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DJI Osmo Pocket 4P im Test: Zwei Objektive, starke 4K-Qualität zum Kampfpreis

Mini-Kamera, Maxi-Bild.

Mini-Kamera, Maxi-Bild. DJI erweitert seine beliebte Pocket-Serie erstmals um eine Telelinse und positioniert die Osmo Pocket 4P direkt gegen die Insta360 Luna Ultra. Im Test zeigt sich, dass nicht 8K, sondern starke 4K-Aufnahmen, ein ausgereiftes Bedienkonzept und 103 GB interner Speicher die entscheidenden Argumente sein können.
Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸
Zubehör Gadget Camera Launch

Testfazit - Beste Vlog-Kamera unter 600 Euro?

Ja, die Pocket 4P kann kein 8K oder 6K, aber dafür wirken ihre 4K-Bilder extrem ausgereift. Die neue Telelinse ist eine echte Bereicherung und eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten für Content Creator. Die Bedienung ist erfreulich simpel und die Bildqualität ist für eine solch kleine Kamera exzellent. Und die 100 GB interner Speicher sind ein echter Segen!

Insgesamt erhält man mit der Pocket 4P eine exzellente und sehr gut optimierte Vlog-Kamera, die in Sachen Features vielleicht knapp das Nachsehen gegenüber der Luna Ultra hat (8K, Fernbedienung), deren reine 4K-Bildqualität und simples Bedienkonzept aber überzeugen. Und mit dem aggressiv niedrigeren Preis hat DJI ein weiteres Argument auf ihrer Seite.

Pro

+ D-Log 2 mit tollem Dynamikumfang
+ echter Brennweitenwechsel
+ 103 GB interner Speicher
+ sehr gute Bildqualität beider Linsen
+ starke Stabilisierung

Contra

- nur 4K (Pocket 4 hat 6K, Luna 8K)
- keine integrierte Fernbedienung
- kein natives 4K-Hochformat

Preis und Verfügbarkeit

Die Pocket 4P kostet im Standard Combo 599 Euro.

Mit der Osmo-Pocket-Serie hat DJI mit ihrer kleinen Gimbalkamera zum Selbstfilmen einen echten Volltreffer gelandet, der jetzt auch einen prominenten Nachahmer findet (Insta360 Luna).

Als Antwort auf die Dual-Kamera Luna Ultra (unser Test) erweitert DJI sein erfolgreiches Konzept nun um das Modell 4P, welches ebenfalls zwei Linsen vereint - zusätzlich zum weitwinkeligen Hauptobjektiv nämlich noch eine Telelinse. Lohnt sich die teurere Kamera und ist das Original noch die bessere Option gegenüber der Luna Ultra?

Design & Bedienung - Größerer Gimbal, ausgereifte Oberfläche

Die Pocket 4P ist etwas kopflastiger als die Luna Ultra. Dennoch lässt sie sich gut halten und bedienen. Uns gefällt vor allem, dass man per Touchscreen oder Taste direkt zwischen den beiden Linsen wechseln kann.

Ausgeschaltet klappert der Gimbal etwas und die Linsen zeigen zum Nutzer, sind also nicht wie bei der Luna Ultra durch den Gimbelarm geschützt. An der Unterseite kann über den USB-C-Anschluss Zubehör wie ein Akkugriff etc. angeschlossen werden.

Ansonsten ist die Bedienung ausgezeichnet und wirkt sehr ausgereift. Alles ist auf eine möglichst simple Verwendung ausgelegt und auch ohne Anleitung hat man mit ein wenig Rumprobieren alle Einstellungsmöglichkeiten bald im Kopf.

C-Button wechselt zwischen Gimbalsteuerung und Zoom des Joysticks
C-Button wechselt zwischen Gimbalsteuerung und Zoom des Joysticks
Linsen sind ausgeschaltet nicht weiter geschützt
Linsen sind ausgeschaltet nicht weiter geschützt

Specifications - D-Log 2, Telelinse und 103 GB Speicher

Statt 8K (Luna Ultra) oder wenigstens 6K (Pocket 4) beherrscht die 4P "nur" 4K. Dafür ist aber alles auf eine möglichst gute Bildqualität in diesem Modus ausgerichtet. Spannend ist z.B. das neue 10-Bit D-Log-2-Profil, dass der Hauptkamera ganze 17 Blendenstufen spendiert (die Luna Ultra hat 14). Dadurch könnte die 4P noch besser mit hohen Helligkeitsunterschieden zurecht kommen. Die Tele fällt auf "normales" D-Log zurück. Die maximale Bitrate beträgt 180 statt 120 Mbps (Luna Ultra).

Im Hochkant-Modus nimmt sie leider nur in 3K auf. Dafür unterstützt sie Live Streaming in Full-HD.

Auf der Audioseite wird das DJI Mic der ersten Generation nicht mehr unterstützt, Version 2 und 3 jedoch problemlos. Die Pocket 4P unterstützt 16-Bit -Audio, während die Luna Ultra mit 32 Bit wirbt.

