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Marshall Milton hängt an einer alten Türklinke

Marshall Milton A.N.C. Kopfhörer im Test: Kompakt, faltbar und mit Features, die sonst Over-Ears bieten

Der Pendler-Rocker.

On-Ear-Kopfhörer galten lange als Kompromiss zwischen Komfort und Technik. Der Marshall Milton A.N.C. will das ändern und kombiniert adaptives ANC, bis zu 80 Stunden Akkulaufzeit und einen wechselbaren Akku in einem kompakten Design. Im Test zeigt sich, ob das ungewöhnliche Konzept aufgeht.
Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸
Zubehör Audio Foldable Gadget

Testfazit - Der vielleicht spannendste Premium-On-Ear des Jahres

Mit dem Milton bekommt man etwas, das es bisher kaum gab: einen modernen Premium-On-Ear mit ANC, der leicht, faltbar und deutlich kompakter als ein Over-Ear bleibt. 

Soundmäßig holt der Milton nahezu alles raus aus dem On-Ear-Design. Über alle Testsongs hinweg deckt er eine große Bandbreite an Frequenzen ab. Die Bässe reichen recht tief und in den richtig abgemischten Songs kommen auch die Höhen sehr gut zur Geltung. Die Mitten sind dafür etwas abgesenkt, hier kann man auf Wunsch mit dem EQ gegensteuern.

Insgesamt ist der Klang sehr druckvoll ohne zu viel an Details zu verlieren, der Sound macht einfach Spaß, gerade unterwegs. Zusammen mit dem ANC und der hervorragenden Akkulaufzeit von 50 mit und 80 Stunden ohne ANC kauft man hier einen Kopfhörer mit sehr guter Verarbeitung, sehr gutem Klang und durch den wechselbaren Akku mit einer nahezu konkurrenzlosen Langlebigkeit.

Pro

+ faltbar, leicht, kompakt
+ satter, druckvoller Klang
+ lange Akkulaufzeit für einen On-Ear
+ wechselbarer Akku
+ USB-C audio, Auracast, LDAC

Contra

- Transparenzmodus klingt sehr unnatürlich
- ANC weniger effektiv als bei Over-Ears

Preis und Verfügbarkeit

Auf marshall.com kostet der Milton A.N.C. 199 Euro. Auch bei Händlern wie Media Markt bekommt man ihn zu genau diesem Preis.

Marshall Milton A.N.C.: Warum dieser On-Ear aus der Masse heraussticht

Auch in Berlin sieht man sie häufig: Menschen auf der Straße oder in der Bahn, die einen durch das markante Design leicht zu identifizierenden Marshall-Kopfhörer tragen, meistens einen der Major-Serie. Damit hat Marshall offensichtlich erfolgreich eine Nische besetzt, denn On-Ear-Kopfhörer sind sonst deutlich weniger beliebt als die alles bestimmenden Earbuds oder die besser abschirmenden Over-Ears. 

Mit dem Milton will Marshall diese Nische zementieren, denn er ist einer der wenigen On-Ears, die nun mit Adaptiver Geräuschunterdrückung (ANC) ausgestattet sind. Hinzu kommen weitere technische Neuerungen, die in dieser Klasse eher selten zu finden sind. Kann das Konzept aufgehen?

Design & Verarbeitung - Major-V-Look mit Monitor-III-Komfort

Marshall wollte mit dem Milton eine Mischung aus Major V und Monitor III erschaffen. Optisch sieht der neue Milton jedoch zu 80 Prozent aus wie ein Major. Die Ohrmuscheln sind zwar weniger flach sondern jetzt etwas gewölbt, aber insgesamt sind die Unterschiede eher gering. Alle, die das klappbare On-Ear-Konzept und Design des Majors mögen, werden auch am Milton großen Gefallen finden. Etwas mehr Platz nimmt der Milton eingeklappt aber schon ein.

Der neue Milton
ⓘ Marshall
Der neue Milton
Der Major V
ⓘ Marshall
Der Major V
Milton nimmt gefaltet etwas mehr Platz ein
ⓘ Marshall
Milton nimmt gefaltet etwas mehr Platz ein
Major V faltet noch kleiner zusammen
ⓘ Marshall
Major V faltet noch kleiner zusammen

Wie bei Marshall üblich sitzt wieder das edel-texturierte PU-Leder auf allen Oberflächen. Der Bügel ist extrem robust und lässt sich ohne Klagen stark verdrehen und findet immer wieder in seien Ausgangsposition zurück. Wie beim Monitor III sind die Ohrpolster nun noch weicher geworden und passen sich dem Ohr besser an. Das hilft einerseits dabei das ANC zu optimieren, weil es so weniger Lücken zwischen Ohrmuschel und Kopfhörer gibt und sorgt andererseits für ein besseres Tragegefühl.

