Apples MacBook-Pro-Modelle werden mit jeder Generation schneller (siehe unsere CPU- und GPU-Analyse) und die Chips benötigen auch mehr Energie, was die Kühlung ebenfalls vor größere Herausforderungen stellt. Vor allem das kleinere MacBook Pro 14 ist davon betroffen, was wir in unserem ausführlichen Test gerade erst deutlich gesehen haben. Die Leistung des M5 Max ist hier nämlich alles andere als stabil. Ein weiterer Faktor, der aber noch dazukommt, ist die unzureichende Stromversorgung.
Beim MacBook Pro 16 mit dem M5 Pro konnten wir mit dem beiliegenden 140-Watt-Netzteil einen maximalen Verbrauch von 145 Watt in unserem Stresstest messen, was sich dann irgendwann bei 134 Watt eingependelt hat. Mit einem stärkeren Netzteil waren es maximal 147 Watt. Bei kurzen Lastspitzen muss diese (zugegeben kleine) Differenz dann vom Akku kompensiert werden. Die ganze Zeit zeigt das System aber an, dass der Akku voll geladen ist und auch nicht geladen wird, zudem bleibt die LED am MagSafe-Kabel grün. Unser Messgerät zeigt aber an, dass der Stromverbrauch trotz Leerlauf bei bis zu 40 Watt liegt und es rund 10 Minuten dauert, bis der Verbrauch wieder auf dem üblichen Idle-Niveau angekommen war. Beim kleineren MacBook Pro 14 mit dem M5 Max ist es aber noch schlimmer, denn die maximale Leistungsaufnahme ist bei 97 Watt begrenzt (auch mit dem 140-Watt-Netzteil von Apple oder aber einem noch stärkeren 180-Watt USB-C-Netzteil), was im Stresstest dazu führt, dass der Akku sich innerhalb einer Stunde um 15 % entlädt. Jetzt kann man natürlich sagen, dass der Stresstest unrealistisch ist, doch auch beim Spielen mit etwas reduzierter Helligkeit hat sich der Akku nach einer Stunde um 10 % entleert. Hier ist dann interessant, dass die Akkuanzeige bei anhaltender Belastung zu Beginn einfach ein paar Prozentpunkte überspringt und dann auf einen Schlag von 100 auf 96 oder 97 % springt.
Dass Hersteller unzureichende Netzteile verwenden, ist natürlich nicht auf Apple beschränkt und vor allem kompakte Laptops mit Intel-CPUs (und deren hohen kurzzeitigen Power Limits) waren immer wieder davon betroffen. Uns stört hier allerdings, wie Apple damit umgeht. Bei kurzen Lastspitzen wird dem Nutzer vorgegaukelt, dass der Akku nicht entladen wird, und damit wird der Eindruck erweckt, dass die angebotenen Netzteile ausreichen. Zudem ist es auch ärgerlich, dass Apple vor allem beim kleineren 14-Zoll-Modell die Leistungsaufnahme künstlich auf 97 Watt begrenzt, egal welches Netzteil man anschließt. Es soll durchaus vorkommen, dass Käufer eines MacBook Pro 14 mit dem M5 Max ihren Laptop auch mal etwas länger belasten oder gerne auch mal spielen, ohne dabei immer unnötig den Akku zu belasten. Aufgrund dieser Limitierung ist das aber nicht möglich. Vor allem in der EU, wo die MacBooks jetzt standardmäßig ohne Netzteil angeboten werden, ist das einfach nur ärgerlich und unnötig.




