
JIGOO J300 Milbensauger mit Staubmilben-Sensor im Praxis-Test: Mit Klopfwalze, UV-Licht und Heizfunktion gegen Staubmilben
Milben raus, Ruhe rein?
Der Milbensauger JIGOO J300 will mit Klopfwalze, UV-Licht, Heizfunktion bis 55 °C und Milben-Sensor Matratzen, Teppiche und Co. von Allergenen befreien. Wir haben ihn ausprobiert und zeigen wie er funktioniert. Eine Person mit Milbenallergie macht mit.Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸
Testfazit - 3 Techniken gegen Hausstaubmilben
Der Jigoo J300 nutzt UV-Licht, Klopfwalze und Heizfunktion gegen Hausstaubmilben und deren Hinterlassenschaften. Ob das zu medizinische gesicherten Verbesserungen führt, können wir nicht überprüfen. Zumindest unsere, wohlgemerkt einzige, milbenallergiegeplagte Mittesterin zeigte sich bei unserer spezifischen Anwendung sehr zufrieden mit den Saugergebnissen - aber das kann bei anderen betroffenen Personen anders sein.
Darüber hinaus ist der J300 jedoch sehr einfach zu benutzen und dank des langen Kabels kommt man auch überall gut hin.
Eine Behandlung großer Flächen wie Matratzen oder gar Teppiche kann aber auch ganz schön zeitaufwändig sein, vor allem wenn man diverse Flächen zwei- bis dreimal die Woche behandeln soll. So schnell wie normales Saugen geht eine intensive Behandlung natürlich nicht. Etwas ausführlicher dürfte hingegen das Handbuch ausfallen, vor allem wie genau man den Milbensauger benutzt, hat uns gefehlt.
Pro
Contra
Niesattacken, Tränende Augen, juckende Nase, Augen oder Rachen und im schlimmsten Fall sogar Atemprobleme: Menschen mit einer Allergie für Hausstaubmilben sind den Verursachern dieser die Lebensqualität mindernden Symptome tag-täglich ausgesetzt. Am meisten hilft es alle potentiellen Milbenherde ständig zu putzen und bei hohen Temperaturen zu waschen.
Bei Matratzen ist Waschen eher nicht möglich, hier helfen Encasings - und eventuell Milbensauger. Genau so einen haben wir zusammen mit einer Freundin mit Milbenallergie ausprobiert, den Jigoo J300. Er soll Matratzen so bearbeiten, dass sie frei von Allergenen sind.
Disclaimer: Dies ist keine medizinische Studie. Eine gesicherte medizinische Wirksamkeit können wir mit unseren Mitteln nicht nachweisen. Die Aussagen einer Person mit Hausmilbenallergie sind als Einzelaussage zu verstehen und nicht auf alle Milben-Allergiker anwendbar, jede Person reagiert anders.
Specifications - Wie funktioniert der Milbensauger?
Letztlich ist der J300 ein Handstaubsauger, allerdings mit ein paar Besonderheiten: Da wäre vor allem die Metallwalze im Inneren. Diese schlägt mit 12.000 Umdrehungen pro Minute auf die Matratze ein, sodass der Allergie-auslösende Milbenkot aus dem Inneren der Matratze aufgewirbelt und sofort eingesaugt wird. Dadurch sollen Matratzen nicht nur oberflächlich, sondern auch tiefer im Inneren gereinigt werden.
Hinzu kommt UV-Licht und eine Heiztechnologie. Letzteres kann die Matratze stellenweise auf 55 °C aufheizen, was Milben abtöten und die Matratze desinfizieren soll. Normalerweise werden allerdings 60 °C empfohlen. Auch das UV-Licht sorgt für ein Abtöten der Milben. Einen Blickkontakt zum Licht sollte man vermeiden, es schaltet sich aber auch automatisch ab wenn der Sauger stärker angehoben wird.
| Leistung | 500 W (kabelgebunden) |
| Features | 1. Metallwalze mit 12.000 Schlägen/min 2. UV Licht: tötet 99,9 % der Milben ab 3. Heizsystem: erhitzt in 5 s auf 55 °C. |
| Geräuschpegel | 80 dB |
| Display | LED-Touchdisplay: zeigt Milbenaktivität und den Reinigungsstatus, 4 Funktionsmodi |
| Preis | 106 Euro |
Der Jigoo J300 im Einsatz
Wir haben den J300 an der Sitzfläche eines älteren, dunklen Sessels ausprobiert. Matratzen und Teppiche sind weitere potentielle Anwendungsfälle.
Vorher hat sich unsere milbenallergiegeplagte, freiwillige Mittesterin das Sitzpolster genommen, es sich vor die Nase gehalten, darauf geklopft und geschnüffelt. Bereits nach weniger als 5 Minuten wird sie von einer heftigen Niesattacke durchgeschüttelt, die minutenlang anhält. Der alte Sessel enthält offensichtlich viele Allergene.


