
Kantenschnitt-Modul am Einstiegs-Mähroboter: Roborock RockNeo Q1 im Test
Grinsebacke mit Kantenschnitt-Modul.
Mit seinem optionalen PreciEdge-Modul verspricht der Roborock RockNeo Q1 eines der größten Probleme von Mährobotern zu lösen. Ob Roborocks Einstiegsmodell dies auch in der Praxis schafft, verrät unser Testbericht.Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Roborock RockNeo Q1 Test-Fazit: Es könnte so schön sein...
Der Roborock RockNeo Q1 bietet vieles von einem perfekten Mähroboter für kleinere Gärten. Ab 799 Euro UVP ist er recht erschwinglich, wird selbst mit dem optionalen Kantenschnittmodul kaum teurer. Doch genau da liegt leider auch das größte Problem.
Eigentlich müsste der Roborock RockNeo Q1 im Test einen nahezu perfekten Kantenschnitt abliefern - in der Theorie. Das tut er in der Praxis aber leider nicht. Schuld ist die Schisshasen-Navigation, bei der selbst mit deaktivierter Hindernisvermeidung beim Randmähen große Bogen um jegliche Hindernisse gemacht wird. So entstehen durch herüberhängende Pflanzen, teils selbst durch Schatten große ungemähte Bereiche, die laut den Einstellungen und technischen Fähigkeiten eigentlich nahezu randlos gemäht werden könnten.
Abgesehen von dieser Schwäche, die sich per Software-Update lösen lassen sollte, hat der RockNeo Q1 von Roborock einen guten Eindruck im Test hinterlassen. Die App bietet zwar nicht so viele Einstellungen wie die von anderen Herstellern, ist aber übersichtlich. Navigation und Hinderniserkennung sind absolut solide, auch wenn hierfür eine RTK-Antenne erforderlich ist. Dies bieten manch andere dank LiDAR mittlerweile komfortabler, sind dann aber in der Regel auch teurer.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Roborock RockNeo Q105 für bis zu 500 Quadratmeter beträgt 799 Euro. Der RockNeo Q110 für maximal 1.000 Quadratmeter liegt bei 1.199 Euro UVP. Erhältlich sind sie bei diversen Händlern.
Zusätzlich bietet Roborock das PreciEdge-Schneidemodul für den Kantenschnitt als optionales Zubehör zum Nachrüsten an. Hier liegt der Preis bei rund 100 Euro, z. B. bei Bauhaus.
Inhaltsverzeichnis
- Roborock RockNeo Q1 Test-Fazit: Es könnte so schön sein...
- Ausstattung & Lieferumfang: Optionales PreciEdge-Kantenmodul
- Einrichten & Wartung: Mit optionaler KI-Kartierung
- App & Bedienung: Übersichtlich
- Navigation & Hinderniserkennung: Für kleine, einfache Gärten
- Mähleistung & Kantenmähen: Software bremst Hardware aus
- Laufzeit & Lautstärke: Mäht knapp 2 Stunden
2026 hat Roborock den Schritt hinaus aus dem Haus und rein in den Garten gewagt. Gleich zum Start bietet der vor allem für seine Saugroboter bekannte Hersteller vier verschiedene Mähroboter an. Der Roborock RockNeo Q1 ist das Einstiegsmodell und damit die günstigste Lösung für die smarte Rasenpflege.
Wir haben den Roborock RockNeo Q1 über einen längeren Zeitraum getestet. Wie sich der neue drahtlose Mähroboter von Roborock in der Praxis geschlagen hat, verrät unser Roborock RockNeo Q1 Testbericht.
Datenblatt
| Eigenschaft/Modell | Roborock RockNeo Q105 | Roborock RockNeo Q110 |
|---|---|---|
| Fläche | 500 m² | 1.000 m² |
| Navigation | RTK + VSLAM | RTK + VSLAM |
| Hinderniserkennung | Stereo-Vision | Stereo-Vision |
| Mähwerk | Mähscheibe | Mähscheibe |
| Anzahl Klingen | 3 | 3 |
| Schnittbreite | 22 cm | 22 cm |
| Schnitthöhe | 2 - 6 cm | 2 - 6 cm |
| Schnitthöhe einstellen | manuell | manuell |
| Steigung | 45 % (24°) | 45 % (24°) |
| Display | ja | ja |
| Akkukapazität | 4 Ah | 4,6 Ah |
| Konnektivität | WLAN & Bluetooth & 4G (Optional) | WLAN & Bluetooth & 4G (Optional) |
| Gewicht | 12,2 kg | 12,3 kg |
| Abmessungen | 62,5 x 42 x 27 cm | 62,5 x 42 x 27 cm |
| Wasserdichtigkeit | IPX6 | IPX6 |
| Garage im Lieferumfang | nein | nein |
| Anzahl Klingen im Lieferumfang | 3 + 9 | 3 + 9 |
| UVP | 799 Euro | 1.199 Euro |
Ausstattung & Lieferumfang: Optionales PreciEdge-Kantenmodul
Roborock bietet den RockNeo Q1 in zwei verschiedenen Ausführungen an: RockNeo Q105 und Q110. Wir hatten das kleinere Modell für bis zu 500 Quadratmeter große Rasenflächen im Test, das für viele typische Gärten in Deutschland langen dürfte. Es ist mit einem 4 Ah großen Akku ausgestattet. Der Q110 meistert bis zu 1.000 Quadratmeter und mäht mit seinem 4,6 Ah großen Akku länger, lädt diesen zudem schneller.
