Saudi-Arabiens erster Autobauer zeigt 1.111-PS-Stromer mit riesigem 8K-Display

Mit EXOBOT steigt der saudische Hersteller Ceer mit eigenen Serienfahrzeugen ins Autogeschäft ein – laut eigener Aussagen als erster Automobilhersteller des Landes. Ceer ist ein Joint Venture des saudischen Staatsfonds PIF und Foxconn. Während Foxconn die elektrische und elektronische Fahrzeugarchitektur beisteuert, unterstützt BMW das Projekt mit Entwicklungs- und Engineering-Leistungen.
Zum Start gibt es eine 5,26 Meter lange Limousine und einen 5,02 Meter langen SUV. Beide Modelle messen satte 2,10 Meter in der Breite und sollen mit ihrer kantigen Optik bewusst futuristisch auftreten und gleichzeitig auf Elemente saudischer Architektur setzen. Zu den auffälligsten Details gehören die knapp drei Meter langen Shahin Wing Doors, die nach oben öffnen. Eine klassische B-Säule gibt es nicht, sodass jede Menge Platz zum Ein- und Aussteigen bleibt. Für die notwendige Karosseriesteifigkeit bei fehlender B-Säule sollen hochfeste Materialien sorgen.
Bis zu 1.111 PS und 2,1 Sekunden auf 100 km/h
In der stärksten Konfiguration setzt EXOBOT auf drei Elektromotoren, Allradantrieb und Torque Vectoring. Ceer nennt für beide Modelle eine Systemleistung von 1.111 PS sowie 1.500 Nm Drehmoment. Die Limousine soll damit in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und maximal 250 km/h erreichen. Beim SUV stehen 2,4 Sekunden beziehungsweise 210 km/h im Datenblatt. Zum Verkaufsstart soll zunächst eine etwas schwächere First Edition angeboten werden. Auch diese nutzt drei Motoren und Allradantrieb, leistet jedoch „nur“ 850 PS und 1.000 Nm. Damit sollen 100 km/h nach 2,6 Sekunden in der Limousine beziehungsweise 2,9 Sekunden im SUV erreicht werden.
Die Energie liefert ein 112-kWh-Akku mit 800-Volt-Architektur. Für die Limousine nennt Ceer eine Reichweite von bis zu 670 Kilometern, für den SUV bis zu 560 Kilometer. Welcher Prüfzyklus diesen Herstellerangaben zugrunde liegt, ist allerdings unklar. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll weniger als 30 Minuten dauern. Eine maximale Ladeleistung in Kilowatt nennt Ceer bislang nicht.
48-Zoll-Display mit 8K-Auflösung
Auch im Innenraum setzt Ceer auf recht ungewöhnliche Ausmaße. Ein gebogenes 48-Zoll-„Digital Horizon Display“ mit 8K-Auflösung zieht sich nahezu über die komplette Fahrzeugbreite. Ergänzt wird es durch einen 10,4-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole sowie ein 8-Zoll-Display für Passagiere auf den Rücksitzen .
Auf physische Bedienelemente will der saudische Autobauer offenbar trotzdem nicht ganz verzichten. Unter anderem Gangwahl, Klimaanlage und Lautstärke sollen über physische Regler gesteuert werden können. Statt eines klassischen Lenkrads gibt es ein Yoke, das mit einer Steer-by-Wire-Lenkung kombiniert wird – ähnlich wie bei Teslas Cybertruck. Der maximale Lenkwinkel soll dadurch nur 160 statt rund 400 Grad betragen. Eine Hinterachslenkung ist ebenfalls vorgesehen.
Marktstart für Anfang 2027 geplant
Die Produktion soll im Ceer Manufacturing Complex in King Abdullah Economic City erfolgen. Reuters zufolge ist der Verkaufsstart in Saudi-Arabien für Anfang 2027 vorgesehen. Weitere Märkte in der Region sollen ab 2028 folgen. Preise für die beiden Luxus-Stromer hat das Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Bis 2030 plant Ceer insgesamt sieben Modelle. Nach den beiden EXOBOT-Fahrzeugen sollen fünf stärker auf den Massenmarkt ausgerichtete Modelle folgen. Interessanterweise will sich das Unternehmen langfristig auch nicht ausschließlich auf Elektroautos beschränken: Geplant sind laut Reuters ebenfalls Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.












