
Besonders zuverlässige Vierfach-Navigation im kompakten Mähroboter: Anthbot M9 Pro im Test
Drahtlose Kompaktklasse.
Der Anthbot M9 Pro setzt auf vier Technologien für besonders zuverlässiges Navigieren. Wie gut dies in der Praxis funktioniert, zeigt unser Anthbot M9 Test. Zudem gehen wir auf die Unterschiede zum deutlich günstigeren Anthbot M9 ein. Welcher Mähroboter ist für wen die bessere Wahl?Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Anthbot M9 Pro Test-Fazit: Auf Nummer sicher
Der Anthbot M9 Pro setzt mit seiner Vierfach-Lösung auf eine besonders zuverlässige Navigation, die er im Test auch bewiesen hat. Fällt eine Technologie aus bzw. wird ungenau, beispielsweise aufgrund mangelhaften RTK-Empfangs, ist dies kein Problem. Das ist in besonders anspruchsvollen Gärten vorteilhaft, bei denen beispielsweise hohe Bäume das RTK-Signal stellenweise stören.
Allerdings lässt sich Anthbot dies auch mit einem saftigen Preisaufschlag bezahlen. Fast 500 Euro Preisaufschlag gegenüber dem (abgesehen von LiDAR) baugleichen M9 sind ein happiger Unterschied. War der M9 in unserem Test noch ein Preistipp, hat sich dies der M9 Pro nicht mehr verdient. Zumal er sich bei der Hinderniserkennung und -vermeidung überraschend schwächer gezeigt hat als der M9.
Nach unseren Testeindrücken ist der M9 die bessere Wahl. Einzig wer auf die redundante Navigationstechnologie angewiesen ist oder besonderen Wert legt, ist mit dem M9 Pro besser bedient. Der Anthbot M9 Pro dürfte es ansonsten aber schwer haben am mittlerweile heiß umkämpften Markt der Mähroboter bis 1.000 Quadratmeter.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung des Anthbot M9 beträgt 1.299 Euro. Erhältlich ist er unter anderem direkt beim Hersteller sowie bei Amazon, teils im Bundle mit einer Garage zum Vorzugspreis.
Vor einigen Monaten hatten wir den Anthbot M9 (ca. 650 Euro bei Amazon) getestet. Der kompakte Mähroboter für Rasenflächen bis 1.000 Quadratmeter hatte uns gut gefallen - auch wegen seines überschaubaren Preises von 849 Euro (UVP).
Mit dem Anthbot M9 Pro hat der Hersteller kürzlich eine neue Version auf den Markt gebracht, die noch besser ausgestattet, aber auch deutlich teurer ist. Was den Anthbot M9 Pro vom M9 unterscheidet und für wen sich der Kauf lohnen könnte, verrät unser Testbericht.
Datenblatt Anthbot M9 Pro & Vergleich mit Anthbot M9
| Eigenschaft/Modell | Anthbot M9 Pro | Anthbot M9 |
|---|---|---|
| Fläche | 1.000 m² | 1.000 m² |
| Navigation | HoloSense Quad-Fusion Positioning | Full-Band RTK + NRTK + Dual Vision |
| Hinderniserkennung | 150° HDR KI-Vision | 150° HDR KI-Vision |
| Mähwerk | Mähscheibe | Mähscheibe |
| Anzahl Klingen | 5 | 5 |
| Schnittbreite | 20 cm | 20 cm |
| Schnitthöhe | 3 - 7 cm | 3 - 7 cm |
| Schnitthöhe einstellen | elektrisch | elektrisch |
| Steigung | 45% / 24° | 45% / 24° |
| Display | nein | nein |
| Akkukapazität | 5 Ah/90 Wh | 5 Ah/90 Wh |
| 4G | ja | ja |
| Gewicht | 10 kg | 10,1 kg |
| Abmessungen | 49,8 x 39,2 x 27,8 cm | 49,8 x 39,2 x 25,1 cm |
| Wasserdichtigkeit | IPX6 | IPX6 |
| Garage im Lieferumfang | nein | nein |
| Ersatzklingen im Lieferumfang | 5 | 5 |
| Farbe | Grau | Grau |
| UVP | 1.299 Euro | 849 Euro |
| erhältlich bei | Amazon | Amazon |
Ausstattung & Lieferumfang: Zusätzlich mit LiDAR
Der bereits von uns getestete Anthbot M9 setzt auf die RTK-Technologie, also eine RTK-Referenzstation im eigenen Garten. Er kann aber wahlweise auch mit NetRTK arbeiten. Bei M9 Pro setzt der Hersteller nun hingegen auf LiDAR, wie der kleine Turm auf der Oberseite des Mähroboters zeigt. Die primär von Saugrobotern bekannte Technologie ist 2026 in vielen verschiedenen Mährobotern wie dem Mova LiDAX Ultra, dem Dreame A3 AWD Pro dem Roborock Z1 LiDAR oder auch dem Navimow H2 zu finden ist.