1. Anwendung: Milben saugen dauert länger als normales Saugen
Jetzt beginnen wir den Sessel mit dem J300 zu bearbeiten. Wir schließen das sehr lange Netzkabel an, betätigen den Powerschalter und saugen los.
Das Betriebsgeräusch ist durchaus recht laut, zumal man durch das direkte Halten in den Händen (ohne Saugerstange oder Ähnliches) recht nahe mit den Ohren an der Geräuschquelle ist. Die reine Saugleistung scheint uns eher mittelprächtig zu sein, auf einem Encasing liegende kleine Härchen hat der Sauger nicht erfasst. Aber uns geht es ja vor allem um die Milben und deren Hinterlassenschaften.
Das Display zeigt den vermeintlichen Milbenbefall mittels einer Prozentzahl an. Auf Nachfrage beim Hersteller misst der Sensor die Anzahl der eingesaugten Milbenpartikel. Wie der Sensor Milben von normalem Staub unterscheidet, ist unbekannt. Zu Beginn steht die Zahl auf 99 Prozent, das Polster ist also hoch kontaminiert. Lassen wir den Sauger an einem Spot oder gehen lange über diesen drüber, so sinkt dieser Wert, die Walze klopft kaum merklich, der Sauger saugt, UV-Licht und Hitze desinfizieren. Ob dadurch die Allergene wirklich sinken, können wir natürlich nicht wissenschaftlich überprüfen.


Aus der Anleitung geht nicht hervor, ob wir den J300 wie einen normalen Sauger hin- und herbewegen sollen (ja, auf Nachfrage beim Hersteller) oder an einem Spot ruhen lassen bis die Desinfizierung abgeschlossen ist und dann zum nächsten Spot knapp daneben fahren. Beides ist auf jeden Fall sehr zeitintensiv, denn bei normalem Gebrauch sinkt der Wert durch das Abgleiten der Fläche nur sehr langsam, immerhin muss die Stelle erst erhitzt werden.
Uns fällt außerdem auf, dass wir, nachdem wir zwischenzeitlich andere Spots bearbeitet haben, später teils wieder 99 Prozent an Stellen angezeigt bekommen, die wir bereits desinfiziert hatten - das schürt Unsicherheit und lässt an der Zuverlässigkeit des Systems zweifeln.
Nach etwa 12 bis 15 Minuten intensiver Bearbeitung des doch recht kleinflächigen Sofapolsters schalten wir den Sauger aus. Die Bearbeitung einer ganzen Bettmatratze dauert (beim ersten Mal) sicher mindestens doppelt so lange. Im Staubbehälter hat sich eine geringe Menge an Kleinstpartikeln angesammelt.
Unsere Mittesterin macht erneut den Schnüffeltest. Nach etwa 5 Minuten muss sie einmal niesen, es kribbelt in der Nase, eine Niesattacke bleibt jedoch aus - für sie persönlich eine echte Verbesserung.
Anfangs soll man Materialien zwei- bis dreimal pro Woche mit dem J300 besaugen, später soll eine einmalige Anwendung pro Woche ausreichen.
2. Anwendung zwei Tage später: Bearbeitungszeit sinkt
Zwei Tage später lassen wir den J300 erneut über das gleiche Sitzpolster gleiten. Dabei fällt sogleich auf, dass die Anzeige tatsächlich nicht immer gleich auf 99 Prozent springt sondern dem Großteil der Fläche bereits einen guten Zustand zuschreibt.
Wir saugen erneut, diesmal nur etwa 8 bis 10 Minuten, eben weil die Fläche schon als sauberer erkannt wird, es dauert schlicht weniger lange, um die Anzeige wieder positiv gestalten zu lassen.
Danach der persönliche, nicht verallgemeinerbare Schnuppertest: Diesmal reagiert die Mittesterin gar nicht mehr, der oder die Nieser bleiben aus - sehr gut.
Reinigung des J300: Staubbehälter und Filter sind abwaschbar
Eingesaugte Partikel sammeln sich im Staubbehälter. Dieser lässt sich aus dem J300 herausnehmen, ausschütten und auch abwaschen. Gleiches sollte man regelmäßig mit dem schwammartigen Filter tun. Zwei dieser zylinderförmigen, schwarzen Filterschwämme legt Jigoo zusätzlich als Ersatz bei.




Noch mehr Leistung gewünscht?
Mit dem T600 bietet JIGOO einen weiteren Milbensauger an, der sogar noch mehr Leistung hat. Mit 700 W und 15 kPa kombiniert mit UV-Licht-Einsatz und 60℃ Heißluftdesinfektion eliminiert der Jigoo T600 99,9% Hausstaubmilden selbst aus tiefen Matratzenschichten bis 15 cm.
Auch für Teppiche, Sofas, Polstermöbel, Bettwäsche, Plüschtiere und mehr ist der JIGOO T600 bestens geeignet. Der integrierte Aromadiffusor verbreitet dazu beruhigende Lavendel-/Eukalyptusdüfte und setzt negative Ionen frei, die Luftschadstoffe und Gerüche neutralisieren. Jetzt bei Amazon entdecken!
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

