Ansonsten gibt es keinerlei Unterschiede. Die Abgrenzung zum teureren RockMow S1 (für 800 bzw. 1.500 Quadratmeter) liegt im Wesentlichen in der manuellen Einstellung der Schnitthöhe. Diese lässt sich über das übliche mechanische Drehrad zwischen 20 und 60 mm einstellen und muss somit (wenn nicht ständig per Hand eingegriffen werden soll) für alle Mähzonen identisch eingestellt werden.
Das Mähdeck selbst wartet mit seinen drei Klingen mit einer Schnittbreite von 22 cm auf und ist schwebend gelagert, um sich Bodenunebenheiten anzupassen. Die mittig unter dem 42 cm breiten Mähroboter sitzende Mähscheibe kann durch das PreciEdge-Schneidemodul ergänzt werden. Dieses ist serienmäßig nicht im Lieferumfang enthalten und kann optional erworben werden. Was dieses bringt, erläutern wir weiter unten in unserem Roborock RockNeo Q1 Test.
Für Navigation setzt Roborock bei seiner Einstiegsklasse auf das etablierte RTK (Real Time Kinematik) und VSLAM, sprich eine rund 1,5 m hohe Antenne im Garten. LiDAR, was vor allem auf Grundstücken mit vielen hohen Bäumen, Gebäuden und Co Vorteile bietet, ist dem Top-Modell RockMow Z1 LiDAR vorbehalten. Für die Hinderniserkennung ist in der Front das Stereo-Vision-System mit zwei Kameras verbaut. Nettes Gimmick: Die zwei Linsen mit dem darunter sitzenden LED-Modul wirken wie ein grinsendes Gesicht, was dem RockNeo Q1 ein freundliches Grinsebacken-Auftreten beschert.
Zum Lieferumfang des rund 12 kg wiegenden Mähroboters, der im Heck eine Griffmulde zum einfacheren Tragen hat, zählt natürlich die obligatorische Station samt Ladegerät und Verlängerungskabel. Dazu liegen die RTK-Referenzstation samt Verlängerungskabel für die Verbindung mit der Ladestation, neun Ersatzmesser und etwas Kleinkram wie Erdhaken und -schrauben bei.
Einrichten & Wartung: Mit optionaler KI-Kartierung
Die initiale Einrichtung erfolgt in üblicher Manier. Wenn nicht bereits von einem Saugroboter vorhanden, sind die Roborock App für Android oder iOS sowie ein Account erforderlich. Anschließend erfolgt in wenigen Schritten der Verbindungsaufbau, was im Test problemlos funktioniert hat. Gefunkt wird mit WLAN und Bluetooth. Optional ist auch Mobilfunk über das optionale 4G- und Diebstahlschutzmodul möglich.
Anschließend erfolgt nach dem Aufbau der Ladestation und der RTK-Antenne (müssen jeweils mit wenigen Schrauben zusammengebaut werden) die Kartierung der zu mähenden Fläche. Hierfür wird der Mähroboter manuell über einen virtuellen Joystick auf dem Display ferngesteuert.
Am Anfang unserer Testphase reagierte die Steuerung für unseren Geschmack etwas zu hektisch und feinfühlig. Mittlerweile hat Roborock hier per Update, von denen diverse in der Zwischenzeit ausgerollt wurden, nachgebessert, sodass die manuelle Kartierung gut funktioniert hat. Alternativ gibt es auch eine KI-Kartierung, die im Beta-Status und nur bedingt brauchbar ist.
Der gelegentlich erforderliche Klingenwechsel gelingt mit dem beiliegenden Schraubendreher. Reinigen lässt sich der RockNeo Q1 dank IPX6-Zertifizierung mit dem Gartenschlauch.