Allerdings verzichtet Anthbot nicht auf die RTK-Antenne. Stattdessen setzt man mit der sogenannten Holosense 4-in-1-Navigation auf den Einsatz von gleich vier Technologien: 360° LiDAR, RTK/NetRTK und Dual Vision. Der Vorteil ist eine besonders hohe Präzision und Ausfallsicherheit, verspricht der Hersteller. Wie gut das in der Praxis klappt, verraten wir weiter unten in unserem Anthbot M9 Pro Test.
Zunächst noch ein paar weitere Worte zur Ausstattung des Anthbot M9 Pro. Hier halten wir uns aber kurz und verweisen für detaillierte Informationen auf unseren Test des Anthbot M9. Denn abgesehen von einem Jahr (statt 3 Monate) kostenlosem 4G (danach jährlich 39,90 Euro) gibt es keine großen Unterschiede. Gemäht wird auch hier mit einem 20 cm breiten Mähteller, an dem fünf Klingen frei schwingend montiert sind. Auch der Lieferumfang unterscheidet sich nicht, da trotz LiDAR dennoch die RTK-Antenne mit dabei ist.
Wichtiger Hinweis: Da sich der hier vorgestellte Anthbot M9 Pro und der bereits getestete Anthbot M9 in vielen Belangen nicht unterscheiden, stellen wir in diesem Test nur die Unterschiede vor. Für die Abschnitte "Einrichten & Wartung" sowie "App & Bedienung" verweisen wir auf unseren Anthbot M9 Testbericht. Auch der M9 Pro bietet unter anderem eine KI-unterstützte, automatisierte Kartierung und eine solide App mit Kartenverwaltung und vielen Einstellungsmöglichkeiten.
Navigation & Hinderniserkennung: Zumeist zuverlässig
Der wesentliche Unterschied zwischen dem Anthbot M9 Pro und dem klassischen Modell ist die Navigationstechnologie. Durch LiDAR ergänzt Anthbot hier eine weitere Technologie zu RTK/NetRTK sowie den beiden KI-Kameras. Was das bringt, ist einfach erklärt.
RTK ist eine etablierte Technologie, die für eine präzise Orientierung im Garten sorgt. Allerdings ist sie darauf angewiesen, dass die Referenzstation sowie der Roboter freie Sicht zum Himmel haben, um entsprechende Satellitensignale empfangen zu können. Das ist gerade bei Grundstücken mit vielen Hindernissen wie Gebäuden, Bäumen und Co oft schwierig. Dort schlägt die Stunde der LiDAR-Modelle, die auf kein GPS-Signal angewiesen sind. Allerdings haben sie teils eine begrenzte Positionierungsgenauigkeit und Schwierigkeiten in der sich stetig ändernden Umgebung eines Gartens. NetRTK als dritte Technologie setzt statt RTK-Basisstation auf Mobilfunk oder WLAN, was ebenfalls limitiert ist.
Durch die Kombination der drei Ortungs- und Navigationstechnologien kombiniert mit den zwei KI-Kameras in der Front verspricht Anthbot beim M9 Pro einen besonders genauen und ausfallsicheren Betrieb. Und in der Tat konnte er dies im Test auch nachweisen. Testweise haben wir unter anderem den Stromstecker der RTK-Antenne während des Mähbetriebs herausgezogen. Dies hat den Anthbot M9 Pro nicht gestört. Er hat dennoch weiterhin zuverlässig und genau seine Bahnen über die kartierte Rasenfläche gezogen und sich nicht beirren lassen.
