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Harvard-Physiker vermutet außerirdische Sonde in unserem Sonnensystem

Ein Raumschiff fliegt an einem Planeten vorbei. (Bildquelle: Andrej Sachov – Unsplash)
Ein Raumschiff fliegt an einem Planeten vorbei. (Bildquelle: Andrej Sachov – Unsplash)
Das am 1. Juli entdeckte interstellare Objekt 3I/ATLAS weist eine Reihe von Merkmalen auf, die noch nicht vollständig entschlüsselt sind. Vor diesem Hintergrund schreckt Avi Loeb, Professor an der Harvard University, nicht davor zurück, einen außerirdischen Ursprung vorzuschlagen.

Seit Anfang Juli ist ein neues interstellares Objekt in unserem Sonnensystem aufgetaucht. Während die meisten Wissenschaftler davon ausgehen, dass es aus einer fernen Region stammt, vertritt ein Physiker der Harvard University eine völlig andere Hypothese. 3I/ATLAS, am 1. Juli vom ATLAS-Teleskop in Chile entdeckt, ist ein interstellares Objekt, das bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse infrage stellt.

Es zeigt keine bekannten Kometeneigenschaften und seit Beginn der Beobachtungen mittels spektroskopischer Analyse konnte kein Gas nachgewiesen werden. Doch damit nicht genug: Auch seine Flugbahn fasziniert die Forscher. Es folgt einer retrograden Umlaufbahn um die Sonne. Darüber hinaus sind auch seine Dimensionen erstaunlich, da sein Durchmesser auf über 20 Kilometer geschätzt wird.

Angesichts dieser Anomalien zögert Avi Loeb, Professor für Theoretische Physik an der Harvard University, nicht, eine erstaunliche Hypothese vorzubringen. Seiner Meinung nach weist 3I/ATLAS Eigenschaften auf, die eher auf einen außerirdischen Boliden als auf ein natürliches Objekt hindeuten. Um seinen Standpunkt zu untermauern, verweist Loeb auf die Flugbahn dieses Himmelskörpers.

Sollte er im kommenden Herbst tatsächlich den Planeten Venus, Mars und Jupiter nahekommen – was nach der aktuellen Beobachtung wahrscheinlich scheint –, könnte dies eine gezielte Annäherung an unser inneres Sonnensystem sein, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Szenario zufällig auftritt, liegt bei nur 0,005 %. Ein weiteres Argument ist, dass dieses interstellare Objekt der Sonne am 29. Oktober am nächsten sein wird. Laut Loeb könnte dies einer Okklusionsstrategie entsprechen, um unsere Instrumente daran zu hindern, es länger zu untersuchen.

Während diese Aussagen hohe Wellen schlagen, sind nicht alle einverstanden. Richard Moissl, der Leiter der Abteilung für planetare Verteidigung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), ist der Ansicht, dass die Eigenschaften des Objekts denen eines natürlichen Himmelskörpers entsprechen. Diese Haltung erinnert an die vielen Debatten, die 2017 im Zusammenhang mit der Entdeckung von 1I/ʻOumuamua geführt wurden. Erwähnenswert ist auch, dass Loeb bereits damals Äußerungen zu diesem Thema gemacht und teilweise Kontroversen ausgelöst hatte.

Quelle(n)

Sciencepost.fr (auf Französisch), Newsweek

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-07 > Harvard-Physiker vermutet außerirdische Sonde in unserem Sonnensystem
Autor: Alexis Stegmann, 26.07.2025 (Update:  8.08.2025)