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Apple iPhone 12: Das neue OLED-Display ist großartig und möglicherweise problematisch

PWM könnte dem Super Retina XDR Display im Apple iPhone 12 zum Verhängnis werden.
PWM könnte dem Super Retina XDR Display im Apple iPhone 12 zum Verhängnis werden.
Super Retina XDR, so nennt Apple offziell sein neues iPhone-Display mit OLED-Technologie. Klingt gut, aber es könnte für manche Nutzer ein Rückschritt sein, trotz toller Farbwerte und Unterstützung für Dolby Vision.

Apple kann tolle Smartphone-Displays entwickeln, das war schon immer so. Klar, Apple besitzt keine eigene Display-Fertigung und die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit Herstellern wie Samsung, aber Apple schafft es dennoch, immer noch ein paar Besonderheiten für seine Displays bereitzustellen.

Beim iPhone 12 wechselt Apple nun vom LED-Display des Vorgängers zu einem OLED-Bildschirm. Vermutlich auch, um die erforderlichen Kontraste für die Dolby-Vision-Technologie verfügbar zu machen. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung von HDR, die auch in Hollywood-Filmen zum Einsatz kommt.

In unserem Test des iPhone 12 erweist sich das Display als extrem farbtreu, hell und dank höherer Auflösung auch als sehr fein in der Darstellung. Das ist also ein echter Fortschritt für iPhone-Fans... oder?

Ein Problem gibt es mit der Technologieumstellung: OLED-Displays besitzen keine Hintergrundbeleuchtung, die sich dimmen lassen würde und so muss das komplette Display in schneller Folge ein- und ausgeschaltet werden, um eine niedrigere Helligkeit für das Auge zu simulieren. Das geschieht beim iPhone 12 mit einer Frequenz, die um die 218 Hz moduliert und kann für empfindliche Augen durchaus anstrengend sein.

Bei LED-Displays besteht dieses Problem, wenn überhaupt, dann meist nur bei sehr niedriger Helligkeit, während OLED-Displays damit auf allen Helligkeitsstufen außer der maximalen zu kämpfen haben. Es gäbe eine Lösung: Über sogenanntes DC-Dimming ließe sich die Spannung der einzelnen OLED-Dioden verringern und so eine geringere Helligkeit erreichen, hier gibt es aber bisher keine Anzeichen, dass Apple diese Technologie auf seine iPhones bringt.

Während man also beim iPhone 11 bedenkenlos zugreifen konnte, selbst wenn man empfindliche Augen hat, sollte man das Display des iPhone 12 erst einmal ausprobieren, bevor man sich das Smartphone ab 900 Euro nach Hause holt.

Weitere Testergebnisse zum Bildschirm und allen anderen relevanten Aspekten des neuen Apple-Handys erfahren Sie in unserem großen Test zum iPhone 12.

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Autor: Florian Schmitt,  6.11.2020 (Update:  4.11.2020)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.