Weiche, viereckige Ohrpolster
Weiche, viereckige Ohrpolster
Sehr stabiler und gleichzeitig flexibler Bügel
Sehr stabiler und gleichzeitig flexibler Bügel

Natürlich darf der berühmte Marshall-Schriftzug nicht fehlen, auch der Bedienjoystick ("Control Knob") ist wieder mit dabei, dazu gibt es den konfigurierbaren M-Button. Standardmäßig schaltet er zwischen ANC und Transparenzmodus umher, zweimaliges Drücken startet Spotify.

Mitgeliefert wird ein kleiner, schwarzer Tragebeutel mit schickem Marshall-Aufnäher, dessen oberer Bund durch seine Schnurkonstruktion leicht zusammengezogen werden kann.

Texturiertes PU-Leder und Marshall-Logo
Texturiertes PU-Leder und Marshall-Logo
Joystick und M-Button
Joystick und M-Button
Der Aufbewahrungsbeutel
Der Aufbewahrungsbeutel

Specifications - ANC, LDAC und Bluetooth 6.0 im kompakten Format

Während optisch die Verwandschaft zum Major kaum zu leugnen ist, neigt sich der Milton im technischen Bereich eher zum Monitor III. Allen voran integriert er als einer der wenigen On-Ears ANC. In dieser Klasse ist die Technik durch das nicht Ohr-umschließende Design deutlich komplexer umsetzbar.

Dafür wurden nicht nur die Ohrpolster sondern gleich der ganze Treiber angepasst. Weil die Technik mehr Energie verbraucht, muss der Akku wachsen, die nun nötigen Messmikrofone und die Technik selbst verbrauchen ebenfalls mehr Platz. 

Diverse Messmikrofone am Milton
Diverse Messmikrofone am Milton
Kaum größer als der Major V, aber deutlich mehr Technik
Kaum größer als der Major V, aber deutlich mehr Technik

Daher hat Marshall den Treiber von 40 im Major V auf 32 mm verkleinert und gleichzeitig komplett neu designt. So kann der Treiber schneller auf die digitalen ANC-Anpassungen reagieren und bietet klanglich dennoch keine Einbußen - ganz im Gegenteil, dazu später mehr.

Merkmale Marshall Milton
Treiber 32 mm
Frequenzgang 20 Hz - 20 kHz (SBC, AAC LC3); 20 Hz - 40 kHz (LDAC at 96 kHz)
Treiber-Impedanz 32 Ohm
Akkulaufzeit 80 h ohne ANC; 50 h mit ANC (Akku austauschbar)
Verbindungen Bluetooth 6.0; USB-C-zu-3,5-mm-Klinke
Codecs SBC, AAC(MPEG-2), LC3, LDAC
Buttons Control Knob (Joystick), M-Button
Mikrofone 6
Gewicht 200 g
Funktionen ANC, faltbar, Quickcharge, Soundstage-/Spatial-Audio-Funktion, Adaptive Loudness, LDAC, App mit EQ & M Button
Preis 199 Euro

Marshall Bluetooth App - EQ, Soundstage und Adaptive Loudness

Wer mehr über die App wissen möchte, schaut am besten in unseren Test der Marshall Monitor III hinein. Grob zusammengefasst: Man bekommt einen EQ mit Marshall-Sound und zwei Custom Presets, Soundstage sowie Adaptive Loudness, ANC, Apple/Google Find und Akku-Einstellungen. Auch Firmware-Updates lassen sich hier einspielen.

Als Tester ärgert mich, dass die App Musik als Übergang kurz leiser stellt, wen man eine Einstellung (EQ, Soundstage) ändert. Das macht den direkten Vergleich etwas schwerer als wenn der Effekt direkt umschwenken würde.

Joystick 2x drücken = Bluetooth Pairing
Joystick 2x drücken = Bluetooth Pairing
Firmware-Updates
Firmware-Updates
Apple/Google Find Netzwerk
Apple/Google Find Netzwerk
Home Screen
Home Screen
Equalizer
Equalizer
Konfigurierbarer M-Button
Konfigurierbarer M-Button

Klang - Tiefer Bass, klare Höhen

Auffällig ist, dass der Milton Bässe nicht nur im tieferen Mittenbereich (Kick Drum) betont, sondern deutlich feiner abgestimmt wirkt: Die Bässe reichen recht tief herunter und wirken satt, sodass man nicht nur die Kick Drum sondern auch die Basslines gut hört.

Im Marshall Signature Sound üblich sind die Mitten etwa abgesenkt, je nach Song manchmal etwas zu sehr. Die Höhen wiederum sind klar genug, aber nicht so spitz wie die den Monitor III.

Durch die Funktion Sound Stage bekommen einige Songs noch einmal mehr Pepp, Höhen wirken präsenter und die Mitten kommen mehr zur Geltung.

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Christian Hintze, 11.06.2026 (Update: 11.06.2026)