Die Hinderniserkennung und -vermeidung hat im Anthbot M9 Pro hingegen überraschend nicht so zuverlässig funktioniert, wie wir es beim Test des Anthbot M9 erlebt haben. Auf einem leergeräumten Rasen ist davon noch nichts zu merken, da größere Hindernisse wie Pflanzen, Gartenspielgeräte und Co kein Problem darstellen. Aber selbst auf höchster der drei Sensibilitätsstufen hat der Mähroboter unsere üblichen kleinen Testhindernisse zuverlässig nicht erkannt, sondern sie stattdessen häufig über den Haufen gefahren.
Einzig das Stück Gartenschlauch, das längste Hindernis mit allerdings der geringsten Höhe, hat der Anthbot M9 Pro in unserem Test zuverlässig "gesehen". Einen kleinen Ball mit rund 10 cm Durchmesser nur gelegentlich, während unsere Igel-Attrappe und ein Tennisball stets überfahren wurden. Wir haben diesen Test zu verschiedenen Zeitpunkten mit der jeweils aktuellen Firmware-Version wiederholt - leider ohne wesentliche Unterschiede.
Flächen- & Randmähen: Kein Upgrade zum M9
Der M9 hatte bereits im Test überzeugt, da er zuverlässig über unsere Testfläche navigiert hat - die zugegebenermaßen hinsichtlich Satellitenempfang auch nicht sonderlich herausfordernd ist. Der M9 Pro setzt hier im Test noch einen drauf, da er noch präziser navigieren kann, gerade in Extremsituationen. Dies führt zu einer guten Flächenabdeckung und damit einer einheitlich und sauber gemähten Fläche, solange es nicht zu steil wird. Engere Passagen sind bis rund 70 cm hingegen in der Regel kein Problem.
Beim Randmähen bietet der M9 Pro hingegen kein Upgrade. Das ist schade. Gerade bei dem saftigen Preisunterschied hätten wir uns für das Pro-Modell hier eine Verbesserung gewünscht. Ein Randmähwerk, wie es beispielsweise optional der Roborock RockNeo Q1 oder fest verbaut der Mammotion Luba Mini 2 AWD (ca. 1.400 Euro bei Amazon) bieten, oder ein verschiebbares Mähwerk wie beim Mova LiDAX Ultra (ab ca. 700 Euro bei Amazon), hätte dem Anthbot M9 Pro gut zu Gesicht gestanden.
Hier lässt Anthbot in dieser Preisklasse Punkte liegen. Die Mähscheibe mit ihren fünf Klingen sitzen mittig unter dem Gerät und haben so rund 9 cm Abstand zum Rand. Somit bleibt ein recht breiter Streifen an nicht ebenerdigen Übergängen stehen, der dank der recht genauen Navigation aber nicht noch wesentlich breiter als nötig ausfällt. Bei ebenerdigen Übergängen ist hingegen randloses Mähen möglich, da sich in der Kartenverwaltung für den Randbereich punktgenau Überhänge frei definieren lassen.
Laufzeit & Lautstärke: Hat Herstellerangaben übertroffen
Der Akku des Anthbot M9 Pro fällt mit 5 Ah (90 Wh) genauso groß aus wie beim M9. Allerdings kostet die ergänzte LiDAR-Technologie zusätzlich Energie. Das Ergebnis ist, dass die Pro-Version auf unserer Testfläche pro Akkuladung rund 50 Quadratmeter weniger pro Akkuladung gemäht hat als der M9. Die fast 250 Quadratmeter in gut zwei Stunden sind aber ebenfalls ein solider Wert - und mehr Durchhaltevermögen als vom Hersteller angegeben. Die Ladezeit ist mit knapp zwei Stunden identisch.
Durch den höheren Energieverbrauch verbraucht der Anthbot M9 Pro auch etwas mehr Strom im Monat. Bei unserer Vergleichserhebung von 500 Quadratmetern, die dreimal die Woche gemäht werden, zeigt er sich hochgerechnet mit gut 7 kWh im Monat aber dennoch recht sparsam. Der Unterschied zum M9 sind nur wenige Cent mehr Stromkosten im Monat.
Ist der Anthbot M9 Pro laut unserem Test nicht der passende Rasenroboter ohne Draht für den eigenen Garten?
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Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.



























