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Magnetbahn: Transrapid-Ausstellung an der Teststrecke im Emsland eröffnet

Die Ausstellung im Besucherzentrum der TVE. (Foto: David Harder)
Die Ausstellung im Besucherzentrum der TVE. (Foto: David Harder)
Um den Transrapid ist es in Deutschland recht still geworden. Nur das Transport System Bögl ist als ferner Verwandter noch im Testbetrieb. Wer sich für die Historie des Hochgeschwindigkeitszugs interessiert, der kann nun eine kleine Ausstellung an der alten Teststrecke begutachten.

Der Förderverein Transrapid Emsland e.V. hat am 17. Juli eine kleine Ausstellung zum Transrapid eröffnet. Gezeigt werden einige Original-Exponate aus Fahrzeugen wie Teile der Magnetfahrwerke oder auch Fahrwegkomponenten. Außerdem gibt es auch Modelle und vor allem Informationen rund um die Magnetschwebebahn. Mit der Ausstellung soll das Besucherzentrum wieder zum Leben erweckt werden, wie David Harder vom Förderverein Notebookcheck.com sagte. 

"Das Interesse daran ist hoch, insbesondere, da die TVE [Transrapid-Versuchsanlage Emsland, Anm. d. Red.], auch ohne Ausstellung, von vielen Leute besucht wird, die dann jedoch vor verschlossenen Toren stehen, und Fahrzeuge beim Verrotten zusehen." Das Besucherzentrum war Harder zufolge rund zehn Jahre geschlossen. 

In Zukunft sollen noch mehr Exponate dazukommen. Außerdem will der Verein auch den Transrapid 07 restaurieren, der nicht mehr im besten Zustand ist. Fahrtüchtig wird dieser allerdings kaum mehr werden.

Regelmäßige Öffnungszeiten gibt es noch nicht

In den folgenden Wochen soll die Ausstellung noch erweitert werden. Unter anderem sollen die Leitstands-Schalttische und weitere Komponenten ausgestellt werden. Das Besucherzentrum hat derzeit allerdings nur unregelmäßig offen. In naher Zukunft sollen Informationen dazu auf magnetbahn.org zu finden sein. In der Zwischenzeit wird unter anderem der Magnetbahn-Twitteraccount für Ankündigungen genutzt. Es gibt außerdem eine Facebook-Gruppe, in der sich der Verein organisiert. Wer nicht nur die Versuchsstrecke sehen will, der sollte sich also vorab informieren.

Die Ausstellung befindet sich im Besucherzentrum der ehemaligen Teststrecke in Lathen, wo Transrapid-Garnituren ihre Testläufe fuhren, ehe das Konzept als Shanghai Maglev in China verwirklicht wurde und dort mittlerweile seit fast 20 Jahren im Betrieb ist. 

Um den Transrapid selbst ist in den letzten Jahren stiller geworden. Ein ferner Verwandter ist das Transport System Bögl (TSB), das in Bayern entwickelt wurde und dort aktuell auf dem Firmengelände von Max Bögl aber auch in China getestet wird.

In China gibt es zudem mehrere weitere Low-Speed-Magnetbahnsysteme, wie die S1 der Beijing Metro (Mentougou Line), sowie weitere Forschungsprojekte, die auf Transrapid-Technik aufsetzen und in der Planung entweder als Medium-Speed-System 300 oder als High-Speed-System 600 km/h erreichen sollen. China plant zudem bereits an der nächsten Generation.

Auch Südkorea und Japan sind Magnetbahnnationen mit aktiven Systemen im Passagierbetrieb. Mit dem Chūō-Shinkansen baut Japan aktuell sogar eine zum Shinkansen parallel verlaufende Strecke zwischen Shinagawa und Nagoya mit einer Design-Geschwindigkeit von rund 500 km/h.

Vorteile, abseits der Geschwindigkeitsvorteile der High-Speed-Systeme, sind häufig hohe Beschleunigungen, enge Kurvenradien oder vergleichsweise leicht zu bewältigende Steigungen. Langfristig verspricht man sich zudem Vorteile bei der Wartung, da es weniger Verschleiß gibt. Zu den Nachteilen gehören die hohen Anfangsinvestitionen und die fehlende Integration in vorhandene Verkehrssysteme. Ähnlich wie beim Shinkansen  in Japan (Normalspur in einem Schmalspurland) ist eine komplett eigene Infrastruktur notwendig.

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Autor: Andreas Sebayang, 19.07.2022 (Update: 21.07.2022)