App & Bedienung: Übersichtlich
Wer bereits einen Saugroboter von Roborock hat, dürfte sich in der Roborock App auf bei den Mährobotern schnell zurechtfinden. Aber auch Neulinge dürften keine großen Probleme haben, da die App übersichtlich und recht einfach gehalten ist. Der Hersteller bietet nicht den riesigen Funktions- und Einstellungsumfang, wie es manche Wettbewerber aufzuweisen haben. So gibt es unter anderem kein Live-Video über die Kameras. Es kann aber in den Einstellungen aktiviert werden, dass Fotos von erkannten Hindernissen gespeichert werden sollen.
Wer keinen Mähplan für das automatische Mähen angelegt hat, der kann den RockNeo Q1 über den großen Play-Button an die Arbit schicken. Rechts daneben geht es zurück zur Station, links zu den Mäheinstellungen. Dort lassen sich für die gesamte Fläche oder für jede Zone die Mäheffizienz (Standard, Effizient) und die Richtung (Optimal, Benutzerdefiniert oder mit automatischer Rotation gegen Spurrillen) einstellen. Zudem kann, wenn eingebaut, der der Kantenschnitt mit dem PreciEdge-Modul aktiviert und dessen Modus (Smart Beta, Sicher) aktiviert werden. Gemäht werden kann wahlweise die gesamte Fläche, eine Zone oder nur der Rand.
Oben rechts warten drei weitere Icons. Neben der Fernsteuerung lässt sich dort das Menü mit den sonstigen Einstellungen aufrufen. Hier gibt es neben dem Einsehen des Verlaufs und dem Erstellen von Mähplänen unter anderem den Regenschutz und einen "Wildtierfreundlichen Modus". Zudem lässt sich die Hindernisvermeidung anpassen. Hierfür stehen neben den zwei Stufen "Empfindlich" und "Ausgeglichen" auch das Ein- und Ausschalten von "Visuelle Hindernisvermeidung für Passagen" sowie "Visuelle Hindernisvermeidung für Begrenzung" zur Wahl.
Das dritte Icon ruft die Kartenverwaltung auf. Diese ist bereits vom anfänglichen Anlegen bekannt. Sie bietet neben dem Ergänzen von Bereichen, No-Go-Zonen und Passagen auch die Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung der Begrenzung. Hierfür wird der Mähroboter ferngesteuert entlang des neuen Verlaufs pilotiert. Das erspart die komplette Neukartierung, wenn mal ein neues Beet oder ähnliches angelegt wird.
Die Bedieneinheit auf dem Roboter ist klassisch. Neben dem bereits erwähnten Drehrad für die manuelle Anpassung der Schnitthöhe gibt es eine ebenso einfache Statusanzeige. Dazu gesellen sich neben der obligatorischen Stop-Taste in Rot drei Tasten für Go, OK, und Home.
Navigation & Hinderniserkennung: Für kleine, einfache Gärten
Die Navigation über die RTK-Antenne hat auf unserer rund 300 Quadratmeter großen Testfläche zuverlässig funktioniert. Gelegentlich hat der Mähroboter wenig nachvollziehbare Strecken gewählt und punktuell Bereiche ohne erfindlichen Grund ausgelassen. Da diese aber in aller Regel kurz vor Ende des Mähvorgangs noch nachgearbeitet wurden, ist dies nicht perfekt, aber verkraftbar.
Mit seinen Abmessungen von gut 60 cm in der Länge und 40 cm in der Breite ist der RockNeo Q1 kein besonders kompakter, sondern eher ein durchschnittlicher Mähroboter. Engstellen bis knapp unter 90 cm hat er in der Regel im Test gemeistert - es sei denn, es hingen seitlich Pflanzen hinein. Von diesen lässt sich der Roboter gerne ablenken. Dazu aber weiter unten mehr. Ansonsten gab es im Testzeitraum keine größeren Probleme oder Ausfälle. Schwieriges Gelände und Steigungen zählen allerdings nicht zu den Stärken des RockNeo Q1. Anstiege bis ca. 45 Prozent / 24 Grad meistert er, teils aber mit Mühe.
Die Hinderniserkennung des Roborock RockNeo Q105 hat im Test zumeist zuverlässig funktioniert. Unserem Igel-Dummie ist er jedes Mal ausgewichen, auch wenn es gelegentlich recht eng war. Die KI hat hierbei zuverlässig einen Igel erkannt und in der Karte markiert. Auch die anderen Testhindernisse wie Fußballtore, ein Fußball sowie ein Stück Gartenschlauch wurden nahezu immer zuverlässig umfahren. Einzig bei einem Tennisball musste sich der Testkandidat geschlagen geben, was aber auch schon anderen und wesentlich teureren Mährobotern im Test passiert ist.
