Super Mario Bros. Wonder: Nativer PC-Port ist ohne Emulator spielbar

Dekompilierungs- und Rekompilierungsprojekte machen Konsolenspiele auch auf dem PC nutzbar. In den vergangenen Wochen sind zahlreiche Projekte entstanden, die sowohl klassische als auch moderne Konsolentitel auf den PC portieren sollen. Der Erfolg fällt bislang unterschiedlich aus, doch einige Projekte haben bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert. Dazu gehört eine native Portierung von Super Mario Bros. Wonder, das 2023 exklusiv für die Nintendo Switch erschienen ist.
Aktueller Stand der Portierung
Der YouTuber Belmante hat die native Windows-Portierung entwickelt und den neuesten Stand auf seinem Kanal gezeigt. Im Video läuft das Spiel auf einem Windows-Laptop mit einer RTX 3050 nahezu problemlos mit rund 60 FPS. Kleinere Grafikfehler und ein Flackern im Hintergrund führen allerdings zu leichten Einbrüchen der Bildrate.
Wie funktioniert der Port?
Der rekompilierte Spielcode liegt in C++ vor. Eine neue Übersetzungsschicht setzt NVN auf Vulkan um und kommuniziert ohne weitere Zwischenebenen direkt mit dem Nvidia-Treiber. Dabei kommen weder ein Emulator noch JIT-Kompilierung oder ein Interpreter zum Einsatz.
Belmante erklärt außerdem, dass das Spiel ASTC-Texturen nutzt, die mit Nvidia-GPUs nicht kompatibel sind. Als Lösung hat der Entwickler einen neuen Decoder erstellt, mit dem die CPU diese Texturen verarbeitet. Ein auf dem Datenträger gespeicherter Pipeline-Cache und die ASTC-Decodierung über mehrere Threads reduzieren zudem die Ruckler, die beim Auftauchen neuer Objekte entstehen.
Die Portierung ist dennoch bemerkenswert, insbesondere weil sie ohne Emulation auskommt. Belmante hat zuvor bereits ein ähnliches Video veröffentlicht, in dem das Spiel unter macOS auf einem Mac mit dem Apple M1 läuft. Diese Portierung hat allerdings noch größere Probleme gehabt. Die raschen Fortschritte bei der Entwicklung führt Belmante auf KI-Unterstützung zurück.
Wie geht es weiter?
Belmante will die Portierung weiter optimieren und mit einer integrierten GPU testen, konkret mit der Intel UHD 770. Dazu erklärt der Entwickler: "Sie liegt in derselben Leistungsklasse wie der Tegra X1 der Switch und eignet sich daher gut, um zu testen, wie wenig Rechenleistung das Spiel benötigt." Angesichts der begrenzten Hardwareleistung der ursprünglichen Switch dürfte Belmante damit die Mindestanforderungen an die GPU ausloten wollen.
Das Repository ist derzeit noch privat. Belmante plant jedoch, in Kürze alles rund um das Projekt öffentlich zugänglich zu machen. Die weitere Entwicklung dürfte sowohl für Entwickler anderer Dekompilierungsprojekte als auch für Spieler interessant sein.