Nur 3K statt 4K im Portrait-Modus
Nur 3K statt 4K im Portrait-Modus
Wahl zwischen D-Log und D-Log2
Wahl zwischen D-Log und D-Log2

Praxistest - Überzeugende 4K-Aufnahmen

In unserem Testvideo haben wir die Osmo Pocket 4P in mehreren Szenarien getestet, von der statischen Selfie-Aufnahme über Treppensteigen, Aufnahmen mit hohen Lichtunterschieden usw. 

Statische Shots und allgemeine Qualität

Die allgemeine Bildqualität schätzen wir als sehr gut ein: Die Farben kommen gut zur Geltung, die Bilder sind detailreich und klar. Auch mit Gegenlicht und hohen Kontrasten kommt die kleine Kamera erstaunlich gut zurecht.

Und die Telelinse wollen wir inzwischen nicht mehr missen. Es ist sogar unser Lieblingsobjektiv, vor allem durch die weniger starken Verzerrungen, den komprimierteren Hintergrundausschnitt und die schönere Optik im Bildaufbau. 

Statischer Shot der Telelinse
Statischer Shot der Telelinse
Hauptlinse bei Gegenlicht, Sonnenaufgang
Hauptlinse bei Gegenlicht, Sonnenaufgang
Tele mit 6x Zoom
Tele mit 6x Zoom
6-7x Zoom
6-7x Zoom

Zoom

Interessant sind auch die Zoommöglichkeiten: 1- und 3-fach sind durch die beiden Linsen nativ, bis 6x soll der Zoom verlustfrei sein und tatsächlich sieht das Bild auch dann noch sehr gut aus.

Darüber hinaus würden wir aber eher vom Zoom abraten, die 12x-Einstellung ist zwar praktisch, baut optisch aber merklich ab. Hier rauscht es dann spürbar, das Bild wirkt blasser etc.   

Hauptlinse
Hauptlinse
Gleiches Motiv, 12x herangezoomt
Gleiches Motiv, 12x herangezoomt
Telelinse im normalen 3x-Modus
Telelinse im normalen 3x-Modus
Ameisen in ca. 6x Zoom
Ameisen in ca. 6x Zoom

Low Light

In der Sophienhöhle in der Fränkischen Schweiz haben wir den Low-Light-Modus ausprobiert. Dabei wird die Helligkeit nochmals spürbar angehoben. Dennoch ist die Bildqualität erstaunlich: Bei ruhiger Hand ist Rauschen auch in der dunklen Höhle kaum auszumachen. An Gesichtern und bei Schwenks sieht man dann aber schon, dass die Kamerachips einiges zu tun bekommen, leichte Verwaschungen und etwas Rauschen sind dann eher sichtbar. Wir waren trotzdem beeindruckt.

Das gilt auch für die Belichtung: Anstatt bei dem Durchgehen durch einen dunklen Tunnel sofort aufzuhellen und für ein rauschendes Bild zu sorgen, hat sich die automatische Belichtung auf das noch kleine, helle Licht am Tunnelausgang orientiert, der Rest blieb dann ein rauscharmes Schwarz.

Bei etwas Restlicht erstaunlich gut
Bei etwas Restlicht erstaunlich gut
Rauschen und etwas Matsch bei sehr sehr wenig Licht
Rauschen und etwas Matsch bei sehr sehr wenig Licht
Belichtung orientiert sich auch zu kleinen Lichtquellen
Belichtung orientiert sich auch zu kleinen Lichtquellen
Mondnacht
Mondnacht

D-Log vs D-Log2

Das verbesserte D-Log 2 soll in der Kamera für ganze 17 Blendenstufen sorgen. Im Kamerabild wirkt Version 2 erstaunlich dunkel. Das bedeutet, dass helle Bereiche wie Himmel etc. von D-Log2 profitieren und weniger schnell clippen dürften. Gleichzeitig stellt es die Frage, ob die Tonwertkurve nur verschoben wurde und dunkle Bereiche jetzt eher clippen.

Kurz vor Realease habe ich noch einen LUT von DJI für D-Log2 bekommen. Aber da ich kein Experte im Graden bin, ich habe mich schwer damit getan das dunklere D-Log2-Material ordentlich zu graden. Daher kann ich noch nicht genau sagen, was die Vorteile des neuen Profils sind und spare mir einen unfairen Bildvergleich.

Gegenüber normalem D-Log...
Gegenüber normalem D-Log...
...wirkt D-Log 2 sehr dunkel
...wirkt D-Log 2 sehr dunkel
D-Log Waveform
D-Log Waveform
D-Log2 Waveform wirkt komprimierter mit mehr Spielraum
D-Log2 Waveform wirkt komprimierter mit mehr Spielraum

Stabilisierung

Beim Treppensteigen zeigt der Gimbal, wie gut DJI die Stabilisierung hinbekommt. Selbst beim 3-fach Zoom gelingen die Aufnahmen weitgehend ruckelfrei. Setzt man größere Zooms ein, werden die Bildbewegungen aber deutlicher.

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Christian Hintze, 30.07.2026 (Update: 30.07.2026)