Ob in der kostenlosen oder kostenpflichtigen Version – ChatGPT war bislang komplett werbefrei. Laut Tibor Blaho, Lead Engineer bei AIPRM und bekannt für seine öffentlichen Code-Leaks, könnte sich das jedoch bald ändern. Im Code der Android-Beta von ChatGPT hat dieser zumindest Hinweise darauf gefunden und diese am 29. November auf X geteilt.
Im Code der Beta-Version 1.2025.329 der ChatGPT-App fand Blaho Begriffe wie „Suchanzeigen“, „Anzeigen-Karussell“ und „Basar-Inhalte“ – Bezeichnungen, die auf interaktive Werbeflächen und mögliche Platzierungen im Gesprächsverlauf hindeuten. Werbung könnte OpenAI eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnen, insbesondere angesichts hoher Betriebskosten und eines vergleichsweise geringen Anteils zahlender Nutzer. CEO Sam Altman hatte Werbung in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen, aber auch keine Implementierung angekündigt.
Naheliegend wäre, dass OpenAI zunächst nur Werbung an Nutzer der kostenlosen Version ausspielt und Abonnenten den Dienst weiterhin werbefrei nutzen können. Dennoch reagiert die Online-Community überwiegend ablehnend. Viele Nutzer auf Reddit sehen den Fund als Beginn der sogenannten „Enshitification“ – einem Begriff des Autors Cory Doctorow für die schrittweise Verschlechterung digitaler Dienste zugunsten von mehr Profit. Nutzer fürchten einen Verlust an Neutralität, potenziell manipulative Werbeinhalte und einen generellen Vertrauensbruch. Einige User kündigen an, im Falle einer Werbeimplementierung zu Alternativen wie Googles Gemini oder Open-Source-Modellen zu wechseln. Bislang deuten die Hinweise jedoch lediglich auf technische Vorbereitungen hin. Ob und wann OpenAI tatsächlich Werbung einführt, bleibt offen.
Quelle(n)
Tibor Blaho via X (ehemals Twitter)
Bildquelle: ChatGPT