Mähleistung & Kantenmähen: Software bremst Hardware aus
Mit seiner Schnittbreite von 22 cm und den drei Klingen liefert der Roborock RockNeo Q1 ein solides Mähergebnis ab. Unsere Testflächen hat er regelmäßig auf die eingestellte Schnitthöhe zwischen 20 und 60 mm gehalten und somit seine Aufgabe zufriedenstellend erledigt.
Die große Stärke der Mähroboter von Roborock soll der Kantenschnitt sein - wenn das optionale Zusatzmodul vorhanden ist. Dieses haben wir bei unserem Testgerät eingebaut (ist mit ein paar Schrauben in ein paar Minuten und recht einfach erledigt) und hatten damit hohe Erwartungen, um die wohl größte Schwachstelle von Mährobotern zu beseitigen.
Das Randmodul wartet mit einem Mini-Mähwerk mit zwei Klingen auf, das einen Durchmesser von rund 10 cm hat. Es reicht bis auf ca. 3 cm an den Geräterand heran, was einen annähernd randlosen Schnitt verspricht.
Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es leider teils anders aus. An ebenen und freien Kanten sorgt der RockNeo Q1 für randloses Mähen - wobei das hier auch viele andere Modelle durch das Fahren auf der Rasenkante erreichen. Pluspunkte sollte der Testkandidat vor allem in Bereichen sammeln, wo es eben keinen ebenerdigen Übergang gibt. Aber genau hier macht dem RockNeo Q1 oft die Software einen Strich durch die Rechnung.
Obwohl in der App der Punkt "Visuelle Hindernisvermeidung für die Begrenzung" deaktiviert ist, schreckt der kleine "Schisser" vor fast jeder über den Rasen hängenden Randbepflanzung zurück. Hier wäre es ein leichtes, einfach unterdurch zu pflügen - so wie es vor ihm schon viele andere Mähroboter gemacht haben. Selbst vor einem schattigen Bereich hat sich der Mähroboter gelegentlich "erschrocken" und diesen großräumig umfahren.
So führt das Ergebnis am Rand der Rasenfläche - trotz Randmodul - eher zu einem unterdurchschnittlichen Ergebnis. Dies hat nach unseren Eindrücken auch nichts mit den Sicherheitseinstellungen des weit am Geräterand sitzenden PreciEdge-Moduls zu tun. Denn selbst wenn dieses in den Einstellungen deaktiviert wird, bleibt das Verhalten beim Randmähen unverändert und (zu) sehr auf Sicherheit bedacht.
Kurzum: Hardware gut, Software (noch) nicht. Hier gibt es für Roborock definitiv noch Verbesserungsbedarf, damit der RockNeo Q1 im Test mit seiner vermeintlichen Stärke auch punkten kann. Da der Hersteller aber bereits fleißig Firmware-Updates verteilt hat, sind wir guter Dinge, dass auch diese Probleme irgendwann gelöst wird...
Laufzeit & Lautstärke: Mäht knapp 2 Stunden
Roborock gibt für den getesteten RockNeo Q105 eine Mähzeit pro Akkuladung von 100 Minuten an. Diese konnte er auf unserer Testfläche sogar etwas übertrumpfen. Mit noch 15 Prozent Restladung ist er nach knapp zwei Stunden und gut 250 Quadratmeter an die Ladestation zurückgekehrt, um dort für ungefähr die gleiche Zeit zu laden.
Für die Vergleichbarkeit der von uns getesteten Mähroboter nehmen wir das theoretische Szenario an, dass dreimal pro Woche 500 Quadratmeter gemäht werden sollen. Hierfür ergibt sich beim RockNeo Q105 nach unseren Messungen ein monatlicher Stromverbrauch von rund 9 kWh.
Damit gehört der RockNeo Q1 definitiv nicht zu den sparsamsten Mährobotern, was aber zum Teil auch dem zusätzlichen Kantenschnittmodul geschuldet sein dürfte - neben dem recht hohen Standbyverbrauch von 10 W. Auch zu den leisesten Vertretern gehört er mit seinen im Test gemessenen rund 60 dB nicht, ist aber auch nicht unangenehm laut.
Ist der Roborock RockNeo Q1 laut unserem Test nicht der passende Rasenroboter ohne Draht für den eigenen Garten?
Dann hier viele weitere Modelle in unserer Mähroboter-Bestenliste 2026 entdecken!
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
































