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Padrone: Ein Ring will die Maus in Rente schicken

Der Padrone Ring muss am Zeigefinger getragen werden - an welcher Hand ist dabei egal.
Der Padrone Ring muss am Zeigefinger getragen werden - an welcher Hand ist dabei egal.
Der Padrone Ring möchte eine Alternative zur klassischen Computermaus bieten - und das alles verpackt als schickes Modeaccessoire. Tatsächlich kommt das Gerät optisch durchaus ansprechend daher. Auf alle Fälle handelt es sich dabei um eine interessante Idee, die zudem anscheinend recht gut umgesetzt wurde.

Es ist schon einige Jahre her, dass Intel mit RealSense 3D und Leap Motion mit dem Leap Motion Controller die Computermaus durch Gestensteuerung obsolet machen wollten. Das Schweizer Unternehmen Padrone startet nun einen neuen Versuch und setzt dabei auf einen Ring, den man am Finger trägt und der jede einigermaßen feste Oberfläche in ein Touchpad verwandeln kann. Das soll nicht nur stylisch sein, sondern ersten Testern zufolge auch äußerst zuverlässig funktionieren.

Die Bedienung des Padrone Ring ist recht intuitiv: Der Ring wird am Zeigefinger der rechten oder linken Hand getragen. Mit dem Zeigefinger wird der Mauspfeil gesteuert sowie der Linksklick ausgeführt, während der Mittelfinger für den Rechtsklick verwendet wird. Wenn man Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig nach oben oder unten bewegt, wird gescrollt.

Die Anbindung an den PC erfolgt über Bluetooth Low Power, ohne dass eine zusätzliche Installation von Software oder Treibern auf dem PC notwendig ist. Auch scheint der Ring wasserdicht zu sein oder zumindest das Händewaschen zu überleben. Der Akku des kleinen Gadgets soll einen Arbeitstag durchhalten und kann innerhalb von drei Stunden an einem mitgelieferten Wireless-Charging-Gerät, das seinen Strom über einen USB-Anschluss bezieht, wieder vollständig aufgeladen werden.

Für Gamer ist das kleine Eingabegerät wahrscheinlich nur bedingt geeignet, da es höhere Latenzzeiten besitzt als eine Gaming-Maus. Ein weiterer Nachteil gegenüber einer Maus besteht darin, dass nicht eine Größe allen Nutzern passt. Padrone will dieses Problem lösen, indem der Kunde, bevor er den tatsächlichen Ring erhält, zuerst Musterringe in zwölf verschiedenen Größen zugesendet bekommt, aus denen er dann die passende Größe auswählen kann.

Preis und Verfügbarkeit

Der schicke schwarze Ring ist jedoch nicht ganz billig. Für Vorbesteller beträgt der Preis 200 US-Dollar (ca. 175 Euro). Ansonsten werden 250 US-Dollar (ca. 220 Euro) fällig. Mit individuellen Gravuren gehen die Preise bis zu 600 US-Dollar (ca. 527 Euro). Ein Grund für den relativ hohen Preis mag sein, dass die komplette Fertigung des Rings in der Schweiz erfolgt und der Akku aus Deutschland stammt.

Im Moment ist das Gerät nur im Rahmen einer Indiegogo-Kampagne vorbestellbar, die noch 6 Tage läuft und immerhin schon fast das Doppelte der anvisierten Summe einsammeln konnte. Die Auslieferung soll ab Juni unter anderem auch nach Deutschland und Österreich erfolgen.

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Autor: Tobias Häuser, 16.01.2019 (Update: 16.01.2019)
Tobias Häuser
Tobias Häuser - News Editor
Während meines Philosophiestudiums in Tübingen und New York habe ich mich mit ethischen Fragen des technischen Fortschritts, Künstlicher Intelligenz und der Zukunft einer digitalisierten und automatisierten Gesellschaft befasst. Technik fasziniert mich schon seit meiner Kindheit. Mein Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Notebooks, umfasst aber letztlich das ganze Gebiet der Unterhaltungselektronik und darüber hinaus E-Mobilität, autonomes Fahren, KI und Raumfahrt. Wenn ich nicht gerade als freischaffender Journalist, Publizist und Online-Redakteur tätig bin, beschäftige ich mich mit Kunst und Literatur, gehe viel auf Reisen und wandern, aber vor allem schreibe ich in jeder freien Minute an meinen Büchern.