist die Karte von Forza Horizon 6 aufgebaut: Fragmente Japans wurden sorgfältig gesammelt und zusammengesetzt. Deshalb begegnen wir wohl immer wieder Szenen, die uns irgendwie vertraut vorkommen.
Das ist nichts Geringeres als das Ergebnis eines tiefen Respekts der Entwickler von Playground Games vor der japanischen Kultur. Ich möchte dem gesamten Entwicklerteam noch einmal meinen großen Respekt aussprechen.“
Ein weiterer japanischer Spieler aus einer ländlichen Region teilt seine Reaktion ebenfalls auf X und schreibt: „Das Verständnis von Japan in Forza Horizon 6 ist so ausgefeilt, dass es mich fast schon unheimlich berührt. Ich komme vom Land, wo sich Reisfelder bis zum Horizont erstrecken, deshalb kann ich schwer beurteilen, wie gut Tokio nachgebildet wurde. Aber die ländlichen Gebiete treffen es genau. Von den idyllischen Landschaften über Straßen, die plötzlich von Asphalt in unbefestigte Wege übergehen, bis hin zu den Stützmauern entlang der Bergpässe wirkt alles so vertraut, als wäre es meine Heimatstadt.“













